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1 total messages Started by Guido Gabriel Sun, 20 Apr 1997 00:00
ai UA105/97 KAMERUN Folter/Pol. Gefangene -30.05.
#98
Author: Guido Gabriel
Date: Sun, 20 Apr 1997 00:00
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+ Elektronische Verbreitung nur mit Genehmigung von     +
+ amnesty international zulaessig.                      +
+ Kontakt:   Guido Gabriel, ggabriel@amnesty.cl.sub.de  +
+            Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK)  +
+            Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+            Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada)   +
+-------------------------------------------------------+

amnesty international  - URGENT ACTION
UA 105/97      ai-Index: AFR 17/05/97      16. April 1997 - md

FOLTER UND MISSHANDLUNG / MUTMASSLICHE
GEWALTLOSE POLITISCHE GEFANGENE

Kamerun:   Massenverhaftungen und Folterungen:
           George Yimbu (Funktion�r der "Social Democratic Front")
           Mr Njakoy (Mitglied der "Human Rights Defence Group") und
           Sama Richard Ndifang (Gesch�ftsmann und Mitglied der "Human
                Rights Defence Group")

Aus Kameruns zwei englischsprachigen Provinzen, der Nordwest- und der  
S�dwestprovinz, werden Massenverhaftungen gemeldet, nachdem bei �berf�llen  
auf Milit�r-, Polizei-, und Zivileinrichtungen in der Nordwestprovinz  
mehrere Menschen get�tet worden waren. Berichten zufolge sollen bis zu 300  
Personen festgenommen worden sein. Wie es hei�t, wurden viele der  
Inhaftierten mi�handelt oder gefoltert, und sie werden unter miserablen  
Haftbedingungen ohne Kontakt zur Au�enwelt festgehalten. Die meisten von  
ihnen befinden sich in der Zentrale der "Gendarmerie Legion", einer  
paramilit�rischen Polizeieinheit, oder der "Brigade mixte mobile", einer  
mobilen Eingreiftruppe, in Bamenda. Unter den Festgenommenen befinden sich  
viele Mitglieder und Anh�nger von Oppositionsparteien, wie der "Social  
Democratic Front - SDF" (Sozialdemokratische Front), offenbar ohne da� es  
Beweise f�r ihre Beteiligung an Straftaten gibt.

Bewaffnete Gruppierungen haben in der Zeit vom 27. bis 31. M�rz 1997  
�berf�lle in den St�dten Kumbo, Oku, Jakiri, Bamenda, Mbengwi, Bafut und  
Bambui in der Nordwestprovinz ver�bt, um dort Waffen und Munition zu  
rauben. Zehn Menschen, darunter ein Kommandeur der Gendarmerie und zwei  
weitere Gendarmen kamen dabei Meldungen zufolge ums Leben. Bislang hat  
keine Gruppe die Verantwortung f�r diese �berf�lle �bernommen, die  
Beh�rden lasten sie jedoch einer Gruppierung an, welche sich f�r die  
Unabh�ngigkeit der englischsprachigen Provinzen Kameruns einsetzt. Die  
Pr�senz der Sicherheitskr�fte in den beiden Provinzen wurde inzwischen  
verst�rkt und in der Nordwestprovinz eine Ausgangssperre verh�ngt.

Viele der in Kumbo Verhafteten wurden anschlie�end in die Zentrale der  
"Brigade mixte mobile" nach Bamenda gebracht. George Yimbu, der  
Vorsitzende der SDF im Bezirk Bui, der am 30 M�rz 1997 in Kumbo in Haft  
genommen worden ist, soll schwer mi�handelt worden sein, bevor man ihn am  
darauffolgenden Tag nach Bamenda brachte..

Mr. Njakoy, ein Mitglied der "Human Rights Defence Group" (HRDG), einer  
lokalen nichtstaatlichen Menschenrechtsorganisation, wurde in Oku  
verhaftet und dann nach Bamenda gebracht. Berichten zufolge wurde er durch  
Schl�ge am Kopf und im Gesicht verletzt. Sama Richard Ndifang, ein  
Gesch�ftsmann und ebenfalls HRDG-Mitglied, wurde am 1. April 1997  
verhaftet. Meldungen zufolge hat man ihm im Gewahrsam der Gendarmerie  
seinen rechten Fu� abgeschnitten, und er soll sich derzeit im Krankenhaus  
befinden, wo man ihn operiert hatte. Zwar soll der Kommandeur der  
"Gendarmerie Legion" diese Verst�mmelung verurteilt haben, aber es gibt  
keine Hinweise darauf, da� die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen  
wurden. amnesty international bef�rchtet, da� alle Inhaftierten in gro�er  
Gefahr sind, mi�handelt oder gefoltert zu werden.

Soweit bekannt wurde gegen keinen der Festgenommenen bislang Anklage  
erhoben, und es wurden auch noch keine Gr�nde f�r die anhaltende  
Inhaftierung zahlreicher Personen ohne Anklage oder Proze� angegeben.  
Obwohl die Gewalttaten in der Nordwestprovinz ver�bt worden waren, werden  
auch �ber 100 Festnahmen am 2. April 1997 aus Busa in der S�dwestprovinz  
gemeldet. Am 8. April 1997, d.h. �ber eine Woche nach den Vorf�llen,  
wurden auch mehrere Personen Berichten zufolge in Pundong in der  
Nordwestprovinz verhaftet. Festnahmen sowohl in der Nordwest- als auch der  
S�dwestprovinz halten an.

Regierungsgegner sind der Ansicht, da� die Beh�rden die Situation  
mi�brauchen, um Mitglieder und Anh�nger von Oppositionsparteien  
einzusch�chtern und oppositionelle Aktivit�ten in Landesteilen zu  
unterbinden, wo die Opposition im Vorfeld der Parlamentswahlen am 17. Mai  
1997 gro�e Unterst�tzung genie�t.

EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Fax- bzw. Telebriefe, Telegramme  
oder Luftpostbriefe, in denen Sie

      Ihre Best�rzung �ber die gemeldeten Folterungen und Mi�handlungen  
zum Ausdruck bringen, die seit Ende M�rz 1997 in der Nordwestprovinz an  
vielen Inhaftierten ver�bt wurden, und sofortige Ma�nahmen zum Schutz  
aller H�ftlinge vor weiteren Menschenrechtsverletzungen fordern;

      darauf dringen, da� allen Inhaftierten umgehend der Zugang zu einem  
Rechtsanwalt, ihren Familien und einem Arzt erm�glicht wird;

      umgehend unabh�ngige Untersuchungen all dieser Mi�handlungs- und  
Foltervorw�rfe fordern und verlangen, da� die daf�r Verantwortlichen vor  
Gericht gestellt werden;

      die Pflicht von Regierungen anerkennen, Straft�ter strafrechtlich zu  
verfolgen, jedoch gleichzeitig Ihre Sorge zum Ausdruck bringen, da� ein  
Teil der seit Ende M�rz 1997 in der Nordwest- und S�dwestprovinz  
verhafteten Personen offenbar allein aufgrund ihrer Verbindungen zu  
Oppositionsparteien in Haft sind;

      die sofortige und bedingungslose Freilassung aller gewaltlosen  
politischen Gefangenen fordern, die allein wegen ihrer friedlichen  
politischen �berzeugungen und Aktivit�ten festgehalten werden.

APPELLE AN:

Son Excellence Monsieur Paul Biya, Pr�sident de la R�publique, Palais de  
l'Unit�, 1000 Yaound�, REPUBLIK KAMERUN (Pr�sident - korrekte Anrede:  
Monsieur le Pr�sident de la R�publique)
Telegramme: president biya, yaounde, kamerun
Telex: 0970 8207 presid kn oder 0970 8595 presid b kn
Telefax: (00 237) 22 16 99

Monsieur Gilbert Andz� Tsoungui, Vice-Premier Ministre charg� de  
l'Administration Territoriale, Minist�re de l'Administration Territoriale,  
1000 Yaound� 4, KAMERUN
(Innenminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre)
Telegramme: vice-prermier ministre tsoungui, yaounde, kamerun

Monsieur Luc Lo�, Secr�taire d'Etat � la S�curit� int�rieure, S�ret�  
nationale, 1000 Yaound�, REPUBLIK KAMERUN (Staatssekret�r f�r innere  
Sicherheit - Anrede: Monsieur le Secr�taire d'Etat)
Telegramme: secretaire d'etat loe, yaounde, kamerun

Colonel Mohamadou Ousseini, Provincial Legion Commander, Gendarmerie  
Legion, 5000 Bamenda, North-West Province, REPUBLIK KAMERUN
(Kommandant der Gendarmerie - korrekte Anrede: Monsieur le Colonel)
Telegramme: gendarmerie legion commander, bamenda, kamerun

KOPIEN AN:

Mr. Peter Oben Ashu, Governor of South-West Province, Governor's Office,  
7000 Buea, South-West Province, REPUBLIK KAMERUN (Gouverneur der  
S�dwestprovinz - Anrede: Dear Governor)

Mr. Francis Fai Yengo, Governor of North-West Province, Governor's Office,  
5000 Bamenda, North-West Province, REPUBLIK KAMERUN (Gouverneur der  
Nordwestprovinz - Anrede: Dear Governor)

- "Cameroon Post", BP 1981, Yaound�, REPUBLIK KAMERUN
- "The Herald", BP 3659, Messa, Yaound�, REPUBLIK KAMERUN
- "Le Messager", BP 5925, Boulevard de la Libert�, Douala, REPUBLIK  
KAMERUN (Zeitung)
- "La Nouvelle Expression", BP 15333, 12 rue Prince de Galles, Douala,  
REPUBLIK KAMERUN

Kanzlei der Botschaft der Republik Kamerun, Rheinallee 76, 53173 Bonn
Telefax: (0228) 35 90 58   -   (S.E. Herr Jean Melaga)

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem  
Franz�sisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions  
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 30. Mai  
1997 keine Appelle mehr zu verschicken.



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+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an:                   +
+   amnesty international                                    +
+   - Urgent Actions -                                       +
+   D - 53108 Bonn       Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de      +
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