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Article #2193

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#2193
From: Richard Kail
Date: Fri, 17 Nov 1995 00:00
58 lines
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Hallo Nikolaus!

14 Nov 95, Nikolaus Gerstmayr writes to Martina Umlauft:

 NG> Wenn Du mir noch den Begriff Terminal definiertst, bin ich total
 NG> gluecklich :)

    Ein Terminal... Ein Terminal ist ein Fernschreiber. Naja, zumindestens
etwas, was einem Fernschreiber funktioniell aehnlich aussieht. Also ein Ding
mit einer Eingabe- und einer Ausgabe-Unit. z.B. ein Kaffeeautomat (denk an den
beim Kottan).

    Ok, etwas ernster: Der Begriff Terminal ist im Unix-Betriebssystem sehr
allgemein definiert. Alles was irgendeine computerisierbare Schnittstelle hat
und Eingaben und oder Ausgaben machen kann, kann auch ein Terminal sein. Etwas
enger definiert kommen alle jene Dinger in Frage, die sich mit dem deutschen
Wort 'Datenendgeraet' beschreiben lassen.

    Ganz konkret wuerde ich 4 verschiedene Dinge als Terminal bezeichnen.

    A) Textbasiertes Terminal. Hast Du noch nie diese Dinger gesehen, die aus
einem Bildschirm und einem Keyboard bestehen, wie sie in Banken und aehnlichen
Organisationen herumstehen und auf denen sowas wie z.B. VT100, VT330 oder was
auch immer drauf steht ? Im Prinzip ist das ein in Hardware gebranntes Telix
oder sowas in der Art. Sprich, da gibts einen seriellen Anschluss. Alles was
auf dem seriellen Anschluss daher kommt, wird auf dem Bildschirm dargestellt,
alles was man auf dem Keyboard eintippt, wird ueber die serielle Schnittstelle
rausgeschickt.

    B) X-Terminal. Auch nur Bildschirm mit Keyboard, aber mit integriertem
Computer. Das sind ebenso quasi dumme Geraete, nur haben die sowas wie eine
superintelligente Graphikkarte drinnen, die X-Server-Kommandos versteht und das
in entsprechende Graphik umsetzen kann. Diese Dinger werden i.d.R. ueber
Ethernet oder dergleichen angeschlossen. Nicht zu verwechseln mit
3270-Terminals, die i.d.R. ueber einen Token Ring angestoepselt werden.

    C) Telnet. Telnet ist ein virtuelles, sprich ein in allen Attributen durch
Software nachgebildetes Terminal.

    D) PC oder anderer Kuebel mit Computereigenschaften und ein
Terminal-Programm, z.B. Telix. Wenn Du einen zweiten Computer und ein serielles
Kabel hast, so kannst Du diesen Computer in ein Terminal umwandeln, in dem Du
ein Terminal-Programm nimmst und auf diese Art mit Deinem Linux verbindest.

    Anmerkung: 3270-Terminals. Das ist die 70'er-Jahre IBM-Interpretation von
Client-Server. Diese Dinger lassen sich an der 'Datenfreigabetaste' mit sehr
hoher Sicherheit erkennen. Wenn es dann noch Funktionstasten mit dem Namen
'PF1', 'PF2' und so weiter bis 'PF<nr>' gibt, wobei nr fuer eine
schwindelerregende Zahl (ich glaube 24) steht und ein kleines Uhrensymbol in
der untersten Zeile irgendwo abgebildet wird, so ist es fast 100%ig. Diese
Dinger sind mit Unix-Terminals eigentlich nicht zu vergleichen - in der Regel
steckt ein IBM Mainframe oder eines der heutigen Surrogate dafuer irgendwo
dahinter. Hier wird ein Formular zum Ausfuellen an das Terminal geschickt, das
der User dann wieder an den Rechner zurueckschicken kann (mit der
Datenfreigabetaste)

Gruss,
  Richard
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Subject: CAD
Date: 1995/11/17
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