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Started by Guido Gabriel
Sun, 20 Apr 1997 00:00
ai UA103/97 KOLUMBIEN Sicherheit/Morddrohungen -01.06.
Author: Guido Gabriel
Date: Sun, 20 Apr 1997 00:00
Date: Sun, 20 Apr 1997 00:00
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+ Elektronische Verbreitung nur mit Genehmigung von +
+ amnesty international zulaessig. +
+ Kontakt: Guido Gabriel, ggabriel@amnesty.cl.sub.de +
+ Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK) +
+ Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+ Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada) +
+-------------------------------------------------------+
amnesty international - URGENT ACTION
UA 103/97 ai-Index: AMR 23/24/97 16. April 1997 - md
MORDDROHUNGEN / MUTMASSLICHER STAATLICHER MORD
SORGE UM SICHERHEIT
Kolumbien: mit dem Tode bedroht: Fr. Bernardo Villegas , Fr. Diego
Garc�a und Fr. Jes�s Mart�nez (drei Franziskanerbr�der)
sowie 34 Kleinbauern
get�tet: sieben Menschen unbekannten Namens
Vorliegenden Berichten zufolge erschien am 28. M�rz 1997 eine etwa 200
Mann starke paramilit�rische Gruppierung, darunter auch einige
Milit�rangeh�rige und ehemalige Guerrillak�mpfer, in dem Ort Tiquisio im
S�den des Departements Bol�var. Die Gruppe, die sich als "Autodefensas
Campesinas de C�rdoba y Urab� - ACCU" (Selbstverteidigungskr�fte der
Bauern von C�rdoba und Urab�) bezeichnete, hielt zwei Franziskanerbr�der,
Fr. Bernardo Villegas und Fr. Diego Garc�a, 24 Stunden lang im Haus der
Kirchengemeinde von Tiquisio fest und drohte, sie umzubringen, falls sie
die Gegend nicht innerhalb von acht Tagen verlassen haben sollten.
Offenbar waren die Paramilit�rs auf der Suche nach einem dritten Bruder,
Fr. Jes�s Mart�nez, um ihn zu t�ten. Er hielt sich zu der Zeit in einem
Nachbarort auf.
Auf ihrem Weg nach Tiquisio soll die obengenannte paramilit�rische Gruppe
in dem Dorf Tiquisio Nuevo drei junge M�nner get�tet haben. Als die
Paramilit�rs am 28. M�rz 1997 Tiquisio sp�ter wieder verlie�en, brachten
sie in dem Nachbardorf Puerto Coca vor den Augen der Einwohner vier
weitere Menschen um. In einem dritten Ort namens Puerto Rico verteilten
sie eine "schwarze Liste" mit den Namen von 34 Personen, die nach ihrer
Darstellung Kollaborateure der Guerrilla sein sollen und denen sie nach
dem Leben trachten. Nach 24 Stunden verlie�en die M�nner der ACCU die
Gegend wieder und nahmen etwa 600 St�ck Vieh mit, das sie durch die Stadt
Guaranda trieben, obwohl es dort eine Kaserne der Bundespolizei gibt.
Inzwischen haben sehr viele Familien die Region verlassen. Die drei
Franziskaner haben sich entschlossen dort zu bleiben, so da� amnesty
international in gro�er Sorge um ihre Sicherheit ist.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Angeh�rige der kolumbianischen Armee und der Sicherheitskr�fte begehen
zusammen mit ihren paramilit�rischen Hilfstruppen weiterhin schwerste
Menschenrechtsverletzungen, ohne daf�r zur Rechenschaft gezogen zu werden.
In den vergangenen f�nf Jahren sind in Kolumbien mehrere tausend
Zivilisten von paramilit�rischen Gruppen get�tet worden. Obwohl die
kolumbianische Regierung 1989 die rechtliche Grundlage zur Gr�ndung
paramilit�rischer Organisationen aufhob und die kolumbianische Armee
anwies, solche Gruppen aufzul�sen und zu bek�mpfen, ermorden und
verschleppen die paramilit�rischen Organisationen auch weiterhin straffrei
mutma�liche Gegner und genie�en dabei nach wie vor die Unterst�tzung der
Sicherheitskr�fte. Zu den Versprechen von Pr�sident Samper, die
Menschenrechtslage zu verbessern, geh�rt auch die Verpflichtung,
paramilit�rische Truppen aufzul�sen. Bislang sind jedoch keinerlei
Ma�nahmen eingeleitet worden, die Aktivit�ten von paramilit�rischen
Gruppen zu stoppen oder ihre Mitglieder f�r schwere
Menschenrechtsverletzungen zur Verantwortung zu ziehen.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Fax- bzw. Telebriefe, Telexe,
Telegramme oder Luftpostbriefe, in denen Sie
Ihre Sorge um die Sicherheit der Franziskanerbr�der Fr. Bernardo
Villegas, Fr. Diego Garc�a und Fr. Jes�s Mart�nez aus Tiquisio im S�den
des Departements Bol�var zum Ausdruck bringen, nachdem sie von einer
paramilit�rischen Gruppe mit dem Tode bedroht worden sind;
darauf dringen, da� alle erforderlichen Ma�nahmen ergriffen werden,
um ihre Sicherheit zu gew�hrleisten;
die Beh�rden eindringlich auffordern, in �bereinstimmung mit den
Zusagen der Regierung paramilit�rische Gruppen, wie sie auch in der
genannten Region aktiv sind, aufzul�sen, um so die Sicherheit der dortigen
Zivilbev�lkerung und insbesondere der in der "schwarzen Liste" genannten
Menschen zu gew�hrleisten;
bei den Beh�rden darauf dringen, da� umgehend eine umfassende und
unparteiische Untersuchung der Morddrohungen und T�tungen eingeleitet
wird, die Ergebnisse anschlie�end ver�ffentlicht und die Verantwortlichen
vor Gericht gestellt werden;
darauf dringen, da� die Verbindungen zwischen den Sicherheitskr�ften
und paramilit�rischen Gruppen, die in der Region operieren, Gegenstand
einer Untersuchung werden, und diejenigen Angeh�rigen der
Sicherheitskr�fte, die diese Gruppen unterst�tzen, vor Gericht gestellt
werden.
Bitte weisen Sie in Ihren Appellen an den Gouverneur darauf hin, da� Sie
Kenntnis davon haben, da� die Guerillakr�fte das humanit�re V�lkerrecht
verletzen, diese Verst��e jedoch keinesfalls Menschenrechtsverst��e durch
die kolumbianischen Sicherheitskr�fte und ihre paramilit�rischen
Verb�ndeten rechtfertigen.
APPELLE AN:
Se�or Presidente Ernesto Samper Pizano, Presidente de la Rep�blica,
Palacio de Nari�o, Carrera 8 No. 7-26, Santaf� de Bogot�, REPUBLIK
KOLUMBIEN
(Pr�sident - korrekte Anrede: Excelent�simo Se�or Presidente)
Telegramme: =tlx44281= presidente samper pizano, bogota, kolumbien
Telex: 035 44281 palp co
Telefax: (00 57) 1-286 7434, (00 57) 1-287 7939, (00 57) 1-289 3377,
(00 57) 1-286 3782;
(00 57) 1- 284 2186
Dr. Horacio Serpa Uribe, Ministro del Interior, Ministerio del Interior,
Carrera 8a, No. 8-09, Piso 2, Santaf� de Bogot�, REPUBLIK KOLUMBIEN
(Innenminister - korrekte Anrede: Se�or Ministro)
Telegramme: =tlx45406=, ministro del interior serpa, bogota, kolumbien
Telex: 035 45406 mingo co
Telefax: (00 57) 1-281 5884; (00 57) 1-286 0053
Dr. Gilberto Echeverri Mej�a, Ministro de Defensa Nacional, Ministerio de
Defensa Nacional, Avenida El Dorado CAN - Carrera 52, Santaf� de Bogot�,
REPUBLIK KOLUMBIEN
(Verteidigungsminister - korrekte Anrede: Se�or Ministro)
Telegramme: =tlx42411= ministro de defensa, bogota, kolumbien
Telexe: 035 42411 inpre co; 035 44561 cfac co
Telefax: (00 57) 1-222 1874
Gobernador del Departamento de Bol�var, Gobernaci�n de Bol�var, Calle 34
No. 4 21, Cartagena, Bol�var, REPUBLIK KOLUMBIEN
(Gouverneur des Departement Bol�var - korrekte Anrede: Estimado Sr.
Gobernador)
Telegramme: gobernador de bol�var, gobernaci�n de bol�var, koumbien
Telefax: (00 57) 53 651 594
KOPIEN AN:
Comisi�n Intercongregacional de Justicia y Paz, AA 31861, Santaf� de
Bogot�, REPUBLIK KOLUMBIEN (Menschenrechtsorganisation)
Monse�or Alberto Giraldo Jaramillo, Presidente Conferencia Episcopal de
Colombia, AA 12309, Santaf� de Bogot�, REPUBLIK KOLUMBIEN (kolumbianische
Bischofskonferenz)
Kanzlei der Botschaft der Republik Kolumbien, Friedrich-Wilhelm-Str. 35,
53113 Bonn
Telefax: (0228) 923 70 37 - (S.E: Herrn Jorge Juan Bendeck Olivella)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem
Spanisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 1. Juni
1997 keine Appelle mehr zu verschicken.
+------------------------------------------------------------+
+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an: +
+ amnesty international +
+ - Urgent Actions - +
+ D - 53108 Bonn Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de +
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