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Started by Guido Gabriel
Sat, 20 Jan 1996 00:00
ai/Presse: DEUTSCHLAND Polizeiuebergriffe
Author: Guido Gabriel
Date: Sat, 20 Jan 1996 00:00
Date: Sat, 20 Jan 1996 00:00
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-------------------------------------------------------------------------- amnesty international PRESSEMITTEILUNG -------------------------------------------------------------------------- Zur sofortigen Veroeffentlichung frei! amnesty: Recherchen zu Polizeiuebergriffen bestaetigt =================================================== Menschenrechtsorganisation fordert Veroeffentlichung des internen Berichts Bonn/London, den 17. Januar 1996 - Die Menschenrechtsorganisation amnesty inter naional begruesst, dass eine interne Studie den ai-Bericht "Auslaender als Opfer - Polizeiliche Misshandlungen in der Bundesrepublik Deutschland" vom Mai 1995 grundsaetzlich zu bestaetigen scheint. Die von der Innenministerkonferenz in Auftrag gegebene und bisher nicht veroeffentlichte 150seitige Studie "Belastungen und Gefaehrdungen von Polizeibeamtinnen und -beamten im alltaeglichen Umgang mit Fremden", an deren Erstellung die Polizeifuehrungsakademie in Muenster-Hiltrup beteiligt war, kommt einem Fernsehbericht zufolge zu dem Ergebnis, dass Polizeiuebergriffe gegen Auslaender - darunter auch die im ai-Bericht beschriebenen koerperlichen Misshandlungen - in Deutschland "keine blossen Einzelfaelle" seien. Mit dem Argument der Einseitigkeit war der ai-Bericht im vergangenen Jahr von Politikern und der Gewerkschaft der Polizei pauschal als uebertrieben zurueckgewiesen worden. Der ai-Bericht vom Mai 1995 hatte von politischer Seite lauten Protest hervorgerufen. Bundesinnenminister Manfred Kanther, die Innenministerkonferenz und andere Politiker, etwa der Berliner Innensenator Dieter Heckelmann sowie Abgeordnete des Deutschen Bundestages hatten die Untersuchung als unrichtig und unzuverlaessig, als "masslos" oder "absurd" kritisiert. Damit sollte versucht werden, oeffentlich die Zuverlaessigkeit der Recherchen von amnesty international in Zweifel zu ziehen. Die Menschenrechtsorganisation unterstrich bei dieser Gelegenheit noch einmal, dass sie an der Glaubwuerdikeit der dokumentierten 70 Uebergriffe zwischen Januar 1992 und Maerz 1995 weiterhin keinerlei Zweifel hat. amnesty international forderte, die Studie sofort zu veroeffentlichen und damit zu beginnen, die Empfehlungen und Forderungen der Menschenrechtsorganisation in die Tat umzusetzen. ai hat angeregt, zu jeder Person waehrend der Haft eine Art Protokoll zu fuehren, das beispielsweise ueber den Grund der Inhaftierung und die Behandlung im Gewahrsam Auskunft gibt. Ueberdies sollten Menschenrechtsaspekte in der Ausbildung der Polizei ein groesseres Gewicht bekommen. Staatsanwaelte sollten es als ihre Pflicht ansehen, persoenlich die Befragung der Opfer, der tatverdaechtigen Polizeibeamten und der sonstigen Zeugen vorzunehmen und gegebenenfalls selbst den Tatort besichtigen. Statt einer vorschnellen Einstellung der Ermittlungen sollte bei einer glaubwuerdigen Schilderung der Uebergriffe durch das Opfer der Fall den Gerichten zur Entscheidung uebergeben werden. Gemeldete Vorwuerfe sollten ausserdem von den Polizeibehoerden unverzueglich an die Staatswanwaltschaften weitergeleitet werden. Wenn Sie Nachfragen oder Interviewwuensche haben, wenden Sie sich bitte an: amnesty international Telefon + 49 - (0)228 - 98373-36 / - 0 - Pressestelle - Telefax + 49 - (0)228 - 630036 53108 Bonn E-Mail: press-de @ amnesty.cl.sub.de
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