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1 total messages Started by Guido Gabriel Sat, 17 Feb 1996 00:00
ai/Journal: MAROKKO Briefe gegen das Vergessen
#41
Author: Guido Gabriel
Date: Sat, 17 Feb 1996 00:00
86 lines
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amnesty international                                   AI-JOURNAL
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02/96 - bgdv.doc

Briefe gegen das Vergessen

Marokko

Abraham Serfaty

Nach seiner Freilassung aus dem Gef�ngnis im September 1991 wurde Abraham  
Serfaty ausgewiesen. Der Bergbauingenieur ist heute 69 und gilt als einer  
der am l�ngsten inhaftierten gewaltlosen politischen Gefangenen in  
Marokko. Nachdem er 1974 festgenommen worden war, wurde er 1977 in einem  
Massenproze� gegen 170 Mitglieder der verbotenen marxistischen Gruppierung  
"Ila'l Amam" (Vorw�rts) zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.  
Die "Ila'l Amam" setzt sich f�r das Recht auf Selbstbestimmung der in der  
Westsahara lebenden Menschen ein. 1975 war die ehemalige spanischen  
Kolonie Westsahara von Marokko annektiert worden. Die Anklagen, die gegen  
Abraham Serfaty erhoben wurden, lauteten auf "Verschw�rungsversuch gegen  
die Monarchie" und "Staatsgef�hrdung". Im August und September 1991 wurden  
Abraham Serfaty und weitere gewaltlose politische Gefangene, die mit ihm  
verurteilt worden waren, aufgrund einer Amnestie freigelassen. Abraham  
Serfaty ist jedoch der einzige, der ausgewiesen wurde und nicht in sein  
Heimatland zur�ckkehren darf. Er konnte gegen die Zwangsausweisung weder  
ein Rechtsmittel einlegen oder die Rechtm��igkeit vor einem marokkanischen  
Gericht anfechten. Zur Zeit lebt er in Frankreich.

amnesty international wendet sich gegen Zwangsausweisungen, wenn sie wegen  
der politischen oder religi�sen �berzeugung, der ethnischen Herkunft, des  
Geschlechts, der Hautfarbe oder der Sprache einer Person erfolgen. amnesty  
international ist der Auffassung, da� Abraham Serfaty wegen seiner  
politischen Ansichten ausgewiesen wurde und fordert die marokkanischen  
Beh�rden auf, ihn nach Marokko zur�ckkehren zu lassen.

Bitte schreiben Sie h�flich formulierte Briefe an den marokkanischen  
Justizminister, in denen Sie darauf dringen, da� Abraham Serfaty erlaubt  
wird, in sein Heimatland zur�ckzukehren. Schreiben Sie in gutem Arabisch,  
Franz�sisch oder auf deutsch an:

M. Abderrahmane Amalou
Ministre de la Justice
Minist�re de la Justice
Palais de la Manounia
Rabat
MAROKKO
Telefax: c/o Ministry of Interior: 00212 7 763011

Bitte senden Sie eine Kopie Ihres Schreibens an die Botschaft in Ihrem  
Land:

Kanzlei der Botschaft des K�nigreichs Marokko
S. E. Herrn Abdelaziz Benjelloun
Gotenstra�e 7-9
D - 53175 Bonn
Telefax: (0228) 35 78 94

Kanzlei der Botschaft des K�nigreichs Marokko
Helvetiastr. 43
CH - 3005 Berne/Bern
Telefax: +41 31 430364

Botschaft des K�nigreichs Marokko
Untere Donaustr. 13-15/6.Stock
A - 1020 Wien
Telefax: (02 22) 216 79 84


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Aus: ai-Journal Februar 1996
(c) amnesty international 1996

Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international.  Redak-
tion: Harald Gesterkamp (hgesterk@amnesty.cl.sub.de, Telefon 0228/
98373-46).

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