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Started by Guido Gabriel
Thu, 29 Aug 1996 00:00
ai UA202/96 BURUNDI Drohende Hinrichtung/Rechtslage ------
Author: Guido Gabriel
Date: Thu, 29 Aug 1996 00:00
Date: Thu, 29 Aug 1996 00:00
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+ Elektronische Verbreitung nur mit Genehmigung von +
+ amnesty international zulaessig. +
+ Kontakt: Guido Gabriel, ggabriel@amnesty.cl.sub.de +
+ Ray Mitchell, rmitchellai@gn.apc.org (UK) +
+ Scott Harrison, sharrison@igc.apc.org (USA)+
+ Marilyn McKim, aito@web.apc.org (Canada) +
+-------------------------------------------------------+
amnesty international - URGENT ACTION
UA 202/96 ai-Index: AFR 16/24/96 15. August 1996 - md
DROHENDE HINRICHTUNG / RECHTSLAGE
Burundi: Firmat Niyonkenguruka (ehemaliger Direktor einer
weiterf�hrenden Schule) und etwa 88 weitere seit Februar
1996 zum Tode verurteilte Menschen
amnesty international ist angesichts von Meldungen besorgt, denen zufolge
�ber 80 Angeh�rige der Volksgruppe der Hutus, die Anfang dieses Jahres im
Zusammenhang mit T�tungen von Angeh�rigen der Minderheit der Tutsis zum
Tode verurteilt worden waren, in Gefahr sind, hingerichtet zu werden. Die
Bef�rchtungen werden durch die Forderung von Beamten der vornehmlich aus
Tutsi bestehenden Regierung gen�hrt, die zum Tode verurteilten Gefangenen
�ffentlich zu henken. Diese Forderungen wurden unl�ngst auf einer
Versammlung in der burundischen Hauptstadt Bujumbura erhoben. Ein Minister
der gegenw�rtigen Regierung, die am 25. Juli 1996 durch einen
Staatsstreich an die Macht kam, soll gesagt haben, da� er die Forderung
�berdenken werde.
Die obengenannten Menschen waren Anfang dieses Jahres in unfairen
Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt worden. Niemand von ihnen wurde vor
Gericht durch einen Rechtsbeistand vertreten, und die Staatsanwaltschaft
und die Richter in Burundi setzen sich vornehmlich aus Tutsis zusammen.
Die Rechtsanw�lte des Landes, die nahezu ausschlie�lich Tutsis sind,
weigerten sich, die Verteidigung der Hutus zu �bernehmen. Die Angeklagten
hatten keine M�glichkeit, Entlastungszeugen zu benennen bzw. die Zeugen
der Anklage ins Kreuzverh�r zu nehmen. Der Oberste Gerichtshof hat sich
Berichten zufolge noch nicht zu Rechtsmitteln der zum Tode Verurteilten
gegen die Urteile und das Strafma� ge�u�ert.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Seit dem Putschversuch vom Oktober 1993 sind in Burundi nicht weniger als
150.000 Menschen umgebracht worden, die meisten von ihnen Zivilisten. Die
T�ter sind Zivilisten - sowohl Hutus als auch Tutsis - und Angeh�rige der
Sicherheitskr�fte. Es ist bislang kein Ende dieses Blutbads abzusehen.
Gegenw�rtig sitzen in den Gef�ngnissen und anderen Haftanstalten des
Landes �ber 6.500 Zivilisten ein, die meisten von ihnen sind Hutus. Etwa
2.600 der Gefangenen werden f�r die Massaker verantwortlich gemacht.
Seit Februar 1996 wurde mindestens 150 Personen wegen der Massaker der
Proze� gemacht, von denen man 89 zum Tode und mindestens 36 zu
lebenslanger Haft verurteilte. Bislang ist keiner der Zivilisten und
Soldaten aus den Reihen der Tutsis, die Zehntausende von Hutus get�tet
haben, vor Gericht gestellt worden. Anfang dieses Jahres wies ein
Milit�rgericht die Anklage gegen Soldaten zur�ck, so da� kein
Hauptverfahren er�ffnet wurde. Die Soldaten waren beschuldigt worden, an
dem Putschversuch und der Ermordung des damaligen Pr�sidenten Ndadaye im
Oktober 1993 beteiligt gewesen zu sein.
In der 30j�hrigen Geschichte des Landes, in der die Opfer der immer
wiederkehrenden Massakern bis 1993 zum gr��ten Teil Hutus waren, wurden
nur in Ausnahmef�llen Tutsis wegen der Greueltaten vor Gericht gestellt.
Die Positionen aller Ebenen des Justizapparates sowie der anderen
Institutionen des Landes sind nach wie vor vornehmlich mit Tutsis besetzt.
Entgegen den Empfehlungen von amnesty international und anderer
Organisationen haben sich die burundischen Beh�rden bislang stets
geweigert, die Justiz zu einem unparteiischen und unabh�ngigen Organ zu
machen und die Hilfe ausl�ndischer Rechtsexperten bei einer solchen Reform
abgelehnt
EMPFOHLENE AKTIONEN: Schreiben Sie bitte Fax- bzw. Telebriefe, Telegramme
oder Luftpostbriefe, in denen Sie
Ihre Sorge angesichts der gemeldeten Forderung nach der Hinrichtung
der im Zusammenhang mit den seit Oktober 1993 ver�bten Massakern zum Tode
verurteilten Personen zum Ausdruck bringen;
um Zusicherungen bitten, da� die Todesurteile nicht vollstreckt
werden, da die Todesstrafe die schlimmste Form einer grausamen,
unmenschlichen und erniedrigenden Strafe darstellt, und fordern, da� die
k�rperliche Unversehrtheit aller Gefangenen gewahrt wird;
darauf hinweisen, da� jede Hinrichtung, auch solche, die sich auf
ein Gerichtsurteil gr�nden, die Lage der allgegenw�rtigen Gewalt in
Burundi nur noch weiter verschlimmern w�rde;
Ihre Sorge dar�ber zum Ausdruck bringen, da� nahezu allen
Todesurteilen kein faires Gerichtsverfahren entsprechend den Normen des
V�lkerrechts, wie z.B. dem Internationalen Pakt �ber b�rgerliche und
politische Rechte (IPBPR), zugrundeliegt;
die Beh�rden auffordern, daf�r Sorge zu tragen, da� alle wegen
schwerwiegender Straftatbest�nde angeklagten bzw. verurteilten Personen
Zugang zu einem Rechtsbeistand haben und ein Rechtsmittel vor einem
unabh�ngigen und unparteiischen Gericht der h�heren Instanz einlegen
k�nnen.
APPELLE AN:
Major Pierre Buyoya, Pr�sident de la R�publique, Pr�sidence de la
R�publique, B.P. 1870, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Pr�sident - korrekte
Anrede: Monsieur le Pr�sident)
Telegramme: major buyoya, bujumbura, burundi
Telefax: (00 257) 22 7490
Monsieur Pascal-Firmin Ndimira, Premier Ministre, Pr�sidence de la
R�publique, B.P. 2800, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Premierminister -
korrekte Anrede: Monsieur le Premier Ministre)
Telefax: (00 257) 226 424
Monsieur Gervais Rubashamiheto, Ministre de la Justice et Garde des
Sceaux, Minist�re de la Justice, B.P. 1880, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI
(Justizminister - korrekte Anrede: Monsieur le Ministre)
Telegramme: ministre rubashamiheto, bujumbura, burundi
Telefax: (00 257) 222 148
KOPIEN AN:
Madame Christine Ruhaza, Ministre des Droits de la personne humaine, de
l'Action sociale et de la Promotion de la femme, Minist�re des Droits de
la personne humaine, de l'Action sociale et de la Promotion de la femme,
BP 2690, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI
(Menschenrechts-, Sozial- und Frauenminsterin - korrekte Anrede: Madame la
Ministre)
Telefax: (00 257) 21 51 79 oder (00 257) 23 31 39
Eug�ne Nindorera, Ministre de la R�forme des institutions, Minist�re de la
R�forme des institutions, Bujumbura, REPUBLIK BURUNDI (Minister f�r
Verwaltungsreform)
Kanzlei der Botschaft der Republik Burundi, Drosselweg 2, 53343 Wachtberg-
Niederbachem
Telefax: (0228) - 34 01 48 oder 492 28 - (S. E. Herr Albert Mbonerane)
Bitte schreiben Sie Ihre Appelle m�glichst sofort. Schreiben Sie in gutem
Franz�sisch, Englisch oder auf deutsch. Da Informationen in urgent actions
schnell an Aktualit�t verlieren k�nnen, bitten wir Sie, nach dem 30.
September 1996 keine Appelle mehr zu verschicken.
RECOMMENDED ACTION: Please send telegrams/telexes/faxes/express/airmail
letters in French, Kiswahili or your own language:
- expressing concern at reports of demands in Burundi for the execution of
people sentenced to death in connection with massacres which have occurred
in the country since October 1993;
- seeking assurances that the death sentences, which are ultimate cruel,
inhuman or degrading punishment, will not be carried out and that the
physical integrity of all prisoners will be safeguarded;
- adding that any executions, even those ordered by the courts, would only
worsen the already intolerable violence which Burundi is experiencing;
- expressing concern that virtually all those sentenced to death were
subjected to unfair trials in violation of international human rights
standards, such as the International Covenant on Civil and Political
Rights, to which Burundi is a party;
- urging the authorities to ensure that all those who have been convicted
or are to be tried on serious criminal charges, have access to legal
counsel and exercise their right to appeal to an independent and impartial
higher appeal court.
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+ Bei Fragen zu dieser Urgent Action oder zu den Eilaktionen +
+ im allgemeinen wenden Sie sich bitte an: +
+ amnesty international +
+ - Urgent Actions - +
+ D - 53108 Bonn Email: ua-de@amnesty.cl.sub.de +
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