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1 total messages Started by Guido Gabriel Sun, 20 Apr 1997 00:00
ai UA102/97 MALAYSIA Hinrichtung -20.05.
#99
Author: Guido Gabriel
Date: Sun, 20 Apr 1997 00:00
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+-------------------------------------------------------+
+ Elektronische Verbreitung nur mit Genehmigung von     +
+ amnesty international zulaessig.                      +
+ Kontakt:   Guido Gabriel, ggabriel@amnesty.cl.sub.de  +
+            Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK)  +
+            Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+            Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada)   +
+-------------------------------------------------------+

amnesty international  - URGENT ACTION
UA 102/97      ai-Index: ASA 38/05/97      16. April 1997 - md

DROHENDE HINRICHTUNG

Malaysia:       Yip Kim Seng, 49j�hriger Schuhmacher
                Lam Hok Sung, 41j�hriger Koch


Yip Kim Seng und Lam Hok Sung sind in unmittelbarer Gefahr, hingerichtet  
zu werden, nachdem ihre Rechtsmittel am 26. M�rz 1997 vom Bundesgericht  
abgelehnt wurden. Ihre letzte Hoffnung ist eine Umwandlung der  
Todesurteile durch das Staatsoberhaupt, den K�nig von Malaysia.

Beide M�nner wurden f�r schuldig befunden, Straftaten begangen zu haben,  
bei denen Schu�waffen eingesetzt wurden. Yip Kim Seng wurde vom  
Strafgericht (High Court) in Seremban im Februar 1989 zum Tode verurteilt,  
weil er auf einen Polizeibeamten geschossen hatte, um sich der Festnahme  
zu entziehen. Lam Hok Sung wurde als sein Komplize bei dieser Straftat  
verurteilt. Das Bundesgericht wies die Behauptung der Verteidiger zur�ck,  
in der Beweiskette des Staatsanwalts seien L�cken aufgetreten. So soll die  
Pistole erst einen Tag nach der Tat weit entfernt vom Tatort  
sichergestellt worden sein. Lam Hok Sung soll die Polizei Berichten  
zufolge damals �ber den Fundort informiert haben.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Erst seit neuestem sind amnesty international Zahlen �ber die tats�chliche  
Anzahl an Hinrichtungen in Malaysia zug�nglich gemacht worden. Bislang  
hatte der Staat keine offiziellen Statistiken �ber die Anwendung der  
Todesstrafe ver�ffentlicht. Wie die Beh�rden k�rzlich offenlegten, wurden  
im Zeitraum von 1970 bis M�rz 1996 insgesamt 349 Menschen in Malaysia  
exekutiert. Seit 1993 hatte amnesty international mindestens 43 neue  
Todesurteile registriert, die tats�chliche Zahl liegt aber wahrscheinlich  
viel h�her. Im Juli vergangenen Jahres gab es dort 245 Menschen, die man  
zum Tode verurteilt hatte. In Malaysia ist bei Mord, bestimmten Straftaten  
mit Schu�waffengebrauch und bei einer Reihe von Drogendelikten die  
Todesstrafe zwingend vorgeschrieben. Todesurteile werden durch den Strang  
vollstreckt.

amnesty international wendet sich in allen F�llen gegen die Todesstrafe,  
weil sie eine Verletzung des Rechts auf Leben (des fundamentalsten  
Menschenrechts) und des Rechts, keiner grausamen, unmenschlichen oder  
erniedrigenden Behandlung oder Strafe unterworfen zu werden, darstellt.  
Die Todesstrafe ist in ihrem Ansatz schon willk�rlich und ungerecht,  
ungeachtet dessen, wie verabscheuungsw�rdig das Verbrechen war, welches  
damit geahndet werden soll. Studien belegen, da� die Todesstrafe oftmals  
Menschen trifft, deren sozialer Status und Bildungsstand unter dem  
Durchschnitt der Bev�lkerung liegen. Auch Todesurteile k�nnen  
Justizirrt�mer sein, die Strafe ist jedoch nicht mehr r�ckg�ngig zu  
machen. Dar�ber hinaus kommt die �berw�ltigende Zahl der Studien, die sich  
mit der Todesstrafe besch�ftigt haben, zu dem Schlu�, da� es keinerlei  
schl�ssige Beweise f�r deren gr��ere Wirksamkeit als Mittel zur  
Kriminalit�tsbek�mpfung gegen�ber anderen Formen der Strafe gibt.


EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Fax- bzw. Telebriefe, Telegramme  
oder Luftpostbriefe, in denen Sie

      den malaysischen K�nig auffordern, die gegen Yip Kim Seng und Lam  
Hok Sung verh�ngten Todesurteile umzuwandeln;

      darlegen, da� Sie die Todesstrafe uneingeschr�nkt ablehnen, da sie  
einen Versto� gegen das fundamentalste Menschenrecht - das Recht auf Leben  
- darstellt;

      die Umwandlung aller weiteren Todesurteile fordern;

      die Notwendigkeit der Bek�mpfung von Gewaltverbrechen mit  
Schu�waffengebrauch selbstverst�ndlich anerkennen, aber gleichzeitig  
darauf hinweisen, da� die Todesstrafe bekannterma�en keine wirksamere  
Abschreckung vor kriminellen Handlungen als humane Formen der Strafe  
darstellt, und die Beh�rden daher auffordern, derartige Delikte auf  
menschenw�rdige Art und Weise zu ahnden.

APPELLE AN:

Yang di-Pertuan Agong, DYMM Tuanku Jaafar Ibni, Al-Marhum Tuanku Abdul  
Rahman, Istana Negara, MAL-50500 Kuala Lumpur, MALAYSIA
(K�nig und Staatsoberhaupt - korrekte Anrede: Your Majesty)
Telegramme: yang di-pertuan agong, kuala lumpur, malaysia  -  Telefax: (00  
60) 3-230 4646

KOPIEN AN:

Dato' Seri Dr. Mahathir bin Mohamad, Prime Minister, Prime Minister's  
Department, Jalan Dato' Onn, MAL-50502 Kuala Lumpur, MALAYSIA
(Ministerpr�sident und Innenminister - korrekte Anrede: Dear Prime  
Minister)
Telefax: (00 60) 3-298 4172

Kanzlei der Botschaft von Malaysia, Mittelstra�e 43, 53175 Bonn
Telefax: (0228) 37 65 84   -   (S. E. Herrn Dato' Zainuddin Abdul Rahman)

Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem  
Malaiisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions  
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 30. Mai  
1997 keine Appelle mehr zu verschicken.

RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/airmail  
letters in English or your own language:
- urging the King to commute the death sentences passed on Yip Kim Seng  
and Lam Hok Sung;
- expressing unconditional opposition to the death penalty as a violation  
of one of the most fundamental of human rights - the right to life;
- calling for all other death sentences to be commuted;
- recognizing the need to combat firearms offences, but emphasizing that  
there is no proof that the death penalty deters crime more effectively  
than other punishments and appealing to the authorities to find a more  
humane form of punishment for those convicted of serious offences.



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+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an:                   +
+   amnesty international                                    +
+   - Urgent Actions -                                       +
+   D - 53108 Bonn       Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de      +
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