🚀 go-pugleaf

RetroBBS NetNews Server

Inspired by RockSolid Light RIP Retro Guy

Thread View: at.blackbox.profil.feedback
1 messages
1 total messages Started by Anuschka Samsinger Wed, 07 Jul 1999 00:00
Re: Verr�ckt = weiblich?
#183
Author: Anuschka Samsinger
Date: Wed, 07 Jul 1999 00:00
448 lines
19581 bytes
Alexandra Bader wrote on 7/6/99 at 22:50 Uhr
to profil-Feedback about "Re(3): Verr�ckt = weiblich?":
-----------------------------
Alexandra:
>Ach darum geht es!
>Ja warum sollten nicht Frauen, auch bekannte Frauen, unter anderem
>als M�tter
>von S�hnen gegen Krieg sein?
>Und warum sollten sie nicht dem Engagement anderer M�tter von
>S�hnen
>entsprechende Beachtung in den Medien verschaffen wollen? Das
>widerspricht
>sich nicht mit einem Engagement ohne diese Art von Betroffenheit
>(h�tte ich
>einen Sohn, w�rde ich vielleicht auch noch einen anderen Grund
>haben, gegen
>Krieg zu sein). 

Anuschka:
Sagt ja niemand - nicht mal ich. Nur bl�derweise wurde die Werlhof 
ausrechnet und nur mit diesem M�tteraufruf in magnet zitiert. Ich poste 
auch diesen hier r�ber. 

********************
Kongre� �M�tter gegen den Krieg"
Erfurt, 12.6.1999

Prof. Dr. Claudia von Werlhof

Von der �Lizenz zum Pl�ndern" zur �Lizenz zum T�ten"
Zur Globalisierung, ihren Ursachen und Folgen

Vor 2 Tagen ist der Krieg in Jugoslawien angeblich zu Ende gegangen. 
K�nnen
wir aber jetzt den Frieden feiern? 

Nein. Denn der Krieg hat sich nur von der Luft auf den Boden begeben.
50.000 f�r Jahrzehnte in Jugoslawien, das ist die Perspektive auf 
einen
langen Krieg: Eroberung, Besatzung, Widerstand, Guerilla, Minen, 
chemische
und atomare Verseuchung. Wenn wir hier als M�tter gegen den Krieg 
sprechen,
dann ist gerade jetzt der richtige Moment. Denn nun sind auch unsere 
S�hne
direkt im Krieg: als schwerbewaffnete Bodentruppen unter Nato-Kommando 
� da
kann noch so viel von �Friedenstruppen" die Rede sein (und die UNO das
Dekm�ntelchen abgeben). Wie ja �berhaupt neuerdings der Krieg als 
Frieden
und das Vernichten als Akt der Humanit�t ausgegeben wird. Dazu wird 
dann
pl�tzlich auch geh�ren, da� Mann von uns mal wieder das Opfer unserer
S�hne, Br�der, M�nner und V�ter verlangt, und sei es, da� sie wegen 
der
Uranverseuchung im ganzen Kriegsgebiet am Golfkriegsyndrom erkranken 
und
vielleicht sogar sterben. Dieses Risiko gehen von vornherein alle ein, 
die
jetzt dort sind oder hingehen. Aber niemand hat sie gewarnt. Deswegen 
tun
wir es. Denn wir haben unsere S�hne nicht geboren und gro�gezogen, 
damit
sie sich gegenseitig erschie�en. Wir haben sie auch nicht geboren, 
damit
sie am technischen Fortschritt der R�stungsindustrie krepieren. Und
schlie�lich haben wir sie auch nicht daf�r geboren, da� sie, sei es 
als
M�rder, sei es als Kranke oder Get�tete, die Bankkonten der
R�stungskonzerne anf�llen und die B�rsen vor dem n�chsten 
Zusammenbruch
retten. Denn das macht dieser Krieg erneut sichtbar, und zwar so 
umfassend
und im wahrsten Sinne global wie nie zuvor. Unsere �konomie will
Menschenopfer. Sie macht aus Blut Geld. Die Gewalt ist der Stein der 
Weisen
dieser Wirtschaft. Die Konzerne wollen den Krieg. Wie Kannibalen und
Vampire n�hren und m�sten sie sich am Leben, das wir und die Natur
hervorbringen. Unsere Wirtschaft der Neuzeit hat immer Krieg gef�hrt. 
Sie
ist Kriegswirtschaft. Nur nicht immer und �berall gleichzeitig. Das 
k�nnte
sich jetzt �ndern. Die Globalisierung des Militarismus ist in Sicht. 
Und
vor allem, der Krieg kehrt erneut zur�ck ins Zentrum, nachdem er in 
den
letzten 50 Jahren vor allem in den Kolonien getobt hat. Das bedeutet
Kolonialismus auch hier. Es beginnt in der ehemals sozialistischen
sogenannten Zweiten Welt und endet in Mitteleuropa. Unsere Wirtschaft
begann mit dem Krieg gegen die au�ereurop�ische Welt und verwandelte 
sie
dabei in Kolonien. Der sogenannte Freihandel beruhte auch damals schon 
auf
einer Kanonenbootpolitik, die den Zugang zu M�rkten, Arbeitskr�ften,
Rohstoffen, Boden, Geld und allen anderen Reicht�mern der Welt 
erzwang.
Freihandel = Freibeutertum. Die Freiheit des Beutemachens. Die 
Freiheit der
Einen bedeutet Krieg f�r die Anderen. Das ist auch im heutigen
Neoliberalismus nicht anders. Oder: �Die Bombe und der Dollar geh�ren
zusammen", wie Terry Wolfwood, eine kanadische Friedensaktivistin es
ausdr�ckt. Der Krieg hat also immer und immer mehr gerade auch 
�konomische
Gr�nde, und genau sie werden uns wieder einmal penetrant verschwiegen.
Schon fr�her erzwang der Krieg die Integration von Menschen und 
Kontinenten
in eine Wirtschaft, deren Logik nicht die Erhaltung des Lebens, 
sondern
einzig und allein dessen Verwertung zur Erhaltung von Profiten war. Es 
ist
daher f�r diese Wirtschaft gleich, woher der Profit kommt. Ob davon, 
da�
wir arbeiten, davon, da� wir konsumieren, oder davon, da� wir 
konsumiert
werden, da� wir durch Arbeit und auch ohne sie vernichtet werden. Das 
hei�t
in der Wirtschaftswissenschaft �sch�pferische Zerst�rung". Unser Tod 
und
der der Natur kann f�r die Wirtschaft wom�glich also noch profitabler 
sein
als unser Leben, und wir sind allemal nur ihr Rohstoff, tot oder 
lebendig,
so wie der Verkauf von R�stungsg�tern und Waffen zur Zeit profitabler 
ist
als der von manchen Konsumg�tern. Die Spekulation mit dem Krieg wirft 
heute
mehr ab als die mit dem Frieden. Also findet sie statt. Und damit sie 
auch
realisiert wird, findet auch der Krieg statt. Dieser Krieg wird also
gemacht, und zwar von oben. Er f�llt nicht einfach vom Himmel, wie 
nachher
die Bomben, und er gr�ndet auch nicht im Ha� und in Rachegel�sten 
alter
Feinde oder verfeindeter sogenannter Ethnien oder in der angeblichen 
Moral
emp�rter Humanisten. Man h�tte ihn ja mit einem Waffenembargo gegen
Jugoslawien beenden k�nnen. Das tat man aber nicht, denn der Krieg ist 
ein
eiskalt geplantes Gesch�ft, und zwar ein riesiges. Der Nato-Krieg hat
bisher ungef�hr 35 Milliarden DM gekostet, und was er zerst�rt hat, 
bel�uft
sich ca. auf das Doppelte. Dazu kommen noch die innerjugoslawischen
Kriegskosten sowie die Folgekosten. Das ist es, was der normale Mensch
nicht verstehen kann. Es ist doch ein Wahnsinn, sagt er sich, alles 
kaputt
zu machen und alles zu verschwenden, weil er denkt, dies sei ein 
Verlust.
Er hat insofern Recht, als es sein Verlust ist, denn wir alle, die
Steuerzahler und Bev�lkerungen in ganz Europa und nat�rlich in 
Jugoslawien
werden den Krieg zu bezahlen haben, und zwar werden wir alle fr�her 
oder
sp�ter daran verarmen. Wir sehen das bereits am Sinken des Werts des 
Euros.
Das ist das erste Anzeichen. Aber auf der anderen Seite wurde 
verdient. 35
Milliarden gingen bereits an den milit�risch-industriellen Komplex. 
F�r die
Tarnkappenbomber und Uranbomben, f�r Wunderhubschrauber, Piloten und
Computerfachleute. F�r die ist Krieg kein Wahnsinn, sondern das 
Gesch�ft
ihres Lebens. F�r sie w�re es ein Wahnsinn, es nicht zu machen. Der 
Krieg
ist auch eine Messe. �Life" ist zu sehen, wie die neuesten 
High-Tech-Waffen
sich bew�hren, und ihr Verkauf in alle Welt boomt. Die Auftragsb�cher 
der
Waffenh�ndler sind voll. Man sieht es an den B�rsen. Dow Jones und DAX
erreichen Spitzenwerte wie noch nie. Der drohende Zusammenbruch des
internationalen Finanzsystems ist erst einmal abgewendet. Asien-, 
Ru�land-
und Brasilienkrise sind in die Ferne ger�ckt. Die Spekulanten k�nnen
vorerst aufatmen. Die Frage f�r sie ist nur, wie das auch in Zukunft 
so
weitergehen kann. Wie kann man Kriege planen, vorbereiten, durchf�hren 
und
beenden, als w�ren sie Unternehmungen wie andere auch? Das alles 
schlie�t
das Gesch�ft mit dem Frieden keineswegs aus. Neben den anderen
Bombengesch�ften mit der humanit�ren Hilfe mit Spendengeldern geht es 
vor
allem auch um das mit dem Wiederaufbau, das seinerseits f�r Hilfe 
erkl�rt
wird. Es ist nichts anderes, als unsere Hilfe an die Konzerne, die 
sich
daraufhin erneut milliardenschwer ans Werk machen k�nnen. Hilfe f�r 
den
Wiederaufbau ist Hilfe f�r die Multis. W�hrend man schon ungeniert von
diesem Wiederaufbau redet, zerst�rt man weiterhin, was wiederaufgebaut
werden soll. Logisch, denn wenn die Br�cke ganz geblieben w�re, k�nnte 
man
sie ja nicht wieder aufbauen. Gerade auch diese zivilen Sch�den sind 
daher
keineswegs unbeabsichtigte �Kollateralsch�den", bedauerliche 
Nebenwirkungen
der Bombardierungen. Clinton selbst hat gesagt, man wolle Serbien in 
die
Steinzeit zur�ckbomben. Eben. Die Modernisierung Jugoslawiens, sein
Reifwerden f�r Europa, f�r die EU, setzt seine Zerst�rung voraus. Der 
Krieg
als Zeitraffer des sogenannten Zivilisations- und 
Entwicklungsprozesses.
Aber die Zivilsch�den m�ssen als Irrt�mer ausgegeben werden, solange 
es
nach Internationalem Recht verboten ist, zivile Einrichtung und 
schutzlose
Zivilisten milit�risch anzugreifen. Daher hat im Mai eine Gruppe
internationaler Juristen die Nato und 60 Einzelpersonen, darunter die
Regierungschefs und Au�enminister der Nato-Staaten beim 
Internationalen
Gerichtshof wegen des Verbrechens des seit N�rnberg sogenannten
Angriffskriegs verklagt. Man habe mutwillig und ohne milit�rische
Notwendigkeit zivile und kulturelle Einrichtungen und das Leben 
wehrloser
Zivilisten vernichtet, und dies seien Kriegsverbrechen. Aber die 
Lizenz zum
T�ten haben sich die Nato und die R�stungskonzerne schon jetzt einfach
genommen, und sie werden daf�r sorgen, da� dieses Unrecht neues
Internationales Recht wird, - da� n�mlich das neue Gewaltmonopol der 
neuen
politischen Weltordnung in H�nden der Nato ruht, oder vielmehr 
aktiviert
wird. Damit w�rde der milit�rische Arm dieser seit dem US-Pr�sidenten
Reagan angestrebten neuen Weltordnung legitimiert und definiert. 

�Der Krieg ist gut f�r die Wirtschaft", sagte die amerikanische 
�konomin
Hazel Henderson. Wer die Wirtschaft ist, wissen wir nun. Es sind die, 
die
am Krieg sehr viel verdienen, und nicht das Volk, das ihn und seine 
Folgen
bezahlt. Aber damit nicht genug. Auch vor dem Krieg in Jugoslawien 
wurde
schon an ihm verdient, und zwar durch den �schamlosen Krieg der
Finanzzentren", wie der mexikanische Zapatistenf�hrer Marcos, einer 
der
ersten Globalisierungs- und Neoliberalismuskritiker, das nannte, in 
diesem
Falle gegen die jugoslawische Wirtschaft. Der Nato-Krieg gegen 
Jugoslawien,
so Terry Wolfwood aus Kanada, ist �eine Eskalation von Aktionen des
Internationalen W�hrungsfonds, der Weltbank, des geplanten 
Multilateralen
Abkommens �ber Investitionen und der Welthandelsorganisation". Der
kanadische Kollege Michel Chossudowsky hat diese Zusammenh�nge als 
erster
nachgewiesen. Seit den 80iger Jahren wird Jugoslawien von diesen
Internationalen Institutionen systematisch ausgepl�ndert, seine 
Industrien
lahmgelegt, L�hne gesenkt, Arbeitslosigkeit geschaffen, der 
Staatshaushalt
geschrumpft und das gesamte Volksverm�gen in wenigen Jahren abgesaugt.
Mittel dazu waren die Kreditvergabe an Jugoslawien und seine wachsende
Verschuldung aufgrund der stets sinkenden Preise f�r seine Exporte und 
des
steten Anwachsens der Preise seiner Importe. Bei den
Umschuldungsverhandlungen wurde die ber�hmte �Schocktherapie" des
Internationalen W�hrungsfonds angewandt, die von nun an die interne
Wirtschaftspolitik bestimmte, die sogenannten
�Strukturanpassungsprogramme". Sie bewirkten die rabiate Entmachtung 
der
Regierung, die Zerr�ttung des �ffentlichen Sektors, die beschleunigte
Abw�lzung des Schuldenproblems auf die Bev�lkerung und eine 
beschleunigte
Umverteilung von unten nach oben, hin zu den Internationalen 
Finanzzentren
als den Gl�ubigern. Ergebnis waren, wie auch in den bisher von dieser
Therapie betroffenen L�ndern des S�dens, innere Konflikte und Zerfall 
des
jugoslawischen Staats sowie Wohlstands, unterst�tzt vom Westen,
insbesondere Deutschland. Kroatien und Slowenien erkl�rten sich mit
westlicher Unterst�tzung unabh�ngig, Bosnien-Herzegowina wurde in eine 
Art
Protektorat, sprich Kolonie des Westens, umgewandelt. Ein �hnliches 
Projekt
steht nun dem Kosowo bevor, ja ganz Jugoslawien, wie der sogenannte
Friedensvertrag es vorsieht, seit Rambouillet. Chossudowsky nennt das 
die
�Rekolonisierung des Balkans", die da begonnen hat. Diese f�hrt zu 
einem
neuen Staat. Statt des souver�nen Nationalstaats entsteht ein neuer
�peripherer" und abh�ngiger, ein unselbst�ndiger Kolonialstaat, quasi 
die
Bananenrepublik in Europa. 

Der �konomische Grund einer solchen milit�rischen, politischen und
juristischen Neuregelung der Verh�ltnisse auf dem Globus ist das freie
angestrebte Flie�en des gro�en Kapitals. Grenzenlos, ohne 
Behinderungen
durch andere Souver�ne, Gesetze, Widerst�nde und Traditionen, schafft 
es
sich so ein globales, �ebenes Spielfeld", auf dem die �globalen 
Spieler"
sich tummeln und ungest�rt von Menschenrechten, Konkurrenz und
Machtbefugnissen Dritter ganz zum eigenen Vorteil agieren k�nnen. Sie
wollen nicht nur pl�ndern, sondern auch das Recht dazu, die �Lizenz 
zum
Pl�ndern". Das ist der Titel eines Buchs, das meine Kollegin Maria 
Mies und
ich �ber das Multilaterale Abkommen �ber Investitionen, das MAI,
geschrieben haben, jenen Vertrag, der eine neue politische Verfassung 
f�r
den Globus formuliert, in der all dies legal und global gewesen w�re. 
Wie
Sie wissen, ist wegen der weltweiten internationalen Bewegung dagegen
dieser Vertrag nicht unterzeichnet worden. Er war von den gr��ten
Industriel�ndern, von 29 insgesamt, vorbereitet worden. Das war also 
ein
gro�er und unerwarteter Erfolg der Bewegung, und es zeigt, da� es sich
lohnt, Widerstand zu leisten. Aber das in den letzen 20 und 30 Jahren 
enorm
angewachsene monopolartig konzentrierte Kapital gibt den Plan nicht 
auf,
beides zu wollen, die Lizenz zum Pl�ndern und die zum T�ten. Noch 
dieses
Jahr soll auf der Jahrtausendrunde, der �Millenium Round" in Seattle 
im
November �ber die Welthandelsorganisation ein neues MAI unter anderem 
Namen
und unter noch versch�rften Bedingungen zusammen mit den L�ndern des 
S�dens
ausgehandelt sein. Wenn wir das nicht verhindern, haben wir demn�chst 
die
legale Diktatur des Kapitals wie die Milit�rdiktatur der Nato 
gleichzeitig,
und das global. Man sieht daran, wie ernst es mit den Problemen und 
Krisen
der Kapitalverwertung insbesondere der Spekulanten steht, da� ihr
Demokratie, relativer Wohlstand, sozialer Friede und die sogenannten
Menschenrechte geopfert werden, die am Schlu� nur mehr noch f�r die 
Multis
selber gelten sollen. Der Rest ist ihre Naturressource bzw. ihr ebenes
Schlachtfeld. 

Unter dieser Perspektive pa�t alles zusammen, was in Jugoslawien und 
am
Balkan geschieht und geschehen ist. Alles wird nun erkl�rlich und von 
hier
aus macht es Sinn, �ber weitere spezifische geopolitische Interessen 
in der
Region, z.B. Erd�linteressen, die Spaltung der �stlichen L�nder, 
Hegemonie
auf dem Balkan usw. sowie nat�rlich den ganzen Komplex der
innerjugoslawischen Reaktionen, Gewalttaten und Verh�ltnisse 
nachzudenken.
Schlie�lich ist auch die UCK mit westlicher Hilfe, �brigens Drogen- 
und
Mafiageldern, aufgebaut worden, um auch am s�dlichen Ende des Landes
Sezessionsbewegungen auszul�sen. Eins ist jedenfalls klar, mit 
Milosevic
pers�nlich und mit seinen Missetaten hat der Krieg �berhaupt nichts zu 
tun.
Milosevic ist nur der Vorwand, dem sogar die Intelligenz, die 
sogenannte
Intelligenz in diesem Lande auf den Leim gegangen ist, einschlie�lich
Biermann und Habermas und dem amerikanischen NS-Kritiker Goldhagen. 
Von den
Gr�nen und sozialistischen K�pfen ganz zu schweigen. Welch eine
Peinlichkeit am Ende dieses Weltkriegsjahrhunderts! Vielleicht h�ngt 
es
daran, da� die M�nner immer noch eher vom Krieg, der Macht und den 
Waffen
sowie der Technik geblendet sind, und nichts Grunds�tzliches gegen 
eine
�konomie haben, die auf der mittelbaren und unmittelbaren Vernichtung 
von
Leben beruht, das sie schlie�lich nicht hervorbringen und an dessen
Erhaltung sie sich seit 5000 Jahren kaum mehr beteiligen. Sie wissen 
also
eigentlich gar nicht, was sie denken und tun, bzw. sie wollen es nicht
wissen. Oder vielmehr, immer wenn sie nicht weiterwissen, schlagen sie 
zu.
Diese Primitivit�t mu� ein Ende haben. 

Daher m�ssen wir Frauen beginnen, es anders machen. Wir m�ssen unsere
uralte Kompetenz im Umgang mit dem Leben in allen seinen Formen 
wahren, die
radikale Lebensbejahung pflegen, die heute allein aus der nicht 
zuletzt
inzwischen auch mentalen und seelischen Krise f�hren kann, die uns
Patriarchat, M�nnerwirtschaft und Krieg schon so lange beschert haben, 
da�
wir nun am Rande einer globalen Katastrophe unerh�rten Ausma�es 
angelangt
sind. 

Wir lehnen die �konomischen, milit�rischen und politischen Projekte 
der
Globalisierung in jeder Hinsicht und unvers�hnlich ab. Wir wehren uns
dagegen, eine Opferhaltung, eine �hilfreiche" Haltung einzunehmen und 
uns
instrumentalisieren zu lassen. Wir wollen eine Wirtschaft ohne Profit, 
ohne
Konkurrenz und Kriegsnotwendigkeit und eine Gesellschaft ohne 
Herrschaft
und Gewalt, und zwar so bald wie m�glich. Die bestehende Gesellschaft 
wird
sowieso nicht mehr lange dauern. Wir stellen uns den Konflikten, die 
das
Leben mit sich bringt, auch das unter den heutigen Bedingungen, und 
werden
nicht m�de, ohne Angst anzuprangern und zu verhindern zu versuchen, 
was das
Leben auf der Erde besch�digt. Mit dieser Geisteshaltung der Dissidenz
werden wir uns statt dessen mit unseren Kindern innerlich und 
vielleicht,
wo es geht, auch �u�erlich aufmachen und neue Wege beschreiten. Denn 
wenn
wir nicht damit anfangen, wird es niemand tun. Wir weisen den Weg ins 
3.
Jahrtausend. Es soll ein Jahrtausend der eigenm�chtigen Frauen, des 
Lebens
und der F�lle werden, und nicht ein Jahrtausend des Elends, der
Abh�ngigkeit und des Sterbens. 

Das erste ist, da� wir uns eine eigene �ffentlichkeit schaffen, denn 
die
Medien entsprechen unseren Bed�rfnissen nicht. Mit der Schaffung 
dieser
alternativen Frauen�ffentlichkeit haben wir hier ja schon begonnen. 

�M�tter gegen den Krieg" ist das �lteste, gr�ndlichste, w�rdevollste 
und
ehrenhafteste Projekt der Geschichte. Ihm f�hlen wir uns verpflichtet 
und
von hier aus werden wir weitergehen, und alle guten Geister werden mit 
uns
sein! 

Dr. Claudia von Werlhof
Institut fuer Politikwissenschaft
Universitaet Innsbruck


*******************
-----------------------------

Ciao 
Anuschka




--- OffRoad 1.9v registered to Anuschka Samsinger

-- 

 
Thread Navigation

This is a paginated view of messages in the thread with full content displayed inline.

Messages are displayed in chronological order, with the original post highlighted in green.

Use pagination controls to navigate through all messages in large threads.

Back to All Threads