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1 total messages Started by Guido Gabriel Sun, 27 Oct 1996 00:00
ai/Journal: AKTIONEN 9/96
#19
Author: Guido Gabriel
Date: Sun, 27 Oct 1996 00:00
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amnesty international                                   AI-JOURNAL
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9/96: aktion.doc



"Flammende" Appelle gegen die Todesstrafe

W�hrend in Atlanta Sportler um Medaillen k�mpften, machten ai-Mitglieder  
aus der ganzen Bundesrepublik ihre Forderung nach Abschaffung der  
Todesstrafe in den USA deutlich. In Heidelberg wurden am 3. August, dem  
Vortag der Schlu�feier der Olympischen Spiele, bunte Transparente an der  
Alten Br�cke angebracht. Wohl kaum einem Besucher der Stadt ist dieser  
Protest gegen die Todesstrafe entgangen. Sp�ter sollen die T�cher an die  
US-Sektion von amnesty international geschickt werden.

Einen "flammenden" Appell zur �chtung der Todesstrafe richtete die  
D�sseldorfer amnesty-Gruppe an die �ffentlichkeit: Am 20. Juli  
organisierte sie einen Fackellauf gegen die Todesstrafe durch die  
D�sseldorfer Innenstadt. Vierzig L�ufer und L�uferinnen, darunter  
zahlreiche Prominente aus Politik und Kultur, liefen nach vier Kilometern  
und 45 Minuten ins Ziel auf dem Grabbeplatz ein, wo ein alternatives  
Olympisches Feuer entz�ndet wurde. Bei der "Abschlu�kundgebung" wurde  
daran erinnert, da� in den USA Hunderte von Menschen in den Todeszellen  
mit ihrer Hinrichtung rechnen m�ssen. Viele Zuschauer unterschrieben die  
an den Gouverneur von Georgia gerichteten Protestbriefe gegen die  
Todesstrafe. Ein �hnlicher Fackellauf fand auch in K�ln statt.

20 Holzkreuze mit den Namen der Menschen, die seit 1983 in Georgia  
hingerichtet wurden, s�umten einen Nachmittag lang die Zufahrtsstra�e zur  
US-Botschaft in Bonn. So protestierten am 23. Juli ai-Mitglieder des  
Bezirks Bonn-Koblenz gegen die Todesstrafe. Am Nachmittag lie� sich auch  
der Botschafts-Attach� sehen und bekam von ai-Vertretern eine  
Informationsmappe und eine tellergro�e "Olympia-Medaille" �berreicht mit  
den Namen der 20 Hingerichteten auf der R�ckseite. Sie forderten den  
Diplomaten auf, beides an den Gouverneur des Staates Georgia  
weiterzuleiten.

Auch die Detmolder ai-Gruppe startete zahlreiche Aktionen gegen die  
Todesstrafe in den USA. So lie� sie unter anderem drei Bett�cher von  
Detmolder K�nstlerinnen und einer Sch�lergruppe zum Thema Todesstrafe  
bemalen und veranstaltete am 1. August einen Aktionsnachmittag auf dem  
Detmolder Marktplatz. Sportlicher H�hepunkt und Br�ckenschlag nach Atlanta  
war der Auftritt der Weltmeisterinnen im Zweier-Kunstradfahren.



Solidarit�t von Ulmer K�nstlern

"Vogelfrei - nicht wegschauen, helfen". Unter diesem Titel organisierten  
die K�nstlergilde Ulm und die Gruppe "Art7" im Juli eine Woche lang eine  
Verkaufsausstellung mit Bildern und Skulpturen zum Thema "Folter und  
Folteropfer" im Ulmer Haus der Begegnung. Der Erl�s der verkauften  
Kunstwerke ging an ai und das Ulmer Behandlungszentrum f�r Folteropfer.  
Die Benefizveranstaltung bildete den Abschlu� der Kampagne "Eine Region  
hilft Folteropfern", mit der die ai-Bezirksgruppe Ulm seit Januar zur  
Unterst�tzung von Folteropfern aufgerufen hatte. An der Kampagne  
beteiligten sich zahlreiche Musiker, Schauspieler und Literaten aus der  
Region. Zusammen mit Referaten und Informationsgespr�chen von ai- 
Mitgliedern und Mitarbeitern des Behandlungszentrums sorgten die  
K�nstleraktionen f�r rege Diskussionen �ber das Thema Folter in der Ulmer  
Bev�lkerung.



Erfahrungsaustausch

Die amnesty-Gruppe aus Berlin-K�penick hat 21 junge ai-Mitglieder aus neun  
europ�ischen L�ndern zu einem Treffen nach Berlin eingeladen. Die  
Jugendlichen wollen sich �ber ihre Arbeit zu Menschenrechtsverletzungen in  
aller Welt austauschen. Ihr "Ferienprogramm" in Berlin sieht neben einem  
intensiven Erfahrungsaustausch auch Protestaktionen gegen Folter in der  
T�rkei sowie Besuche von zwei Berliner Gymnasien. "Meine Freunde haben  
nicht die Arbeit bekommen, die sie wollten, weil sie �ffentlich �ber  
Mi�handlungen in Gef�ngnissen informierten", begr�ndet ein 20j�hriger  
Student aus Albanien sein Engagement f�r amnesty.





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Aus: ai-Journal September 1996
(c) amnesty international 1996

Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international.  Redak-
tion: Harald Gesterkamp (hgesterk@amnesty.cl.sub.de, Telefon 0228/
98373-46).

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