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Article #206Die Geschichte: Wie alles anfing und sich dann weiter entwickelte (Letzte Aenderung 08.02.1995)
From: Info Ruhrgebiet
Date: Tue, 01 Oct 1996 00:00
Date: Tue, 01 Oct 1996 00:00
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Die Geschichte und Entwicklung von ruhr.de & Co.
Vorwort
Dies soll eine Historie u.a. der Domain ruhr.de und open.de
werden, aber nicht nur, weil u.a. auch Belange und Geschichten
von anderen Domains hier in der Gegend dort mit hineinfliessen.
So zum Beispiel, die der Domains Wupper.de und Ping.de, aber
auch Westfalen.de und Sauerland.de.
Nicht zu vergessen Han.de (aus denen Escape.de entstand), die
mit Ruhr.de fast gemeinsam angefangen haben, und welche aus
dem noch spaeter genannten HORGA-VEEBLE-Link entstanden.
Und damit das alles nicht in Vergessenheit geraet, wird dies
nach und nach hier aufgeschrieben.
Es waere nett, wenn man mir eine Mail schicken wuerde, wenn dem
einen oder anderen noch etwas einfaellt.
Und wie hat alles mal angefangen?
Die ersten zwei Rechner
Das geheimnisvolle "SubNet"
Die Watzm�nner, oder "Das Schl�sselerlebnis"
Get a feed - and you are on...
Das Subnet, weltweit vernetzt ?
NEIN ! Nicht das EUnet !
UHL - Der Unido Horga Link
"IN ? Neee wird sind OUT !"
Von OUT zu OPeN
"Der IN Beitritt" oder "Der Anfang vom Ende"
Vom Hobby-Rechner zum Dienstleistungsunternehmen
Der "Backbone" in Dortmund
"The Making of PING" - oder "Eins kommt zum Anderen"
Care e.V. oder "Was Ende '93 noch geschah" oder "Die dunkle Seite der
Macht"
Backbone-Asyl in Castrop
Der Backbone in Bochum
Der Backbone
Die Domain ruhr.de existiert seit ueber 6 Jahren (1988) und
versorgt seit dieser Zeit private Systeme im Ruhrgebiet mit
Mail und News.
Seit einiger Zeit ist, durch unsere Anbindung an das globale
Internet, eine Versorgung der Nutzer mit IP moeglich.
Durch die permanente Verbindung mit dem Internet werden
elektronische Briefe (E-Mails) gleich zugestellt, so das eine
noch schnellere Versorung der angeschlossenen Systeme
gewaehrleistet ist.
Einzugsgebiet ist primaer das Ruhrgebiet.
Und wie hat alles mal angefangen?
- Die ersten zwei Rechner
- Das geheimnisvolle "SubNet"
- Die Watzmaenner, oder "Das Schluesselerlebnis"
- Get a feed - and you are on...
- Das Subnet, weltweit vernetzt ?
- NEIN ! Nicht das EUnet !
- UHL - Der Unido Horga Link
- "IN ? Neee wird sind OUT !"
- Von OUT zu OPeN
- "Der IN Beitritt" oder "Der Anfang vom Ende"
- Vom Hobby-Rechner zum Dienstleistungsunternehmen
- Der "Backbone" in Dortmund
- "The Making of PING" - oder "Eins kommt zum Anderen"
- Care e.V. oder "Was Ende '93 noch geschah" oder
"Die dunkle Seite der Macht"
- Backbone-Asyl in Castrop
- Der Backbone in Bochum
Die ersten zwei Rechner
Nachdem einer unserer Helden (wer nennen ihn einfach mal
"zok") einen Computer und ein selbstgeloetetes Modem hatte,
stellte er fest, dass man damit auch Nachrichten austauschen
kann, ja dass es sogar Rechner gibt, die miteinander vernetzt
sind, und automatisch Nachrichten quer durch Deutschland
transportieren.
Es gab derer allerdings noch nicht viele, und einer dieser
Rechner war die Focus63 in Hannover, dummerweise unter
Unix, wobei der Zok nebenbei Unix lernte. Zur gleichen
Zeit war unser Held oft in Hannover, wo er nen Gerry (gls)
traf, der gerade nen Unix (aehm... Xenix) auf seinen Computer
installiert hatte (gls: "Geil, so tolle viele Kommandos, die
man alle ausprobieren kann").
zok: Hey Gerry, lass uns unsere Rechner ueber Modem vernetzen
gls: Wozu ?
zok: Wir koennen vollautomatisch Nachrichten austauschen.
gls: Ja und ?
zok: Kennst Du schon alle UUCP-Kommandos ?
gls: Noe.
zok: Lass uns mal UUCP zwischen unseren Rechnern probieren.
gls: Au ja, nen neues Kommando, was ich lernen kann.
Und so entstand das Hacknet, die Verbindung zwischen den
Rechnern "horga" (Castrop-Rauxel) und "veeble" (Hannover).
Und unsere beiden Helden schrieben Nachrichten, was das
Zeug hielt.
Das geheimnisvolle "SubNet"
Zwei Rechner per UUCP zu vernetzen macht zwar Spass, aber
auf die Dauer fuehlten sie sich doch wie auf einer Insel und
sie fragten sich, wie das wohl sei, wenn gaaanz viele Rechner
vernetzt waeren, das waere doch total komplex chaotisch, das
muesse also noch viel mehr Spass machen.
Und es begab sich zu der Zeit, dass es in Hannover auch
eine kommerzielle Mailbox (die es heute nicht mehr gibt)
gab, die Zugriff auf die NetNews erlaubte.
Dort gab es Newsgruppen eines geheimnisvollen "SubNet",
das schien ein ueber ganz Deutschland (sowie Schweiz und
�sterreich) verteiltes UUCP-Netz (da war es wieder,
dieses Wort) zu sein. Die Aufnahmepruefung bestand darin,
selber herauszufinden, wie man da mitmachen kann, niemand
erklaerte etwas.
Unser Held nahm seinen ganzen Mut zusammen und schrieb sein
allererstes Posting (wenn er auch nicht wusste, dass das
so heisst) in die Newsgruppen "dnet.general sub.general
sowie dnet.and.sub.general " - alles kryptische Namen
fuer ihn.
Hallo, ich moechte gerne einen Zugang zum UUCP-Netz
in oder um Dortmund, oder im Ruhrgebiet (falls es in
Dortmund keinen Zugang gibt). Jeder Hinweis ist
willkommen.
Einige haemische Antworten bekam unser (damals) junger Held
dann "Geh doch zum EUnet, die sind in Dortmund, haeh, haeh",
aber jemand erbarmte sich dann doch und sagte dem Helden,
das er sich doch mal mit den Watzmaennern in Verbindung setzen
solle, und nannte auch eine Datex-P Nummer.
Die Watzmaenner, oder "Das Schluesselerlebnis"
Nun, da waren ein paar nette Leute (Uli Zug, Udo Klimaschewski,
Harm Rivert Cornelius Luebben) in Dortmund, die ihren Rechner
watzman (mit einem "n", Xenix konnte damals nur Namen mit
maximal 7 Buchstaben) genannt hatten ( weil genau gegenueber
von ihrem Buero in Dortmund das Buero des Alpenvereins war)
und bei denen rief dann der Watzman in alle Welt, holte
die News (meist sogar noch ueber Datex-P) und die Mails
von ueberall ab, und verteilte sie unter den Armen (Pollern).
Das alles wusste unser Held jedoch noch nicht, er hatte gerade
geschafft ueber Datex-P bis zu deren Chat-Programm (damals gabs
noch kein IRC) vorzudringen, und eine Telefonnummer zu ergattern,
bei der er anrufen durfte.
zok: Hallo, ich wuerde gerne ueber euren Rechner Zugang
zum Subnetz bekommen, geht das ?
U: Ja
zok: Prima, wieviel kostet das denn ?
U: Nichts, wir betreiben unseren Rechner Hauptsaechlich fue
fuer uns selber, kannst das aber einfach mitbenutzen.
zok: Prima, was muss ich dafuer tun ?
U: Nenn mir Deinen UUCP-Namen, das Login wasste haben willst, und
Dein Passwort.
zok: Und ?
U: Probiers mal in ner Stunde, dann habe ich es eingetragen.
zok: Und ?
U: Wie und ?
zok: Und was braucht ihr noch ?
U: Nix.
zok: Willst Du nicht meinen Namen, meine Adresse, Telefonnummer etc ?
U: Noe, warum ? Wenn was nicht klappt, meldest Du Dich doch eh.
Und damit hatte dann der Held sein Schluesselerlebnis mit dem
alten Usenet-Gedanken und er wusste nun, was damit gemeint war,
wenn jemand sagte "Get a feed - and you are on..."
Get a feed - and you are on...
Den Usenetgedanken nun verinnerlicht, und das Prinzip der
Gegenseitigkeit des Subnetzes (Ich transportiere Deine Mail
- und Du transportierst meine Mail, dann haben wir beide was
davon), wurde "horga" vom Einbenutzerrechner langsam zum Server,
an dem sich wieder andere anschlossen an die sich wiederum Andere
anschlossen. Das Netz wuchs und wuchs, horga und veeble wurden zu
immer gewichtigeren Netzknoten im Subnetz, und es haette so
schoen sein koennen, wenn ....
... ja wenn da nicht noch der Rest der Welt gewesen waere.
Das Subnet, weltweit vernetzt ?
Schoen waere es gewesen, und vieles waere anders gelaufen,
wenn das Subnet damals schon eine internationale Anbindung
gehabt haette. Leider war dem nicht so, und ein gewisser
Bodo Rueskamp machte auf einem der legendaeren Ruhr-Unix-
Subnet-Stammtischen in der Castroper "Krone" (damals die
einzige Kneipe in Castrop, in der es Guinness und Tunbrill
gab), den Vorschlag, doch mal mit der Uni-Dortmund (genauer
der IRB - Informatik Rechner Betriebsgruppe genauer dort mit
den EUnet-Leuten) zu reden, um einen direkten Zugang zum
Nahtarif zu bekommen (die News bekamen wir damals ueber nen
"High-Speed"-Modem zum Ferntarif), und zugleich auf eine
"richtige" Domain um Emails weltweit zu versenden.
NEIN ! Nicht das EUnet !
EUnet - fuer einen Subnetter damals der inbegriff des Boesen.
Das Subnet hatte damals mit dem Eunet Verhandlungen gefuehrt
um ueber das Eunet die internationale Anbindung zu bekommen,
und innerhalb Deutschlands ein Abkommen auf Gegenseitigkeit
zu vereinbaren. Da das Subnet jedoch an der damaligen
Monopolstellung des Eunets kratzte wurden von letzteren
Vorschlaege gemacht, die darauf basierten, dass das Subnet
als eigenstaendiges Netz aufhoerte zu existieren.
Wir sollten also mit dem Eunet eine Vereinbarung machen, und
damit anderen im Subnet in den Ruecken fallen ?
Ein gewisser Zok konnte damals die wuetende Menge gerade noch
davon abhalten, jenen gewissen Bodo zu steinigen, um nie wieder
auch nur eine Sekunde an diesen Gedanken zu verschwenden. Das
war ein Fehler, wie es heute scheint.
Jener Bodo wurde also nach Dortmund geschickt, um die Domain
"ruhr.de" zu besorgen, die passte ja vom Namen sehr gut zur
schon vorhandenen "ruhr.sub.org".
Das tat er auch prompt, nur liess er die Domain auf sich
selber registrieren, was wiederum ein Fehler war, da jener
Bodo nichts abgibt, was er einmal in den Fingern hat, das
zumindest meint der Verwalter von "ruhr.sub.org" bis heute.
UHL - Der Unido Horga Link
Der Vertrag mit der Unido (IRB,Eunet) war schnell beschlossen,
und der UUCP-Link konnte zuegig eingerichtet werden.
Es schlossen sich immer mehr Teilnehmer an, das ganze wuchs
und wuchs, horga und veeble (nebenbei wurde auch han.de
gegruendet, swb.de wurde Starthilfe gegeben) wurden zu
immer gewichtigeren Subnetz-Abtruennigen, und es haette so
schoen sein koennen, wenn ....
... ja, wenn da nicht penetranz aus Berlin hinzugekommen waere.
"IN ? Neee wird sind OUT !"
Zu jener Zeit begab es, dass auch drei andere Domains (hanse.de,
in-berlin.de und maus.de) so eine Regelung wie ruhr.de mit der
Unido abgeschlossen hatten, und sich "IN - Individual Network"
nannten (niemand kann heute sagen, wer eher da war).
Ein ungewisser H.Wichtig aus Berlin (Name vom Autor geaendert)
hatte zu jener Zeit recht viel von derselben, und ueberschuettete
die Newsgruppen mit seiner kleinen Sicht der Welt.
Auch warb er fuer sein "IN" mit solch einer Penetranz, wie es
bisher im Subnet nicht moeglich schien, nein auf so ein Niveau
braucht man sich wirklich nicht herabzubegeben. Dann war man
halt nicht IN, dann war man halt OUT, und die Werbeabteilung
fand fuer die Abkuerzung auch schnell die passende Erklaerung:
OUT - Offene Unido Teilnahme.
Von OUT zu OPeN
Jener Herr Wichtig und andere seiner Mittaeter waren fuer
unsere beiden Helden viel zu engstirnig und die Regelungen
waren selbst fuer jenen Bodo zu wenig flexibel, weshalb man
nach einer offenen Loesung suchte, und sie auch bei einem
mitternaechtlichem Brainstorming mit adrenalingesaettigtem
Kreislauf bei Tempo 200 auf der A42 zwischen Duisburg und
Castrop fand.
OPeN - Open Personal Network
Sogleich wurde die Domain open.de eingetragen, und da die
Ruhries ein sehr reiselustiges Voelkchen waren, wurde fuer
die Ruhries in der Ferne die Domain "open.de" verwendet.
Den Anfang machte "ki.open.de" in Kiel.
Und weil "open.de" so schoen offen fuer jedermensch war,
gab es innerhalb kurzer Zeit einige OPENler ueber ganz
Deutschland verteilt.
"Der IN Beitritt" oder "Der Anfang vom Ende"
Nachdem sich unsere beiden Helden auf dem allerersten
IN-Treffen (in Willich ... oder Willichnicht ?) davon
ueberzeugt hatten, das die "INler" ja garnicht boese sind,
sondern einfach nur inkomptetent, unfaehig und teilweise
sogar recht laecherlich waren, bestanden auch keine Hemnisse
mehr, sich an der "Einkaufsgemeinschaft IN" zu beteiligen,
dadurch wurde es fuer jeden halt einfach nur billiger.
Es schlossen sich immer mehr Teilnehmer an, das ganze
wuchs und wuchs, (nebenbei wurde auch han.de in die
Selbstaendigkeit entlassen weil sie nun Erwachsen geworden
waren, bs.open.de wurde zu escape.de, ms.open.de zu westfalen.de
etc ... es wurde nebenbei ein IN-Treffen in Dortmund veranstaltet),
und es haette so schoen sein koennen, wenn ....
... ja, wenn da nicht das leidige Geld gewesen waere.
Vom Hobby-Rechner zum Dienstleistungsunternehmen
Der alte Subnetz-Gedanke (ich transportiere Deine Mail, Du
transportierst meine Mail, so haben wir beide was davon, und
keiner muss an den anderen Geld zahlen), funktioniert leider
nicht, wenn es eine sternfoermige Struktur gibt, so wie es sie
um horga gab, weil horga ja den Link zur Unido hatte, und alles
darueber laufen musste.
So hatte unser Zok eine recht hohe Telefonrechnung, die er
bisher zwar selber tragen konnte, doch irgendwann konnte er
das nicht mehr, und musste Geld einsammeln, obwohl ihm das
sehr weh tat, und den endgueltigen Abschied vom Subnetz-Gedanken
bedeutete.
Auch war die gute alte horga in die Jahre gekommen, und konnte
die anfallenden Datenmengen kaum noch bewaeltigen.
Daher rief der Zok die ganze Nutzerschar zur Konferenz um
die Zukunft von horga, und bot auch an, das ganze an einen
Nachfolger zu uebergeben, und fragte nach Ideen und
Vorschlaegen und Konzepten.
Und da er wusste, dass darauf kaum eine Antwort kommt (wie
so oft in der Vergangenheit), weil die Nutzerschar ja ihn
als Dummen hatte, gab er den Nutzern 3 Monate Zeit,
Ideen und Konzepte vorzustellen.
Er stellte eine Frist bis zum 31.3.1993. Falls bis dahin
kein Konzept existiere, wuerde er die horga abschalten (das
haette er nicht wirklich getan, er wollte aber dass die Leute
selber endlich mal aktiv wuerden).
Der "Backbone" in Dortmund
Es wurden viele Diskussionen gefuehrt, man wollte
Basisdemokratie ausprobieren, alles nun wirklich richtig
machen, aber konkrete Ergebnisse gab es kaum, und die Frist
kam immer naeher.
Da tauchte aus dem Nebel ein nettaussehender, aelterer Herr
auf, der auf den Namen Dieter hoerte und der von der ganzen
Sache total begeistert war, und der spontan zusagte, das
man den Rechner doch gerne bei ihm in Dortmund aufstellen
koennte und von dort dann eine analoge Standleitung zum
Provider legen lassen koennte.
Um unseren Zok nicht gegen sich zu haben, wurde ihm ein
Platz neben den beiden anderen angeboten, und so wurde
aus der Diktatur von Bodo und Andreas, die Dreierbande
Dieter, Bodo und Andreas.
Es wurde ein Rechner gekauft (Bodo streckte das Geld vor)
und eingerichtet (ein paar Leute gaben hier und da etwas
dazu, was sie so an Einzelteilen rumliegen hatten...) und
dann nahm im Juni 1993 der frisch ins Leben gerufene Backbone
(man konnte sich nicht auf einen Namen einigen) seine Arbeit
auf und schufftete vor sich hin und hob elektronische Briefe
und ebensolche Nachrichten aus Diskussionsforen fuer die Leute
auf, die dies wollten.
Die Zeit verging, der Oberguru (so fuehlte er sich wohl, bei
horga hatte er jahrelang keinen Zugriff auf die Hardware)
schipperte fuer 3 Monate ueber den grossen Teich, und der
Rechner wuehlte vor sich hin.
Einige Leute haben sich gleich eine Standleitung zu dem
Backbone legen lassen, damit ihre Telefonkosten gesenkt
wurden und wollten dann auch gleich IP ueber die Standleitung
zum Provider machen.
Das "dumme" war nur, das die Mail- und Newsversorgung
ueber eine relativ langsame Modemstrecke erfolgte, so das
zusaetzlicher IP-Traffic nicht ohne weiteres moeglich gewesen
waere. Entweder haette die Mail- und Newsversorgung
darunter gelitten, oder aber der IP-Traffic, bzw. beides.
Und man machte sich so seine Gedanken und ueberlegte und
verwarf wieder einiges, einiges schlief wieder ein (Leute
sind ja so bequem und selber aktiv werden ist ja so
muehlseelig).
"The Making of PING" - oder "Eins kommt zum Anderen"
Der "Landlord" des Backbones hat dann mit einigen Leuten
gesprochen, die unbedingt IP machen wollten und er
vereinbarte mit ihnen, das sie sich erkundigen sollten,
was man denn nu braeuchte um IP ueber ISDN zu machen. Leider
sprachen diese Leute nur mit D.D., so das die anderen
Domainfuersten von den Bestrebungen gar nichts wussten.
Just zu jener Zeit fragte naemlich der andere der Dreierbande
(Zok) oeffentlich in den lokalen Newsgruppen, wer denn
ueberhaupt Interesse an Internet und IP hat, und wer
bereit waere, Geld und Arbeitszeit da reinzustecken. Wenn
sich mehr als 10 Leute melden wuerden, wuerde er sich drum
kuemmern, und das in die Wege leiten.
3 Leute meldeten sich, und waren bereit fuer IP 10 DM
pro Monat zu zahlen. Mangels Interesse schlief das ganze
daher wieder ein, wie so vieles.
Die Leute jedoch, die (heimlich ?) mit dem D.D. sprachen,
erkundigten sich beim Provider, errechneten Kosten und
steckten sehr viel Energie in das ganze, und praesentierten
dann nach einer Weile dem DD ein Ergebnis, worauf sie aber
jaeh vor den Kopf gestossen wurden, weil der "Landlord"
auf einmal von all dem gar nichts mehr wissen wollte.
Da die Leute aber unbedingt IP machen wollten (und DDs
Wort wohl fuer sie Gesetz war oder aber aus anderen Gruenden
nicht auf den Aufruf von Zok reagierten) und auch schon einiges
an Energie in das ganze investiert hatten, kauften sie sich
beim oertlichen Provider Connectivity (Wir schliessen sie
jetzt an und sie zahlen die Grundgebuehr erst ab Januar 1994)
ein und begannen im Oktober 1993 mit der Domain PING.DE und
boten hier mit fuer Privatpersonen, denn schliesslich
steht PING ja fuer Private Internet Nutzer Gemeinschaft, IP
und Mail- und Newsversorgung an.
Im Januar 1994 hat dann so eine Christa K., den Kontakt
zwischen Frank Sander (PING) und Frank 'Terra' Simon
(als Kontaktperson beim IN = Individual Network) hergestellt,
da die anstehenden Kosten beim oertlichen Provider doch sehr
schnell sehr teuer und damit unbezahlbar geworden waeren,
und ab Februar 1994 war PING dann auch im IN.
Care e.V. oder "Was Ende '93 noch geschah" oder "Die dunkle Seite der Macht"
In Vorbereitung auf das IN-Treffen im Oktober '93 in Muenchen
wurde versucht, die recht kritische Grundstimmung von verschiedenen
Domains innerhalb des IN auszunutzen, und eine Art "Gegen-IN"
aufzuziehen.
In konspirativen Treffen wurden konkrete Planungen und
Kostenrechnungen erstellt, um eine fast flaechendeckende
Versorgung der "abtruennigen Domains" zu gewaehrleisten.
Das funktionierte natuerlich in keinster Weise.
Es wurde (auch in konspirativen Treffen) der Care e.V.
gegruendet mit dem Ziel, im Ruhrgebiet IP anzubieten,
mit straffer Organisation, so dass die Macht in wenigen
(immer den gleichen) Haenden konzentriert bleibt.
Als einem unserer Helden langsam klar wurde, wie sehr er
zu Handlungen gebracht wurde, die er nicht wollte, die er
auch garnicht gut fand, und wie durch gezielte (oder
unabsichtliche ?) Teilinformation Tatsachen auf einmal ganz
anders aussahen, unser Held jedoch garkein Interesse an
irgendwelchen Machtspielchen hatte, zog er die Konsequenz, und
Andreas F. verabschiedete sich ohne wenn und aber von allen
seinen Poestchen.
Kurze Zeit spaeter verliessen andere Ratten das scheinbar
sinkende Schiff, so dass Bodo alleine uebrig blieb.
Backbone-Asyl in Castrop
Waehrend der nachfolgenden Wochen merkte der uebriggebliebene
Domainfuerst von ruhr.de bzw. open.de das der Landlord irgendwie
mit "gespaltener Zunge sprach *HUGH*" und er fuehlte sich gar
nicht wohl bei dem ganzen, weil der Rechner ja noch bei ihm
stand. Und wieder machte man sich Gedanken, was passiert denn nun
mit dem Backbone und der Versorgung all der Rechner.
Der Held aus Castrop-Rauxel hatte irgendwann mal (in einem
Anflug von Sentimentalitaet) angeboten, dass der Backbone
voruebergehend wieder ein Zuhause in Castrop-Rauxel bekommen
koennte, falls jener Angst haben sollte, dass da noch
Schweinereinen und Machtspielchen mit passieren koennten.
Und prompt wurde er vom Domainfuersten Bodo darauf festgenagelt
und der Rechner zog wieder voruebergehend von Dortmund nach
Castrop-Rauxel (die Aktion an sich war aus Angst heimlich geplant,
zu recht wie sich dann herausstellte... ploetzlich waren die
Festplatten geloescht, wie gut dass vorher heimlich nen Backup
uebers Netz gemacht wurde), wo er fuer ca. 4 Monate ein
Stell- und Schlafplaetzchen bekam.
Der Backbone in Bochum
Ende Juni 1994 zog der Backbone dann nach diesen Wirren
nach Bochum-Weitmar, wo die Telekom freundlicherweise endlich
die benoetigten Telefonleitungen gelegt hatte, damit er sich
auch von dort aus kraeftig mit allen moeglichen Rechnern
unterhalten konnte, und hat dort nun ein kleines und
gemuetliches Wohnklo ganz fuer sich alleine.
Olaf Klein ist nun der "Landlord" des Backbones und der
geht auch regelmaessig zu selbigen in sein Wohnklo
und besucht ihn dort und haelt ihm zusammen mit ein paar
anderen Leuten von Zeit zur Zeit froehlich die CPU und
geben im hin und wieder einen freundschaftlichen Stoss,
wenn er mal wieder im Tiefschlaf versinkt ...
Im Juni 1994 bekam der Backbone eine aktive ISDN-Karte einverleibt,
die der Domainfuerst Bodo freundlicherweise von der Firma Bintec
in Nuernberg zur Verfuegung gestellt bekommen hat.
Mit dieser Karte ist es nicht nur moeglich, das "normale"
ISDN-Verbindungen mit dem Backbone reden koennen, sondern
auch mit so "Exoten" wie Elink ISDN-Modemen.
Derzeit werden ueberigens ca. 300 Systeme ueber den Backbone
versorgt, und die Zahl waechst fast taeglich.
Falls jemand noch mehr einfaellt, bitte Mail an
info@ruhr.de schicken...
01.12.94 christa@germany.uucp Christa Keil
08.02.95 zok@horga.ruhr.sub.org Andreas Frackowiak
Technical Details
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