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Started by Guido Gabriel
Thu, 01 May 1997 00:00
ai/FAQ: Research bei ai
Author: Guido Gabriel
Date: Thu, 01 May 1997 00:00
Date: Thu, 01 May 1997 00:00
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------------------------------------------------------------------ amnesty international FAQ ------------------------------------------------------------------ Research bei amnesty international ================================== Sorgf�ltig recherchiert, gewissenhaft gepr�ft Etwa 50 sogenannte Researcher arbeiten im Internationalen Sekretariat von amnesty international in London. In Teams ermitteln sie Menschenrechtsverletzungen in "ihrer" Region (regional programs). Jedes Research-Team besteht aus drei bis f�nf Ermittlern und einer etwa gleich gro�en Zahl an "Campaignern", die die Forschungsergebnisse in Mitgliederaktionen umsetzen. Die Teams der Subregionen sind zu Gro�regionen zusammmengefa�t, die von einem Programmdirektor geleitet werden (program director). Die jeweilige L�nderstrategie wird nicht von den einzelnen Mitarbeitern festgelegt, sondern in Besprechungen mit anderen Abteilungen - etwa denen f�r �ffentlichkeitsarbeit oder Mitgliedschaft und dem Generalsekret�r. F�r juristische Fragen steht ebenfalls Beratung zur Verf�gung. Viele Details machen gute Ermittlungsarbeit aus. Researcher lesen Tageszeitungen und politische Magazine aus "ihren" L�ndern, sie erhalten Informationen von Nichtregierungsorganisationen, Journalisten oder Rechtsanw�lten, die sie in der Region kennen. Auch Hilferufe von Opfern gehen st�ndig ein, manchmal in der - leider nicht immer realistischen - Hoffnung, ai k�nnte Regierungen sofort zwingen, auf die Organisation zu h�ren. Oft m�ssen die Ermittler dann schnell handeln: Informationen m�ssen gepr�ft und bei anderen Quellen gegenrecherchiert werden. Manchmal gen�gt ein Anruf, von dem man wei�, da� er abgeh�rt wird, um das Schlimmste zu verhindern: Die Tatsache, da� amnesty international zu einer Menschenrechtsverletzung ermittelt, kann Offizielle manchmal bremsen und Opfern Schutz erm�glichen. Werden schnelle Massenproteste als sinnvoll erachtet, werden Eilaktionen - Urgent Actions - gestartet. Mitunter erscheinen andere Protestformen effizienter. Wichtig ist das Verfassen von L�nderdokumentationen oder Kapiteln anderer Ver�ffentlichungen, etwa des Jahresberichts. Mit Hilfe eines ausgekl�gelten Systems werden die Berichte intern mehrfach auf ihren Wahrheitsgehalt und die Zuverl�ssigkeit der benutzten Informationen hin kritisch �berpr�ft. Die Informationsbeschaffung erfolgt zudem nat�rlich durch Ermittlungsdelegationen in das Zielland. In der Regel versuchen die ai- Ermittler, zwei bis drei Wochen pro Jahr in "ihrem" Land Menschenrechtsverletzungen zu recherchieren. L�ngere Delegationen sind zur Zeit in der Diskussion. Die Researcher sprechen mit Opfern, Anw�lten, Angeh�rigen oder auch Vertretern von Nichtregierungsorganisationen. Alle Reisen werden den Regierungen zuvor bekanntgegeben. Manchmal wird um ein Gespr�ch mit den Machthabern ersucht, gelegentlich dient die Reise der Beobachtung politischer Prozesse. Die wenigsten Regierungen begr��en die "Besuche" von ai-Mitarbeitern, aber im Normalfall wird die Einreise und Forschungsarbeit genehmigt. Viele Regierungen schauen sich wahrscheinlich umgehend nach geeigneten Beschattern um. In einigen wenigen Staaten - etwa Birma oder China - wird ai-Ermittlern die Einreise verweigert. amnesty international startet dann keine Under-Cover-Delegationen, sondern konzentriert sich auf andere Quellen: Menschenrechtler vor Ort etwa oder Fl�chtlinge, die das Land verlassen haben. Im Bewu�tsein, da� solche Delegationen ai viel Geld kosten, verl�ngern die Researcher ihre anstrengenden Arbeitstage meist bis in die Abendstunden. Oft spricht es sich herum, da� amnesty international im Land ist: Dann kann man sich vor dem Andrang der Menschen, die ihre Anliegen an die Organisation herantragen wollen, kaum retten. Einige politische Gruppen versuchen zudem, die ai-Mitarbeiter vor ihren Parteikarren zu spannen. Die amnesty-Ermittler pr�fen jedoch gerade in kritischen Situationen besonders sorgf�ltig bei der Gegenseite und betonen gegen�ber allen Gespr�chspartnern, da� sie politisch neutral und allein am Einsatz f�r die Menschenrechte interessiert sind. Solche Reisen k�nnen auch dazu dienen, den Kontakt zur Presse im Land aufzubauen. Journalisten sind ma�geblich an der Meinungsbildung beteiligt, und es ist sinnvoll, sie f�r die Idee der Menschenrechte zu gewinnen. Sie k�nnen neben Menschenrechtserziehung auch wichtige Recherche-Arbeit leisten. Das auf Delegationsreisen gesammelte Material - Zeugenaussagen, Gerichtsakten, medizinische Atteste, Notizen, B�cher und Berichte - werden meist innerhalb eines halben Jahres aufgearbeitet und in Dokumentationen und Aktionen umgesetzt. Es kann auch vorkommen, da� Delegationen noch aus dem Land heraus eine Eilaktion initiieren oder eine Pressekonferenz abhalten. Die Mitarbeiter des Internationalen Sekretariats stellen meist den Kern der ai-Delegationen, doch auch Kogruppenmitglieder aus den Sektionen werden zunehmend beteiligt. So waren etwa deutsche L�nderexperten bereits mit Delegationen in Australien, Peru oder der T�rkei. Angelika Pathak Die Autorin, in den achtziger Jahren Mitglied der Bangladesch-Kogruppe in Deutschland, arbeitet seit Juli 1991 als "Researcherin" im Internationalen Sekretariat in London zu den L�ndern Pakistan und Bangladesch. ------------------------------------------------------------------ Aus: ai-Journal Oktober 1995 (c) amnesty international 1995 Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international. amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Nationales Sekretariat, 53108 Bonn (Heerstrasse 178, 53111 Bonn) Telefon (02 28) 9 83 73-0, Telefax (02 28) 63 00 36 - Spendenkonto 80 90 100 bei allen Banken, Sparkassen sowie dem Postgiroamt Koeln ------------------------------------------------------------------ ai-de@amnesty.cl.sub.de
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