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1 total messages Started by Guido Gabriel Sun, 20 Apr 1997 00:00
ai UA099/97 KOLUMBIEN Sicherheit/"Verschwinden" -28.05.
#100
Author: Guido Gabriel
Date: Sun, 20 Apr 1997 00:00
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+ Elektronische Verbreitung nur mit Genehmigung von     +
+ amnesty international zulaessig.                      +
+ Kontakt:   Guido Gabriel, ggabriel@amnesty.cl.sub.de  +
+            Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK)  +
+            Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+            Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada)   +
+-------------------------------------------------------+

amnesty international  - URGENT ACTION
UA 99/97      ai-Index: AMR 23/22/97      11. April 1997 - md

MUTMASSLICHER STAATLICHER MORD
SORGE UM SICHERHEIT
"VERSCHWINDENLASSEN"

Kolumbien:      Zivilbev�lkerung im Norden des Departements Choc� und im
                S�dwesten der Region Urab� im Departement Antioquia:

                get�tet:      Jos� David, C�sar P�rez, El�as Zapata,
                              Eliodoro Zapata, Alberto Valle,
                              F�lix Antonio Valle (14 Jahre alt),
                              Carlos Torres, Leonardo Panesso und           
                              Bernardo Panesso

                entf�hrt:     Ovidio Torres (Priester)

Bei dem gemeinsamen Vorgehen der kolumbianischen Armee mit  
paramilit�rischen Einheiten im Departement Choc� und in der Region Urab�  
im Departement Antioquia sind mehrere Zivilisten ums Leben gekommen.  
Andere wurden ebenfalls mit dem Tode bedroht, falls sie die Region nicht  
verlassen sollten. Folgende Meldungen geben Anla� zu gro�er Sorge um die  
Sicherheit der Zivilbev�lkerung in diesen Regionen, da die Milit�raktionen  
dort weiter andauern:

Am 27. M�rz 1997 erschienen etwa 30 Mitglieder einer paramilit�rischen  
Einheit Berichten zufolge im Dorf San Jos� de Apartad� (Gemeindebezirk  
Apartad�, Departement Antioquia). Nach dem Befragen der Bewohner lie�en  
sie die Nachricht zur�ck, da� alle Spitzel der Guerrilla get�tet w�rden  
("a los sapos de la guerrilla los vamos a matar").

Ebenfalls am 27. M�rz 1997 wurde Jos� David in der Gemeinde La Uni�n  
offenbar von einer Patrouille der Milit�rs bzw. der Paramilit�rs  
verschleppt. Am darauffolgenden Tag wurde er umgebracht. Dem Leichnam zog  
man dann eine Milit�runiform an und brachte ihn in einem Armeehubschrauber  
weg. (Offenbar werden viele Opfer unter der Zivilbev�lkerung den Medien  
als Gefallene im Kampf der Sicherheitskr�fte gegen die Guerrilla  
pr�sentiert) Die Mitglieder der Patrouille sollen zu der ans�ssigen  
Bev�lkerung gesagt haben, da� die Paramilit�rs und die Armee alle t�ten  
w�rden ("acabarlos a todos").

Am 28. M�rz 1997 betraten Soldaten den Ort La Uni�n, verschafften sich  
gewaltsam Eintritt in die Wohnungen und bedrohten die Einwohner, da sie  
trotz Aufforderung noch dageblieben seien ("les dijimos que se fueran y no  
han hecho caso. Detr�s de nosotros vienen los que cortan por pedacitos").

Am 29. M�rz 1997 wurden in dem Ort Las Nieves sieben Menschen von einer  
paramilit�rischen Gruppe, die mit den kolumbianischen Streitkr�ften  
zusammenarbeitet, get�tet. Bei den Toten handelt es sich um El�as Zapata,  
seinen Bruder Eliodoro Zapata, Alberto Valle, F�lix Antonio Valle (14  
Jahre alt) sowie zwei ihrer Verwandten unbekannten Namens, die nach den  
Br�dern suchten, und Carlos Torres, der sich auf die Suche nach F�lix  
Antonio Valle gemacht hatte. Auch auf die Mutter der Br�der Zapata wurde  
geschossen, als sie nach ihnen suchte, sie konnte jedoch entkommen. Den  
sieben Leichen zog man dann Tarnuniformen an und legte Waffen neben sie,  
bevor sie von einem Armeehelikopter abtransportiert wurden. Mitglieder  
einer paramilit�rischen Gruppe bedrohten die Einwohner des Ortes und  
drohten, sie umzubringen, falls sie ihre H�user innerhalb von f�nf Tagen  
nicht verlassen sollten.

Am 30. M�rz 1997 er�ffneten Soldaten und Paramilit�rs Berichten zufolge an  
einer gemeinsam errichteten Stra�ensperre im Gebiet Caracol� auf der  
Stra�e von San Jos� de Apartad� nach Apartad� das Feuer auf Kleinbauern  
und verwundeten dabei Didier Restrepo.

Am 1. April 1997 erschienen Armeeangeh�rige zusammen mit Mitgliedern einer  
paramilit�rischen Gruppe im Ort El Guineo im Gemeindebezirk Apartad� und  
t�teten Leonardo Panesso und seinen Bruder Bernardo Panesso.

Meldungen zufolge entf�hrten Paramilit�rs am 5. April 1997 C�sar P�rez und  
t�teten ihn. Am darauffolgenden Tag verschleppten sie den Priester Ovidio  
Torres, dessen Verbleib seitdem unbekannt ist.

Infolge der Milit�roperationen sind mehrere Tausend Zivilisten aus ihren  
Heimatorten geflohen. Allein am 23. Februar 1997 wurden die Bewohner von  
mehr als 15 Gemeinden im Gemeindebezirk Choc� von paramilit�rischen  
Gruppen vertrieben. Mehrere Orte wurden von den Streitkr�ften bombardiert,  
darunter Salaqu�, Tamboral und Pequerr�. Viele suchten daraufhin in Turbo,  
im Norden der Region Urab� im Departement Antioquia Zuflucht, w�hrend  
andere in das Nachbarland Panama geflohen sind (s. EXTRA 50/97).

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Fax- bzw. Telebriefe, Telexe,  
Telegramme oder Luftpostbriefe, in denen Sie

      angesichts der vielen Morde, Mordversuche, F�lle von  
"Verschwindenlassen" und Morddrohungen bei den j�ngsten Aktionen des  
Milit�rs und seiner paramilit�rischen Verb�ndeten sofortige Ma�nahmen zum  
Schutz der Zivilbev�lkerung im Norden des Departements Choc� und im S�den  
der Region Urab� im Departement Antioquia fordern;

      bei den Beh�rden darauf dringen, da� umgehend eine Untersuchung  
dieser Menschenrechtsverletzungen eingeleitet wird, die Ergebnisse  
ver�ffentlicht und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden;

      eine sofortige Untersuchung zur Kl�rung des Verbleibs von Ovidio  
Torres fordern und die Ver�ffentlichung der Untersuchungsergebnisse  
verlangen;

      darauf dringen, da� die Verbindungen zwischen den Sicherheitskr�ften  
und paramilit�rischen Gruppen, die in der Region operieren, Gegenstand  
einer Untersuchung werden, und diejenigen Angeh�rigen der  
Sicherheitskr�fte, die diese Gruppen unterst�tzen, vor Gericht gestellt  
werden;

      die Beh�rden eindringlich auffordern, in �bereinstimmung mit den  
Zusagen der Regierung paramilit�rische Gruppen aufzul�sen.

Bitte weisen Sie in Ihren Appellen an die Gouverneure darauf hin, da� Sie  
Kenntnis davon haben, da� die Guerillakr�fte das humanit�re V�lkerrecht  
verletzen, diese Verst��e jedoch keinesfalls Menschenrechtsverst��e durch  
die kolumbianischen Sicherheitskr�fte und ihre paramilit�rischen  
Verb�ndeten rechtfertigen.

APPELLE AN:

Se�or Presidente Ernesto Samper Pizano, Presidente de la Rep�blica,  
Palacio de Nari�o, Carrera 8 No. 7-26, Santaf� de Bogot�, KOLUMBIEN  
(Pr�sident - korrekte Anrede: Excelent�simo Se�or Presidente)
Telegramme: =tlx44281= presidente samper pizano, bogota, kolumbien
Telex: 035 44281 palp co
Telefax: (0057) 1-286 7434, (0057) 1-287 7939, (0057) 1-289 3377, (0057) 1- 
286 3782; (0057) 1- 284 2186

Dr. Gilberto Echeverri Mej�a, Ministro de Defensa Nacional, Ministerio de  
Defensa Nacional, Avenida El Dorado CAN - Carrera 52, Santaf� de Bogot�,  
KOLUMBIEN (Verteidigungsminister - korrekte Anrede: Se�or Ministro)
Telegramme: =tlx42411= ministro de defensa, bogota, kolumbien
Telexe: 035 42411 inpre co; 035 44561 cfac co   -   Telefax: (00 57) 1-222  
1874

Se�or �lvaro Uribe V�lez, Gobernador del Departamento de Antioquia.  
Gobernaci�n de Antioquia, Calle 42B, no. 52-106, Medell�n, Antioqu�a,  
REPUBLIK KOLUMBIEN
(Gouverneur von Antioquia - korrekte Anrede: Estimado Sr. Gobernador)
Telegramme: gobernador de antioquia, medellin, kolumbien   -   Telefax:  
(00 57) 4-381 1342

Gobernador  del Departamento del Choc�, Gobernaci�n del Choc�, Quibd�,  
Choc�, REPUBLIK KOLUMBIEN (Gouverneur des Departements Choc� - korrekte  
Anrede: Estimado Estimado Gobernador)
Telefax: (00 57) 97 11 777

KOPIEN AN:

Kanzlei der Botschaft der Republik Kolumbien, Friedrich-Wilhelm-Str. 35,  
53113 Bonn
Telefax: (0228) 923 70 37   -   (S.E: Herrn Jorge Juan Bendeck Olivella)

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem  
Spanisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions  
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 28. Mai  
1997 keine Appelle mehr zu verschicken.



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+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an:                   +
+   amnesty international                                    +
+   - Urgent Actions -                                       +
+   D - 53108 Bonn       Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de      +
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