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1 total messages Started by Guido Gabriel Sun, 20 Apr 1997 00:00
ai UA100/97 PERU Drohende Folter -28.05.
#101
Author: Guido Gabriel
Date: Sun, 20 Apr 1997 00:00
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+-------------------------------------------------------+
+ Elektronische Verbreitung nur mit Genehmigung von     +
+ amnesty international zulaessig.                      +
+ Kontakt:   Guido Gabriel, ggabriel@amnesty.cl.sub.de  +
+            Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK)  +
+            Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+            Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada)   +
+-------------------------------------------------------+

amnesty international  - URGENT ACTION
UA 100/97      ai-Index: AMR 46/12/97      14. April 1997 - md

DROHENDE FOLTER

Peru:      Jos� Luis Baz�n Adrianz�n (ehemaliger Agent des
           Armeegeheimdienstes SIE)

amnesty international ist in gro�er Sorge um Jos� Luis Baz�n Adrianz�n,  
einen ehemaligen Agenten des Milit�rgeheimdienstes "Servicio de  
Inteligencia del Ej�rcito" (SIE), der m�glicherweise gefoltert wird.

Jos� Luis Baz�n Adrianz�n wurde am 11. April 1997 von der Polizei  
verhaftet und anschlie�end in eine nicht n�her benannte Milit�reinrichtung  
in Lima gebracht. Ihm droht offenbar die Anklage wegen Fahnenflucht  
("abandono de destino"). Seine Inhaftierung erfolgte wenige Tage, nachdem  
er sich im peruanischen Fernsehen �ber eine als "Grupo Colina" bekannte  
Todesschwadron ge�u�ert hatte. Wie allgemein berichtet wird, sollen dieser  
Todesschwadron SIE-Mitglieder angeh�ren. Jos� Luis Baz�n Adrianz�ns  
Aussagen im Fernsehen erfolgten im Zuge der Berichterstattung �ber die  
Folterung von Frau Leonor La Rosa Bustamente und die Ermordung von Frau  
Mariela Lucy Barreto Riofano, beide ebenfalls Agentinnen des SIE (s. UA 98/ 
97 vom 11. und 14. April 1997).

Peruanische Menschenrechtler, Journalisten und Politiker haben �ffentlich  
ihre Besorgnis um das k�rperliche und geistige Wohlergehen von Jos� Luis  
Baz�n Adrianz�n kundgetan, die noch durch die Vorw�rfe der SIE-Agentin  
Leonor La Rosa Bustamente verst�rkt wird, wonach sie von ihren Kollegen  
gefoltert worden ist, weil sie geheime Pl�ne des SIE preisgegeben haben  
soll.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Laut einem am 13. April 1997 von der peruanischen Tageszeitung "La  
Rep�blica" ver�ffentlichten Artikel hatte Jos� Luis Baz�n Adrianz�n vor  
zwei Jahren Einzelheiten �ber die Umst�nde des Massakers vom November 1991  
in Barrios Altos in Lima mitgeteilt. Damals waren dort 15 M�nner, Frauen  
und Kinder bei einem Fest niedergeschossen worden. Viele haben das Blutbad  
der "Grupo Colina" angelastet, aber die Verantwortlichen sind nie vor  
Gericht gestellt worden.

In den vergangenen Jahren hat amnesty international Tausende F�lle von  
Folter und Mi�handlung dokumentiert, die vor dem Hintergrund des Kampfes  
gegen bewaffnete Oppositionsgruppen von Angeh�rigen der Sicherheitskr�fte  
begangen wurden. Im November 1994 hatte der Ausschu� der Vereinten  
Nationen gegen Folter seine Sorge �ber die Praxis der Folter in Peru zum  
Ausdruck gebracht. Im M�rz dieses Jahres �u�erte sich der  
Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen �ber die Folter erneut in  
diesem Sinne. Nach Kenntnis von amnesty international wurde keiner der  
Folterer bislang zur Rechenschaft gezogen. Die Straflosigkeit der T�ter  
wird nicht nur von den Institutionen geduldet, sondern ist zum Teil sogar  
juristisch verankert. Im Juni 1995 trat ein Amnestiegesetz in Kraft, das  
zum Abbruch der Ermittlungen in allen F�llen von  
Menschenrechtsverletzungen aus dem Zeitraum von 1980 bis 1995 f�hrte.  
Somit wird verhindert, da� die Wahrheit �ber diese Verbrechen aufgedeckt  
wird und den Opfern und Hinterbliebenen Gerechtigkeit widerf�hrt. Auch  
tr�gt die Straflosigkeit zu neuen Menschenrechtsverletzungen bei.

Ereignisse der vergangenen Monate lassen auf eine Verschlechterung des  
Menschenrechtsschutzes in Peru schlie�en. Im besonderen ist amnesty  
international angesichts zahlreicher Meldungen in Sorge, wonach politische  
Gegner und kritische Journalisten wegen der Wahrnehmung ihres Rechts auf  
freie Meinungs�u�erung von Menschenrechtsverletzungen bedroht sind. So  
wurde z.B. General Rodolfo Robles im November 1996 verhaftet, nachdem er  
den SIE beschuldigt hatte, f�r den Anschlag auf die Fernsehstation "Global  
Television" im Departement Puno, der einige Wochen zuvor ver�bt worden  
war, verantwortlich zu sein (s. UA 277/96). Im Dezember 1996 enth�llte die  
peruanische Zeitung "La Rep�blica" den Plan des SIE, gegen  
regierungskritische Journalisten vorzugehen.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Fax- bzw. Telebriefe, Telegramme  
oder Luftpostbriefe, in denen Sie

      Ihre Sorge um die Sicherheit von Jos� Luis Baz�n Adrianz�n zum  
Ausdruck bringen, der sich seit dem 11. April 1997 in Milit�rgewahrsam  
befindet und in Gefahr ist, gefoltert zu werden;

      umgehend wirksame Ma�nahmen fordern, die seine k�rperliche und  
geistige Unver-sehrtheit sicherstellen.

APPELLE AN:

General EP Tom�s Castillo Mesa, Ministro de Defensa, Ministerio de  
Defensa, Avenida Boulevard Monterrico, Lima 33, REPUBLIK PERU
(Verteidigungsminister - korrekte Anrede: Se�or Ministro)
Telegramme: =tlx25438= ministro defensa, lima, peru
Telefax: (00 51) 1-435 9567

Dr Miguel Aljov�n, Fiscal de la Naci�n, Fiscal�a de la Naci�n, Avenida  
Abanacay, 5 cuadre s/n, Lima 1, REPUBLIK PERU
(Generalstaatsanwalt im Ministerio P�blico - korrekte Anrede: Se�or Fiscal  
de la Naci�n)
Telegramme: fiscal de la nacion, lima, peru
Telefax: (00 51) 1-433 2773

KOPIEN AN:

Se�ores, Asociaci�n pro Derechos Humanos (APRODEH), Jir�n Pachacutec 980,  
Lima 11, REPUBLIK PERU (Menschenrechtsorganisation)

Kanzlei der Botschaft der Republik Peru, Godesberger Allee 125, 53175 Bonn
Telefax: (0228) 37 94 75  -  (S. E. Herrn Luis Silva Santisteban Garc�a  
Seminario)

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem  
Spanisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions  
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 28. Mai  
1997 keine Appelle mehr zu verschicken.



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+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an:                   +
+   amnesty international                                    +
+   - Urgent Actions -                                       +
+   D - 53108 Bonn       Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de      +
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