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Started by Guido Gabriel
Wed, 14 May 1997 00:00
ai EX058/97 TUERKEI Sicherheit -30.05.
Author: Guido Gabriel
Date: Wed, 14 May 1997 00:00
Date: Wed, 14 May 1997 00:00
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+ amnesty international zulaessig. +
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+ Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK) +
+ Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+ Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada) +
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amnesty international - URGENT ACTION
EXTRA 58/97 ai-Index: EUR 44/32/97 25. April 1997 - md
MORDDROHUNGEN / SORGE UM SICHERHEIT
T�rkei: Halil Cabir Karacadagli, Gewerkschafter
Halil Cabir Karacadagli, der Vorsitzende der Gewerkschaft "Tes-Is"
(Gewerkschaft f�r die Besch�ftigten der Energiebetriebe, Wasser- und
Gaswerke) im Bezirk Nr. 2 von Diyarbakir, ist Berichten zufolge von der
Polizei schikaniert und mit dem Tode bedroht worden, nachdem man ihn Ende
1996 inhaftiert und gefoltert hatte. Er hat sich wiederholt geweigert, zu
einem Informanten der Polizei zu werden. In der Vergangenheit sind
Gewerkschafter in der T�rkei wegen ihrer legitimen Aktivit�ten als
gewaltlose politische Gefangene inhaftiert worden oder gar dem
"Verschwindenlassen" bzw. staatlichem Mord zum Opfer gefallen.
Halil Cabir Karacadagli wurde am Abend des 9. November 1996 im Stadtteil
Dagkapi von Diyarbakir von drei Polizisten in Zivil festgenommen.
Zweieinhalb Tage lang weigerten sich die t�rkischen Beh�rden, seine
Inhaftierung zu best�tigen. Zwei Tage vor seiner Festnahme war er von
einem Auto des Typs Renault Toros beschattet worden, das nahe seines
Hauses parkte und ihn dann bis zu seinem B�ro verfolgte. Am Abend seiner
Festnahme wurde sein Wagen von dem Renault und einem zweiten Fahrzeug,
einem Sahin, angehalten. Aus jedem Wagen stiegen drei Polizisten in Zivil
aus, zerrten ihn in den Sahin und fuhren ihn zur Polizeizentrale. Nach
einer kurzen Wartezeit vor der Polizeizentrale wurde er zun�chst in das
staatliche Krankenhaus gebracht, wo sein guter Gesundheitszustand
attestiert wurde. Dann st�lpte man ihm Berichten zufolge seine Jacke �ber
den Kopf und brachte ihn an einen unbekannten Ort.
amnesty international vorliegenden Berichten zufolge zwang man ihn dort,
sich auszuziehen. Dann brachte man ihn auf die Toilette, wo er mit einem
Hochdruckstrahl eiskalten Wassers abgespritzt wurde. Anschlie�end fesselte
man den nassen und frierenden Mann mit Handschellen an eine T�r neben
einem laufenden Ventilator. Er wurde den Angaben zufolge sp�ter erneut mit
Wasser abgespritzt, man quetschte seine Hoden und verpr�gelte ihn schwer.
In den ersten vier Tagen wurde er zwischen den Folterungen mit
Handschellen an eine Zellent�r gefesselt oder man lie� ihn in der
Folterkammer zur�ck, wo er die Schreie anderer Gefolterter h�ren konnte.
St�ndig war auch laute Musik aus einem Radio zu h�ren. Berichten zufolge
dauerten die Folterungen jede Nacht von 23:00 Uhr bis zum fr�hen Morgen.
Die Polizei versuchte Halil Cabir Karacadagli dazu zu bringen, ihr
Informant zu werden. Ein Polizeibeamter sagte zu ihm: "Wir haben bereits
2000 get�tet, du wirst der 2001. sein." Man setzte ihm eine Pistole an den
Kopf und sagte zu ihm "Wir werden dir dein Gehirn wegpusten". Meistens
wurde er durch das Quetschen der Hoden und Tritte in die Nieren gefoltert.
Obwohl er die Augen verbunden hatte, verlor er wegen der Gebetsrufe einer
nahegelegenen Moschee nicht das Zeitgef�hl.
W�hrend seiner Inhaftierung zwang man Halil Cabir Karacadagli mit
verbundenen Augen eine Erkl�rung zu unterschreiben. Als man ihn dann am
22. November 1996 dem Staatssicherheitsgericht in Diyarbakir vorf�hrte,
erfuhr er, da� dieses Papier unter anderem sein Gest�ndnis beinhaltete,
mit der illegalen "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) zusammenzuarbeiten. Er
wurde dann als Untersuchungsh�ftling ins Gef�ngnis gebracht und bei der
ersten Anh�rung vor Gericht im Dezember vergangenen Jahres freigelassen.
Nach seiner Freilassung erhielt Halil Cabir Karacadagli mehrere
Morddrohungen, so da� er z�gerte, die Folter den Beh�rden ordnungsgem��
anzuzeigen. Am 3. April 1997 wurde er sowohl zu Hause als auch im B�ro
wiederholt angerufen und erneut gedr�ngt, ein Polizeispitzel zu werden.
Als er sich weigerte, drohte ihm der anonyme Anrufer, ihn umzubringen.
Halil Cabir Karacadaglis Rechtsanwalt hat inzwischen bei der
Staatsanwaltschaft in Diyarbakir Anzeige erstattet und eine Untersuchung
dieser Morddrohungen beantragt.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Im November vergangenen Jahres liefen viele Eins�tze der Sicherheitskr�fte
in der Provinz Diyarbakir. Eine Reihe von Gewerkschaftern wurde in dieser
Zeit verhaftet. Ende November und im Dezember 1996 ereigneten sich in der
Provinz mindestens elf F�lle von "Verschwindenlassen". Mehrere dieser
"Verschwundenen" wurden sp�ter tot aufgefunden.
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Telexe, Telegramme oder
Luftpostbriefe, in denen Sie
Ihre Sorge angesichts der gemeldeten Morddrohungen gegen den
Gewerkschafter Halil Cabir Karacadagli zum Ausdruck bringen, nachdem er
inhaftiert und eigenen Angaben zufolge gefoltert worden war und sich
geweigert hatte, als Polizeispitzel zu dienen;
darauf dringen, da� diese Vorw�rfe zum Gegenstand einer Untersuchung
und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden.
APPELLE AN:
Diyarbakir Bassavcisi, Bassavciligi, Diyarbakir, REPUBLIK T�RKEI
(Oberstaatsanwalt in Diyarbakir) - Telegramme: bassavciligi,
diyarbakir, t�rkei
Herrn Necati Bilican, Olagan�st� Hal Valisi, Diyarbakir, REPUBLIK T�RKEI
(Gouverneur unter den Bedingungen des Ausnahmezustands)
Telex: 0607 72084 dyva tr, 0607 72090 jasy tr, 0607 72110 ohvt tr
Telegramme: olaganustu hal valisi, diyarbakir, t�rkei
Herrn Yavuz Elbirler, Diyarbakir Emniyet M�d�r�, Diyarbakir, REPUBLIK
T�RKEI (Polizeichef von Diyarbakir) - Telegramme: emniyet muduru,
diyarbakir, t�rkei
KOPIEN AN:
Herrn L�tf� Eseng�n, Basbakanlik, TR-06573 Ankara, REPUBLIK T�RKEI
(Staatsminister f�r Menschenrechte) - Telefax: (0090) 312 417 0476
Kanzlei der Botschaft der Republik T�rkei, Utestra�e 47, 53179 Bonn
Telefax: (0228) 34 88 77 - (S. E. Herrn Volkan Vural)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem
T�rkisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 30. Mai
1997 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/express/airmail letters
in English or your own language:
- expressing concern about the reported death threats against Halil Cabir
Karacadagli, President of Tes-Is Branch No. 2 in Diyarbakir, following his
detention, alleged torture and his refusal to act as police informer;
- urging that these threats be investigated and that those responsible be
brought to justice.
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+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an: +
+ amnesty international +
+ - Urgent Actions - +
+ D - 53108 Bonn Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de +
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