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1 total messages Started by Guido Gabriel Sat, 17 Feb 1996 00:00
ai/Journal: GUINEA Opposition unerwuenscht
#50
Author: Guido Gabriel
Date: Sat, 17 Feb 1996 00:00
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amnesty international                                   AI-JOURNAL
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02/96 - guinea.doc



Guinea

Opposition unerw�nscht

Die Wahrung der Menschenrechte hatte Pr�sident Lansana Cont� versprochen,  
als er 1984 in Guinea die Macht �bernahm. Willk�rhaft, Folter und  
Mi�handlung in Gef�ngnissen, politische Morde und das "Verschwindenlassen"  
von Regimegegnern w�hrend der seither vergangenen zw�lf Jahre zeigen, da�  
es den Machthabern mit ihrem Versprechen von damals nicht ernst war.



Oppositionelle haben es nach wie vor schwer in Guinea. Und das, obwohl die  
Verfassung von 1990 einige bedeutende Menschenrechtsgarantien wie die  
Versammlungsfreiheit oder das Recht auf Gr�ndung politischer Parteien  
vorsieht. G�ngige Methoden, um Dissidenten einzusch�chtern, sind  
Willk�rhaft, Mi�handlung und Folter. In den Haftzentren werden sie oftmals  
unter elenden Bedingungen gefangengehalten. Mit F�kalien �bers�te, dunkle,  
enge und ohne ausreichende Bel�ftung versehene Zellen haben bereits das  
Leben mehrerer hundert Gefangener gekostet. Hinzu kommt, da� viele  
Inhaftierte der "di�te noire" - der "schwarzen Di�t" - unterworfen werden:  
Dabei werden den Gefangenen solange jegliche Nahrung und Wasser entzogen,  
bis sie verhungern oder kaum noch lebensf�hig sind.

Vor den Parlamentswahlen im Juni 1995 spitzte sich die Lage noch zu: Immer  
wieder wurden Vertreter der wichtigsten Oppositionsparteien von  
Sicherheitskr�ften festgenommen und f�r kurze Zeit inhaftiert. Selbst noch  
so abstruse Anschuldigungen reichten daf�r aus. Mamadi Sanoh, ein Anh�nger  
der oppositionellen Vereinigung des Volkes von Guinea (RPG), wurde  
f�nfzehn Tage lang inhaftiert, weil er Mitglieder der Pr�sidentengarde  
angeblich mit Hunden verglichen haben soll. Fanta Cond�, ebenfalls RPG- 
Anh�ngerin, beschuldigte man, einen ihrer Hunde nach dem Staatspr�sidenten  
benannt zu haben. Doch Bekannte von Fanta Cond� erkl�rten, da� diese  
�berhaupt keine Tiere besitze.

Auch politisch nicht aktive B�rger sind Opfer von willk�rlichen  
Verhaftungen geworden. Im Juni 1993 wurden neun Arbeiter, darunter f�nf  
Staatsb�rger aus Sierra-Leone, verhaftet und mehrere Tage lang in einem  
Erdloch nahe der Stadt Kip� gefangengehalten und mi�handelt. Nur durch  
Zufall wurden sie entdeckt. Der Offizier, der ihre Verhaftung angeordnet  
hatte, wurde zwar ins Hauptquartier der Gendarmerie zitiert, hat sich aber  
f�r seine Tat bis heute nicht verantworten m�ssen.

�hnlich wie vielen Oppositionellen ergeht es auch Journalisten, die mit  
Einsch�chterungsma�nahmen daran gehindert werden sollen, da� sich die  
nationale und internationale �ffentlichkeit ein zutreffendes Bild von der  
Menschenrechtssituation im Lande machen kann. Im Oktober 1992 mu�te Foday  
Fofona, Korrespondent von BBC und Reuters, f�r einen Monat ins Gef�ngnis  
der Hauptstadt Conakry. Grund f�r seine Inhaftierung war ein Bericht �ber  
die milit�rische Ausbildung von regierungstreuen liberianischen Soldaten  
durch guineische Offiziere.

Doudou Traor� wurde w�hrend einer Demonstration der RPG im Juni 1995  
festgenommen. Nachdem er mehrere Tage gefangengehalten worden war,  
berichtete er �ber seine Festnahme: "Sobald ich mit meiner Kamera aus dem  
Wagen gestiegen war, zeigte ein Offizier einer Spezialeinheit auf mich und  
sagte: 'Das ist ein Kameramann von der BBC. Er nimmt Bilder auf, die im  
Ausland gesendet werden und dort unser Land dikreditieren sollen. Er  
sollte zusammengeschlagen und get�tet werden, sobald es dunkel wird.'"  
Offenbar soll durch Festnahmen und Einsch�chterungen versucht werden,  
unabh�ngige journalistische Arbeit zu verhindern.

Wie gro� die Bereitschaft zur Gewalt ist, zeigen auch die zahlreichen  
staatlich angeordneten �bergriffe gegen Studenten. Ohne Vorwarnung  
er�ffneten Sicherheitskr�fte 1990 das Feuer auf friedlich demonstrierende  
Studenten auf dem Universit�tscampus in Conakry. Ein Student wurde  
get�tet, mehrere Personen verletzt. Angesichts der nicht abnehmenden Zahl  
von politisch motivierten �bergriffen bezweifelt amnesty international,  
da� die Regierung das Ziel verfolgt, die Menschenrechtssituation zu  
verbessern.

W�hrend der vergangenen drei Jahre sind au�erdem F�lle bekannt geworden,  
in denen Sicherheitskr�fte die �ffentliche Lynchjustiz von mutma�lichen  
Kriminellen unterst�tzten, indem sie der aufgebrachten Menge Gefangene  
auslieferten. Hintergrund f�r die F�lle, in denen die Bev�lkerung zur  
Selbstjustiz griff, ist die stark angestiegene Kriminalit�tsrate in  
Guinea. Um ihrer Herr zu werden, hat die Justiz in j�ngster Zeit vermehrt  
Todesurteile verh�ngt, die jederzeit vollstreckt werden k�nnen.  
Gnadengesuche der Verurteilten wurden bisher abgelehnt.

Heike Weidenhaupt





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Aus: ai-Journal Februar 1996
(c) amnesty international 1996

Verbreitung nur mit Genehmigung von amnesty international.  Redak-
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