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Article #54ai/Journal: FEEDBACK 11/95
From: Guido Gabriel
Date: Fri, 01 Dec 1995 00:00
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------------------------------------------------------------------ amnesty international AI-JOURNAL ------------------------------------------------------------------ 11/95 - feedback.doc Todesurteile abgewendet Internationale Proteste retteten ihr Leben: Koigi wa Wamwere und zwei mitangeklagte kenianische Oppositionelle (vgl. ai-Journal, 8/95) wurden am 2. Oktober 1995 zu je vier Jahren Haft und sechs Schl�gen mit einem Rohrstock verurteilt. Ein vierter Angeklagter wurde freigesprochen. Die drohende Todesstrafe konnte verhindert werden, weil die Richter angesichts der weltweiten Emp�rung �ber die Verfahren die Anklage �berraschend in Raub umgewandelt hatten. Urspr�nglich waren die Dissidenten des bewaffneten Raub�berfalls auf eine Polizeiwache im Jahr 1993 beschuldigt worden. Dieses Vergehen h�tte Todesurteile nach sich ziehen m�ssen. amnesty international ist �berzeugt, da� die Anklage konstruiert war und in Wirklichkeit der Arbeit des kritischen Menschenrechtlers Koigi wa Wamwere galt. Keiner der Angeklagten durfte bei der Urteilsverk�ndung anwesend sein. Das Gerichtsverfahren war in h�chstem Ma�e unfair. amnesty international wird weiterhin alles tun, damit die gewaltlosen politischen Gefangenen umgehend freigelassen werden. Der Anwalt der Verurteilten hat angek�ndigt, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Solche Berufungsverfahren k�nnen mehrere Jahre dauern. Aus usbekischer Haft nach Schweden Die Massenappelle hatten Wirkung: "Am Tag meiner Freilassung kam der Gouverneur auf mich zu, �berreichte mir zahlreiche Briefe auf englisch und sagte: 'Die kamen hier vor ein paar Monaten an. Die sind vielleicht �ber Sie. Sie haben doch Englisch gelernt - was steht denn da drin?'" Das war das erste Mal, da� der usbekische Oppositionspolitiker Pulat Akhunov nach seiner vorzeitigen Freilassung im November 1994 von den vielen Appellen aus aller Welt zu seinen Gunsten erfuhr. Im Mai 1994 war der stellvertretende Vorsitzende der verbotenen Oppositionsbewegung "Birlik", der in einem offensichtlich konstruierten Verfahren wegen "Rowdytums" zu insgesamt sieben Jahren Gef�ngnis verurteilt worden war, auch im Rahmen der "Briefe gegen das Vergessen" vorgestellt worden. Auch nach seiner Freilassung wurde er von den usbekischen Beh�rden weiter verfolgt. Nach Treffen mit Menschenrechtlern und Journalisten wurde er von der Polizei zum Verh�r vorgeladen. In seinen alten Beruf als Lehrer konnte er nicht zur�ckkehren. Schlie�lich verlie� Akhunov mit Unterst�tzung von ai sein Heimatland in Richtung Schweden, wo er mit seiner Familie politisches Asyl erhalten hat. Mauritius: Todesstrafe abgeschafft Jetzt haben 98 Staaten die Todesstrafe per Gesetz oder faktisch abgeschafft: Das Parlament des s�dostafrikanischen Inselstaates Mauritius stimmte Anfang August mit 52 von 66 Stimmen f�r die Abschaffung dieser unmenschlichen Strafe. Viele der Redner nahmen in der Debatte, die der Abstimmung vorausging, ausdr�cklich Bezug auf die Arbeit von amnesty international. Pr�sident Caseem Uteem sorgte allerdings noch f�r eine Verz�gerung der Umsetzung: Er unterschrieb den Gesetzesentwurf noch nicht, sondern wies ihn an das Parlament zur�ck. Begr�ndung: Ihm ist das alternativ beschlossene Strafma� von 20 Jahren f�r Kapitalverbrechen zu niedrig. Bis zur Unterzeichnung des Gesetzes durch den Pr�sidenten ist die Verh�ngung der Todesstrafe zwar theoretisch noch m�glich; mit Verurteilungen ist aber nicht zu rechnen. "Verschwundener" wieder aufgetaucht Internationale Proteste d�rften das Leben von Hamza G�neri gerettet haben: Der 36j�hrige war am 11. September in Agri vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder von Polizisten in Zivil aufgegriffen worden. Zwar wurde seine Festnahme nach R�ckfragen der Angeh�rigen von Mitarbeitern der Anti- Terror-Einheit der Polizei in Agri best�tigt, doch vier Tage danach hie� es, Hamza G�neri sei aus dem Gewahrsam geflohen. Doch bei der Familie traf kein Lebenszeichen des Festgenommenen ein. Eine Situation, die vielen F�llen von "Verschwindenlassen" in der T�rkei �hnelt: Deshalb startete amnesty international umgehend eine internationale Eilaktion, um den Verbleib von Hamza G�neri zu kl�ren. Mit Erfolg: 15 Tage nach seiner Festnahme war der angeblich geflohene Mann einem Richter vorgef�hrt worden. Das f�r Menschenrechte zust�ndige Ministerium in Ankara hatte mehrfach - vermutlich auf �ffentlichen Druck hin - bei der Polizeizentrale in Agri nachgefragt. �ber die Behandlung im Gewahrsam und m�gliche Anklagepunkte waren ai bei Redaktionsschlu� noch keine Informationen bekannt. ------------------------------------------------------------------ Aus: ai-Journal November 1995 (c) amnesty international 1995 Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international. Redak- tion: Harald Gesterkamp (hgesterk@amnesty.cl.sub.de, Telefon 0228/ 98373-46). amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Nationales Sekretariat, 53108 Bonn (Heerstrasse 178, 53111 Bonn) Telefon (02 28) 9 83 73-0, Telefax (02 28) 63 00 36 - Spendenkonto 80 90 100 bei allen Banken, Sparkassen sowie dem Postgiroamt Koeln ------------------------------------------------------------------ ai-de@amnesty.cl.sub.de - 1 -
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