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Started by Guido Gabriel
Sat, 06 Jan 1996 00:00
ai/Journal: AKTIONEN 1/96
Author: Guido Gabriel
Date: Sat, 06 Jan 1996 00:00
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------------------------------------------------------------------ amnesty international AI-JOURNAL ------------------------------------------------------------------ 01/96 - aktion.doc Plakatw�nde in Frankfurt Um den 10. Dezember herum lie�en Frankfurter ai-Mitglieder 18 Plakatw�nde im Stadtzentrum durch K�nstler gestalten. Verschiedene Stile und Ideen, das Thema Menschenrechte umzusetzen, ergaben ein buntes Bild: F�r den ZEIT- Karikaturisten Olaf Rademacher d�rfte schon das Format von zwei mal drei Metern eine Herausforderung gewesen sein. Andere haben sich statt des Federstrichs der Computergrafik oder der Malerei bedient. Brigita Krause- Photo forderte die Passanten sogar zum Mitmachen auf: Vor ihrem �berwiegend wei�en Plakat hingen Stifte. So sollten Vor�bergehende ihre eigenen Gedanken zum Thema Menschenrechte aufschreiben k�nnen. Ein Plakat wurde von acht Sch�lerinnen und Sch�lern gestaltet. Da die Plakate bis zu 14 Tage lang mitten in Frankfurt und in U-Bahn-Verkehrsknotenpunkten hingen, haben Zehntausende die W�nde betrachtet. In der Einkaufsmeile "Zeil" ragten bei einer Demonstartion am 9. Dezember einige der Menschenrechtler als Stelzenl�ufer aus der Menschenmenge heraus - ein Bild auch f�r die "Tagesschau" am Vorabend des Internationalen Tages der Menschenrechte. Politiker sammeln f�r ai In N�rnberg haben 24 Lokalpolitiker aus allen Parteien bei Passanten auf der Stra�e mit Sammeldosen um eine Spende f�r die Menschenrechtsorganisation gebeten. Bei der Aktion kamen insgesamt knapp 3000 Mark f�r amnesty international zusammen. Unter den Politikern waren sowohl Stadtr�te als auch Bundestagsabgeordnete. Parallel zu der Sammlung machten ai-Mitglieder auf das Schicksal verfolgter Menschenrechtler in aller Welt aufmerksam. Zu einer �hnlichen Aktion rief auch die Bayreuther ai-Gruppe auf. Auch sie konnte Kommunalpolitiker von CSU bis Gr�ne dazu bewegen, f�r ai zu sammeln. In Bayreuth widmete man sich dem Thema Menschenrechtsverletzungen an Kindern und Jugendlichen. Faxe gegen "Verschwindenlassen" Mit mehr als 120 Faxbriefen haben W�rzburger B�rger an einem Informationsstand nach dem Schicksal von "Verschwundenen" im ehemaligen Jugoslawien gefragt. Adressaten der Protestschreiben waren Bundesau�enminister Klaus Kinkel, der serbische Pr�sident Slobodan Milosevic sowie der kroatische Pr�sident Franco Tudjman. Seit Start der Kampagne im Oktober finden in vielen deutschen St�dten Veranstaltungen und Aktionen gegen das "Verschwindenlassen" in Ex-Jugoslawien statt. Aktionen f�r verfolgte Kinder Mit vielf�ltigen Aktionen machten ai-Mitglieder in ganz Deutschland auf die Rechte der Kinder und auf Menschenrechtsverletzungen an Kindern und Jugendlichen aufmerksam. In Kiel veranstalteten ai-Mitarbeiter einen Malwettbewerb zum Thema Menschenrechte in der Stadtb�cherei, in Nettetal fand eine gro�e Briefaktion mit Appellen in alle Welt statt. Auch ai- Mitglieder in Bamberg machten zum 20. November, sechs Jahre nach der Verabschiedung der UNO-Konvention �ber die Rechte des Kindes, auf �bergriffe gegen Minderj�hrige aufmerksam. ai dokumentierte dazu Inhaftierungen, Ermordungen und Folterungen an Kindern und Jugendlichen und bot die M�glichkeit, mit Briefen und Faxen an die verantwortlichen Regierungen dagegen zu protestieren. Eine besondere Aktion hatten sich auch ai-Aktive aus Osnabr�ck �berlegt: Sie putzten mitten in der Stadt Passanten die Schuhe. So machten sie auf das Schicksal von Stra�enkindern in Lateinamerika aufmerksam, zu deren Alltag das Schuhputzen genauso wie die Repression geh�rt. Allein in Brasilien werden jedes Jahr mehr als 100 Stra�enkinder ermordet. Auch auf verfolgte Kinder in Indien und den Philippinen machten die Osnabr�cker aufmerksam. Das Schuhputzen war kostenlos, allerdings folgten viele Passanten der Bitte um eine Spende. Besuch beim t�rkischen Botschafter Barbara Neppert und Johannes Afflerbach von der T�rkei-Koordinationsgruppe sowie ai-Generalsekret�r Volkmar Deile trafen Ende November mit dem neuen t�rkischen Botschafter Volkan Vural zusammen, um �ber die Menschenrechte in der T�rkei zu diskutieren. Dabei wies Vural auf mehr als 100 Freilassungen nach der �nderung des Artikels 8 des Anti-Terror-Gesetzes hin. Den ai-Vertretern was diese positive Entwicklung - die dadurch eingeschr�nkt wird, da� vielen der Freigelassenen ein neuer Proze� droht - nicht genug. Sie forderten die Freilassung aller gewaltlosen politischen Gefangenen und dr�ngten auf ein Ende der Folter und der Praxis des "Verschwindenlassens". Zu einer Meinungsverschiedenheit kam es auch bei der Einsch�tzung der Kurdischen Arbeiterpartei PKK: W�hrend Volkan Vural erwartete, da� amnesty international die PKK als "Terroristen" bezeichnet, machten die ai-Vertreter darauf aufmerksam, da� amnesty weder bei menschenrechtsverletzenden Regierungen noch bei bewaffneten Oppositionsgruppen von "Terroristen" spricht. Tibeter zu Besuch Gemeinsam mit der Tibet-Initiative organisierten ai-Mitglieder aus D�sseldorf eine Veranstaltung mit dem tibetischen M�nch Palden Gyatso. Der 64j�hrige berichtete eindrucksvoll von seiner Haft in chinesischen Gef�ngnissen und Arbeitslagern seit 1959. Weil er auch im Gef�ngnis die Besetzung Tibets durch chinesische Truppen kritisiert hatte, mu�te er immer wieder neue Strafen antreten. Mehrfach wurde er gefoltert. Unter anderem waren ihm alle Z�hne ausgeschlagen worden. Eine italienische Gruppe hatte Palden Gyatso seit 1984 betreut, britische ai-Mitglieder hatten ihm nach der Freilassung 1992 einen Zahnersatz bezahlt. Den Einsatz von ai hat Gyatso als sehr hilfreich empfunden: Schon kurz nach den ersten Briefen an die chinesischen Beh�rden wurde er besser behandelt: "Meine Folterer boten mir pl�tzlich Tee und Kekse an", sagte er. Der heute in Indien lebende M�nch appellierte an alle Anwesenden, sich weiter mit Briefen an die deutsche und chinesische Regierung gegen die Menschenrechtsverletzungen in Tibet zu engagieren. ------------------------------------------------------------------ Aus: ai-Journal Januar 1996 (c) amnesty international 1995 Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international. Redak- tion: Harald Gesterkamp (hgesterk@amnesty.cl.sub.de, Telefon 0228/ 98373-46). amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Nationales Sekretariat, 53108 Bonn (Heerstrasse 178, 53111 Bonn) Telefon (02 28) 9 83 73-0, Telefax (02 28) 63 00 36 - Spendenkonto 80 90 100 bei allen Banken, Sparkassen sowie dem Postgiroamt Koeln ------------------------------------------------------------------ ai-de@amnesty.cl.sub.de
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