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Started by Christian Wiedemann
Thu, 28 Aug 1997 00:00
jW 28.08.97 - 8. Positiventreffen
Author: Christian Wiedemann
Date: Thu, 28 Aug 1997 00:00
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## Originalnachricht von: JUNGE.WELT@IPN-B.de ## aus der Gruppe: /JW/04.INLAND junge Welt, Donnerstag, 28. August 1997 >> Die Not der Kranken > 8. Positiventreffen thematisiert Zusammenhang von > AIDS und Armut Den Jahren Leben geben - mit dieser Forderung konfrontieren Menschen mit HIV und AIDS waehrend ihrer diesjaehrigen Bundesversammlung erneut die Gesellschaft. Das 8. Bundespositiventreffen, das ab dem heutigen Donnerstag bis zum Sonntag in Bremen tagt, setzt sich zwei Schwerpunkte: AIDS und Armut sowie die Verbesserung der medizinischen Behandlung Infizierter. Nach anfaenglich euphorisch gefeierten Erfolgen der Therapie mit neuen Medikamentenkombinationen trete Ernuechterung ein, so Uli Meurer von der Deutschen AIDS-Hilfe im Vorfeld des Kongresses. �Die Gefahr von harten Nebenwirkungen und fruehen Resistenzen ist sehr hoch. Viele Infizierte sind aufgrund frueherer Behandlungen nicht mehr ansprechbar fuer die neuen Verfahren�, sagte er. Dass AIDS und Armut fuer mindestens die Haelfte der Betroffenen in einem der reichsten Laender zusammengehoeren, wird in Bremen erneut thematisiert. Fast jeder zweite durch das �erworbene Immunmangelsyndrom� (AIDS) Erkrankte musste sich hilfesuchend an die Deutsche AIDS-Stiftung wenden: Jung und chronisch schwer erkranken - diese Konstellation ist im Sozialversicherungssystem der BRD nicht vorgesehen. Wer schon einen Anspruch auf Erwerbsunfaehigkeitsrente erwerben konnte (was fuenf Jahre ununterbrochene Berufstaetigkeit voraussetzt), hat dann aber oft eine so niedrige Rente, das die nicht einmal an den Sozialhilfesatz heranreicht, erlaeutert Volker Martens als Referent fuer Oeffentlichkeitsarbeit der Deutschen AIDS-Stiftung im Gespraech mit jW. Den Betroffenen bleibt auch nach rund 15 Jahren der oeffentlichen Wahrnehmung der Krankheiten und sozialen Probleme durch AIDS nur die Hoffnung auf private Unterstuetzung. Auf Einzelfallhilfe durch die Deutsche AIDS- Stiftung. Mehr als die Haelfte der etwa 3 400 HIV-Infizierten oder schon erkrankten Menschen, die 1996 dort um Hilfe baten, waren auf Sozialhilfe angewiesen. �Wir werden mit existentieller Not konfrontiert, um die Begleichung von Stromrechnungen gebeten, fuer die das Sozialamt nicht aufkommt. Sie ueberschreiten einfach den Pauschalbetrag - denn wer immer wieder Fieberschuebe hat, und elektrisch heizen muss, hat eben hoehere Kosten. Deren Erstattung auf dem Sozialamt ist nur ganz schwer durchzufechten�, so Volker Mertens. Die Bezahlung �ueberhoehter� Fernsprechrechnungen (Bettlaegrige telefonieren nun mal mehr), spezieller Matratze, von Winterbekleidung, hochvitamin- und -kalorienreicher Nahrung - das sind die haeufigsten Hilfeersuchen an die Stiftung. Durchschnittlich 750 Mark bekamen die Antragsteller 1996. Insgesamt wurden drei Millionen Mark, zu 90 Prozent aus privaten Spenden, im vergangenen Jahr ausgezahlt. Und die Bitten um Unterstuetzung steigen, von 1995 zu 1996 um 25 Prozent. Ueberdurchschnittlich gross ist die soziale Not bei HIV- Positiven oder erkrankten Frauen. Volker Martens: �Nur zehn Prozent der durch AIDS Erkrankten sind Frauen, aber sie machen 33 Prozent der Antragsteller bei uns aus.� Helga Schoenwald * Deutsche AIDS-Stiftung, Bonn, Konto-Nr. 4004 bei allen Banken und Sparkassen
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