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Started by Guido Gabriel
Sat, 17 Feb 1996 00:00
ai/Journal: FEEDBACK 2/96
Author: Guido Gabriel
Date: Sat, 17 Feb 1996 00:00
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------------------------------------------------------------------ amnesty international AI-JOURNAL ------------------------------------------------------------------ 02/96 - feedback.doc Spanien schafft Todesstrafe ab Nun ist es auch juristisch eindeutig: 20 Jahre nach dem Tode von Diktator Francisco Francos wurde in Spanien die Todesstrafe vollst�ndig aus den Gesetzb�chern verbannt. Bei einer Verfassungsreform 1978 war die Todesstrafe bereits f�r gew�hnliche Verbrechen abgeschafft worden; sie blieb aber im milit�rischen Strafrecht f�r den Kriegsfall erhalten. Nach jahrelanger Lobbyarbeit von amnesty international wurde im April 1995 ein Gesetzentwurf zur vollst�ndigen Abschaffung der Todesstrafe eingebracht. 1986 war ein �hnlicher Entwurf noch mehrheitlich abgelehnt worden. Anders jetzt: Gegen Jahresende besiegelte der K�nig mit seiner Unterschrift das Gesetz, dem Kongre� und Senat schon zugestimmt hatten. Die letzte Vollstreckung eines Todesurteils fand am 17. September 1975 statt: Damals hatte ein Erschie�ungskommando f�nf M�nner wegen Mordes hingerichtet. Spanien ist das 55. Land der Welt, das die Todesstrafe f�r alle Delikte abgeschafft hat. In 15 Staaten ist die Todesstrafe nur noch im Kriegsrecht verankert, 30 weitere L�nder haben sich faktisch von der Todesstrafe verabschiedet und vollstrecken seit �ber zehn Jahren keine Todesurteile mehr. Damit haben inzwischen mehr als die H�lfte aller Staaten die Todesstrafe in der Praxis abgeschafft. Ruanda: Menschenrechtler frei Wieder aufgetaucht: Der ruandische Menschenrechtler Jean-Baptiste Barambirwa, der Anfang Dezember nach dem Besuch einer Konferenz "verschwunden" war (ai-Journal, 1/96), wurde am Abend des 12. Dezember aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Barambirwa hatte auf der Veranstaltung eine Rede �ber das mangelhafte Justizwesen und �ber Menschenrechtsverletzungen in Ruanda gehalten. Nach seiner Festnahme war er mehrere Tage lang auf einer Polizeiwache im Osten Kigalis zu seiner Rede verh�rt worden. Vermutlich war internationaler Druck f�r seine Freilassung verantwortlich: amnesty international hatte eine Eilaktion f�r Jean-Baptiste Barambirwa gestartet. Brasilien: Zeuge gesch�tzt Sicher im Ausland: Wagner dos Santos, Zeuge und �berlebender des Candelaria-Massakers in Rio de Janeiro im Juli 1993 (ai-Journal, 12/1995), hat endlich den n�tigen Schutz erhalten. Aufgrund seiner Aussage konnten vier M�nner, unter ihnen drei Polizisten, angeklagt werden. Bei dem Massaker waren acht Kinder und Jugendliche erschossen worden. Wagner dos Santos �berlebte, erhielt aber nach seiner belastenden Aussage Drohungen von Milit�rpolizisten. Bei einem zweiten Mordanschlag wurde er schwer verletzt. Dos Santos mu�te untertauchen, sagte aber dennoch vor Gericht gegen die Polizisten aus. amnesty international hat in den vergangenen zwei Jahren sieben Eilaktionen zum Schutz von Wagner dos Santos gestartet. Schlie�lich mit Erfolg: Die brasilianischen Beh�rden, die jahrelang nur halbherzig Schutzvorkehrungen f�r Wagner dos Santos eingeleitet haben, sorgten jetzt daf�r, da� der Zeuge an einen sicheren Ort au�erhalb Brasiliens gebracht wurde. amnesty international fordert ein landesweites Programm zum wirksamen Schutz von Zeugen, so da� sie unbehelligt gegen Verantwortliche f�r Menschenrechtsverletzungen aussagen k�nnen. Nigeria: Vier Freilassungen Wieder auf freiem Fu�: Am Neujahrstag haben Nigerias Machthaber vier Regierungskritiker - Gewerkschafter sowie Mitarbeiter des inhaftierten Wahlsiegers von 1993, Moshood Abiola - aus der Haft entlassen. Das Milit�rregime, das die Existenz politischer Gefangener leugnet, steht seit den Hinrichtungen von Ken Saro-Wiwa und acht anderen B�rgerrechtlern unter internationalem Druck. In einer Ansprache bat Staatschef Abacha Presseberichten zufolge darum, "gewisse Ereignisse" zu "�bersehen". Die Repressionen gehen trotz der Freilassungen weiter: Viele Oppositionelle, Angeh�rige des Ogoni-Volkes, Gewerkschafter und Journalisten sind weiterhin inhaftiert. Auch 1996 gab es wieder Festnahmen und Anschl�ge auf Regierungskritiker. "Abtr�nniger" entgeht Hinrichtung Ein Jahr Gef�ngnis statt Hinrichtung: In einem Berufungsverfahren hoben Richter in Sharjah einen Urteilsspruch aus erster Instanz auf, nach dem der in den Vereinigten Arabischen Emiraten lebende Iraner Hassan Ghulam Hussain Dana zum Tode verurteilt worden war. Der iranische Gesch�ftsmann war unter Bezug auf das islamische Recht, die Scharia, als "abtr�nnig vom Glauben" verurteilt worden, weil er sich in einem Verh�r als "Prophet" bezeichnet hatte. Auch der iranische Generalkonsul in den Emiraten hatte gegen die geplante Hinrichtung protestiert und erkl�rt, Hassan Ghulam Hussain Dana sei von iranischen �rzten schon fr�her wegen Schizophrenie behandelt worden. Nach der neuen Entscheidung mu� der Verurteilte nach Verb��ung der Strafe das Land verlassen. Neue Hoffnung f�r Folteropfer Pl�tzlich war das n�tige Geld doch noch vorhanden: Die Europ�ische Union hat nach Intervention des Europaparlaments die geplanten Mittel f�r die Rehabilitation von Folteropfern in ihren Haushalt eingestellt. Zuvor sollten die Mittel von geplanten elf Millionen ECU auf nur noch zwei Millionen gek�rzt werden - eine Entscheidung, die heftige Proteste ausgel�st hatte (ai-Journal, 1/96). ------------------------------------------------------------------ Aus: ai-Journal Februar 1996 (c) amnesty international 1996 Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international. Redak- tion: Harald Gesterkamp (hgesterk@amnesty.cl.sub.de, Telefon 0228/ 98373-46). amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V. Nationales Sekretariat, 53108 Bonn (Heerstrasse 178, 53111 Bonn) Telefon (02 28) 9 83 73-0, Telefax (02 28) 63 00 36 - Spendenkonto 80 90 100 bei allen Banken, Sparkassen sowie dem Postgiroamt Koeln ------------------------------------------------------------------ ai-de@amnesty.cl.sub.de - 2 -
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