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Article #233

Internet-Anbindung unter OS/2 (Stand 09.10.1995)

#233
From: Info Ruhrgebiet
Date: Tue, 28 May 1996 00:00
394 lines
14612 bytes
Internet-Anbindung unter OS/2 Warp
  fuer ruhr.de


Stand: 22.05.96

Inhalt

     Vorbemerkungen
     Software-Bezugsquellen
     SLIP-Konfiguration
          Login Info
          Connect Info
          Server Info
          Modem Info
     Anhang
          IBM Webexplorer
          Ultimail
          Domain Name Server
          Anwendungsschablonen
          Benutzung der Kommandozeile
          weitere Informationen



Vorbemerkungen

Das Betriebssystem OS/2 Warp Version 3 enthaelt im BonusPak ein
sogenanntes "Internet Access Kit" (kurz IAK), das eine
Internet-Anbindung per Modem ermoeglicht. Wer ISDN benutzen will,
kann das entweder mit der Shareware cFos tun und das IAK benutzen,
entsprechende Hinweise gebe ich auch in diesem Text, oder
(vorzugsweise) die IP-Verbindung mit der Shareware ISDNpm aufbauen
(siehe dazu den Text in der ruhr.de FAQ). Die notwendige
Konfiguration fuer den Anschluss an ruhr.de mit dem IAK wird hier
beschrieben.

Dieser Text bezieht sich nicht auf Warp Connect mit dem dazugehoerigen
TCP/IP 3.0, sondern nur auf das IAK aus dem BonusPak. Wer Warp
Connect in einer Netzwerkumgebung benutzt und daher TCP/IP 3.0
installiert hat, kann die Angaben aus diesem Text hoechstens
sinngemaess verwenden.

Auf Grundlagen des Internets oder die Konfiguration der "Clients",
d.h. der Internet-Anwendungen, kann hier nicht eingegangen werden.
Die zum IAK gehoerende Dokumentation ist zwar nicht umfangreich,
enthaelt aber gerade fuer den unerfahrenen Benutzer, an den sich
dieser kurze Text ebenfalls wendet, wichtige Hinweise.

Falls das Internet Access Kit bereits installiert ist (von der
BonusPak CD), muss das Programm Dial Other Internet Providers
gestartet werden (SLIPPM.EXE, im folgenden SLIPPM genannt).
Dieses ist im Ordner Internet Utilities.

Jetzt wird es schon problematisch, weil es neuere Versionen von SLIPPM
gibt, die etwas anders aussehen. Sinngemaess hat sich aber nichts
geaendert. Ich werde an den unterschiedlichen Stellen mich mit ALT
auf das urspruenglich mitgelieferte Programm beziehen und mit NEU auf
das Update.


Software-Bezugsquellen

Im Internet ist die neueste Version von SLIPPM selbstverstaendlich
direkt per ftp von der IBM zu haben: Der aktuelle Dialer per ftp von
ftp.ibm.net. Dort ist auch der WebExplorer zu finden. Welche
Versionen dort aktuell angeboten werden und ob sie zu dieser
Anleitung passen, kann ich natuerlich nicht sagen.

Diese Updates koennen aber auch nach erfolgreicher IP-Verbindung
mit ruhr.de ueber das Icon Retrieve Software Updates geholt werden.

Ein gut erreichbares Software-Archiv fuer weitere nuetzliche
OS/2-Programme ist per ftp verfuegbar: ftp.leo.org.


SLIP-Konfiguration

Nach dem Starten von SLIPPM und Druecken von "Add Entry" erscheint
ein Notebook mit vier Seiten (ALT: vier Dialogfenster hintereinander,
mit NEXT bzw. PREVIOUS geht man vor und zurueck):

1. Seite: Login Info

ALT: Provider Name, NEU: Description
     Beschreibung fuer diesen Provider, also z.B. "IN ruhr.de"

ALT: Nickname, NEU: Name
     Eine Name fuer diese Verbindung, also z.B. "slipruhr" Diese
     beiden Einstellungen sind im wesentlichen wahlfrei, sollten
     aber fuer jeden eingetragenen Provider eindeutig sein.

Login-ID
     der Sitename (Hostname), der mit ruhr.de abgesprochen wurde.

Password
     das von ruhr.de mitgeteilte Passwort. Das ist nicht das gleiche
     Passwort wie fuer die UUCP-Verbindung!

Checkbox Required
     ankreuzen (ALT: nicht vorhanden)

Phone Number
     02349489300 ist eine Sammelnummer des Backbone. Je nach Modemtyp
     kann auch eine andere Nummer geeigneter sein. Im WWW-Angebot von
     ruhr.de finden sich weitere Telefonnummern.

     Die fuer ISDN geeignete Sammelnummer lautet 02349468323.

NEU: Login Sequence
     Am einfachsten ist die Methode, diese Sequenz in SLIPPM direkt
     einzutragen. Auf "attachment scripts" wie ANNEX.CMD geht dieser
     Text nicht ein, da sie fuer den Anschluss bei ruhr.de nicht
     benoetigt werden. Wer mehr Komfort benoetigt, wie z.B. eine
     automatische Wahlwiederholung bei "BUSY", sollte bei
     Anhang 6 nachsehen.

     Eine Loginsequenz enthaelt immer Sende/Empfangspaare, jeweils
     durch einen Zeilenvorschub getrennt. Hier kann also direkt
     folgendes eingegeben werden:

     \r
     ogin:
     S[LOGINID]
     word:
     [PASSWORD]
     beginning

     [LOGINID] und [PASSWORD] sind Variablen, die von SLIPPM mit den
     Werten aus dem Konfigurations-Notebook gefuellt werden.

     Die letzte vom Portmaster bei ruhr.de gesendete Zeile ist
     ungefaehr "SLIP session from (193.100.176.37) with
     193.100.176.105 beginning...", daher wird noch auf diese
     Zeichenfolge gewartet, bis die SLIP-Verbindung hergestellt wird.
     Anderenfalls kann es zu Fehlermeldungen oder sogar zum Abbruch
     der Verbindung kommen.

     Falls etwas mit der Login-Sequenz nicht stimmt, sollte man mit
     einem normalen Terminalprogramm und "per Hand" einloggen und die
     richtigen Sende/Empfangspaare selbst herausfinden.

     Fuer den Zugang per ISDN sieht die Login Sequence etwas anders
     aus:

     \r
     ogin:
     slip
     host:
     [LOGINID]
     word:
     [PASSWORD]
     ] aktiv.

     Die oben gemachten Anmerkungen gelten hier sinngemaess ebenfalls.

ALT: Login Script
     Hier wird der Dateiname eines Login-Scripts angegeben, das im
     Prinzip genauso aussieht wie die Sequenz oben. Zusaetzlich kommt
     aber auch noch die Modeminitialisierung und der Befehl zur Anwahl
     dazu. Man nennt so ein Script "Responsefile" und schreibt es als
     einfache Textdatei in das Verzeichnis \tcpip\etc. In diesem
     Responsefile (man sollte einen eigenen Namen wie z.B. RUHRDE.RSP
     vergeben, damit es bei Software-Updates nicht ueberschrieben
     wird!), steht dann folgendes:

     ATZ0
     OK
     ATDT02349489300
     CONNECT
     \r
     ogin:
     S<Hostname> <- der Sitename, den Du gewaehlt hast
     word:
     <Passwort> <- das von ruhr.de zugeteilte Passwort
     beginning

     Wichtig: In den mitgelieferten Beispieldateien finden sich
     Kommentarzeilen, die mit dem Zeichen '#' beginnen. Diese
     Kommentarzeilen muessen geloescht werden. Insbesondere duerfen am
     Ende des Scripts keine Leerzeilen oder Kommentarzeilen mehr
     stehen.

     Bei Nutzung des ISDN-Zugangs muss das Skript natuerlich auf das
     etwas andere Loginverfahren eingestellt werden (s.o.)

Connection Type
     SLIP waehlen (ALT: PPP steht nicht zur Verfuegung) In diesem Text
     wird nicht auf die Verbindung mit PPP eingegangen.

Inactivity Timeout
     nach Belieben

2. Seite: Connect Info

Your IP Address
     193.100.xxx.xxx

     Die genaue Zahl wird von ruhr.de mitgeteilt und auch bei jedem
     Login uebermittelt.

Destination IP Address
     193.100.176.37

     Dies ist die IP-Adresse des Routers (Portmaster).

     Beim Zugang per ISDN ist die Destination IP Address
     193.100.176.1.

     Ggf. ist hier die von der ruhr.de-Administration angegebene
     Nummer einzutragen, falls sie von der hier genannten abweicht!

Netmask
     255.255.255.0

MTU size
     1006

Checkbox VJ compression
     ankreuzen

     Diese "Kompression" bedeutet, dass, falls moeglich, die 40 Bytes
     IP-Header weggelassen werden und so eine bessere
     Uebertragungsrate erzielt wird. Es entstehen dadurch keine Konflikte
     mit komprimierenden Modemprotokolle wie MNP5 oder v.42bis.

Domain Name Server
     193.100.176.34

     Auf dieser Adresse wird ein Server betrieben, der die Aufloesung
     von symbolischen Namen (wie calle2.ruhr.de) in IP-Adressen
     (z.B. 193.100.176.105) uebernimmt. (siehe Anhang 3 zur
     Konfiguration eines zweiten DNS)

Your Host Name
     Der selbstgewaehlte Sitename <hostname>

Your Domain Name
     <hostname>.ruhr.de

3. Seite: Server Info

Diese Seite sollte fuer den Anfang komplett leer bleiben, denn ruhr.de
bietet standardmaessig weder einen News-Server, noch einen POP-Server
und die betreffenden Einstellungen sind fuer die korrekte Funktion der
SLIP-Verbindung auch unwichtig. Die bevorzugten WWW- und Gopher-Server
koennen ueber die entsprechenden Applikationen besser eingestellt
werden. Die Konfiguration dieser Programme passt jedoch nicht in den
Rahmen dieses Textes.

4. Seite: Modem Info

Die Eintragungen auf dieser Seite entsprechen den Optionen eines
Terminalprogramms und haengen stark vom verwendeten Modemtyp ab. Fuer
korrekt konfigurierte Geraete sollten die folgenden Einstellungen
funktionieren.

Bei Benutzung der ISDN-Software cFos gibt es bei einer SLIP-Verbindung
per X.75 nichts besonderes zu beachten. Das ist der gleiche
Verbindungsmodus, der auch bei Mailboxen ueblich ist.

Modem Type
     Other (ALT: nicht auswaehlbar)

     Wer seinen Modemtyp hier findet, darf ihn natuerlich auch gerne
     auch auswaehlen.

COM Port
     den entsprechenden auswaehlen

Speed (Baud):
     38400 oder 19200 fuer ein normales v.42bis Modem.

Data Bits
     8

Parity
     NONE

(ALT: Die folgenden Einstellungen sind nicht auswaehlbar bzw. spielen
keine Rolle)

Prefix
     ATDP

     wahlweise ATDT fuer Anschluesse an einer digitalen
     Vermittlungsstelle mit Tonwahl statt Pulswahl.

     ISDN mit cFos: ATD reicht als Dial Prefix aus.

Initialization String 1
     ATZ0

     Hier sollte die gleiche Einstellung funktionieren, die man z.B.
     fuer den Anruf bei Mailboxen benutzt.

     ISDN mit cFos: AT&FB0 stellt eine X.75-Verbindung her.

Initialization String 2
     leer

Mode
     "Dial" auswaehlen (ALT: nicht vorhanden)

Call Waiting
     Checkbox "Disable" NICHT ankreuzen! Dann ist die Disable Sequence
     auch nicht aenderbar (graue Schrift)

Damit ist die Konfiguration beendet und die Einstellungen koennen
gespeichert werden. (NEU: Fenster schliessen, SAVE waehlen,
ALT: OK waehlen).

Mit dem Knopf "Dial" sollte jetzt die Verbindung zu ruhr.de aufgebaut
werden koennen. Voila!


Anhang

1. IBM Webexplorer
     (Bezugsquellen fuer den Webexplorer s.o.) Fuer WWW muss das
     Proxy-Gateway bei ruhr.de benutzt werden, das Zeit und Kosten
     sparen hilft, indem haeufig besuchte WWW Seiten
     zwischengespeichert werden. Dazu muss nach dem Start des
     Webexplorers unter Configure -> Servers... -> Proxy Gateway

     http://www.ruhr.de:8080/

     eingetragen werden. Bitte auch nicht vergessen, "Enable Proxy"
     einzuschalten! Danach muss der Webexplorer beendet und neu
     gestartet werden!

2. Ultimedia Mail/2 Lite
     Das Mailprogramm Ultimail kann ohne weiteres nicht benutzt werden,
     da es einen POP3-Server benoetigt, den ruhr.de standardmaessig
     nicht zur Verfuegung stellt (stattdessen wird bei ruhr.de Mail
     per UUCP uebertragen). Neuerdings kann allerdings auf Anfrage
     auch ein POP3-Account eingerichtet werden.

3. Benutzung eines zweiten Domain Name Server
     Falls zur Absicherung ein zweiter DNS angegeben werden soll, der
     automatisch bei Ausfall des ersten Nameservers befragt werden kann,
     muss folgendes ausgefuehrt werden: Im Verzeichnis \tcpip\etc muss,
     waehrend die SLIP-Verbindung nicht aktiv ist, die Datei RESOLV mit
     einem Texteditor erstellt werden. Sie soll nur diese beiden Zeilen
     enthalten:

     domain ruhr.de
     nameserver 192.76.144.66

     In der Konfiguration von SLIPPM steht weiterhin 193.100.176.34
     als Nameserver. So werden bei aktiver SLIP-Verbindung beide Server
     benutzt. (192.76.144.66 ist ns.germany.eu.net) Bei aktiver
     SLIP-Verbindung enthaelt die Datei dann naemlich beide
     Nameserver-Eintraege und daher greift das System auf beide
     Nameserver zurueck.

4. Anwendungsschablonen
     Zur Benutzung von Schablonen (Templates) unter OS/2 sollten neue
     Benutzer das Handbuch oder das Lernprogramm heranziehen. Fuer die
     Programme Telnet, Telnet 3270 und FTP-PM existieren Schablonen,
     die das Erstellen von vorkonfigurierten Sessions ermoeglichen:
     Dazu mit der rechten Maustaste eine der Schablonen in einen
     beliebigen anderen Ordner oder auf die Arbeitsoberflaeche ziehen.
     Das Einstellungsfenster oeffnet sich automatisch.

5. Benutzung der Kommandozeile
     Von den Programmen ftp und telnet existieren auch
     Kommandozeilenversionen, die wie die entsprechenden
     Unix-Kommandos funktionieren. Das Kommando finger gibt es nur
     als Kommandozeilenversion. Ausserdem sind die Befehle ping,
     tracerte (Traceroute), netstat und host verfuegbar, mit denen im
     Fehlerfall wichtige Informationen ermittelt werden koennen. Alle
     diese Kommandos stehen im Verzeichnis \tcpip\bin und sind
     undokumentiert, entsprechen aber weitgehend den Unix-Versionen.
     Beim Start ohne Parameter geben die meisten Kommandos eine kurze
     Hilfe aus.

6. noch mehr Information
     Wer jetzt schon WWW-Zugang hat und noch mehr wissen will, kann
     bei PC Lube and Tune eine weitaus ausfuehrlichere Beschreibung
     der Installation finden, mit mehr Hintergrundinformationen und
     genaueren Erklaerungen auch zu Themen, die in diesem kurzen Text
     nicht erwaehnt werden konnten.

     Wer spezielle Probleme hat, mit der Installation einfach nicht
     weiterkommt, einen Fehler oder missverstaendlichen Abschnitt in
     diesem Text gefunden hat, kann mich unter der untenstehenden
     Mailadresse erreichen oder telefonisch unter 0201 755778. Meist
     wird sich dort ein Anrufbeantworter melden, ich rufe dann spaeter
     zurueck. Ich kann allerdings nur Fragen in Zusammenhang mit
     OS/2 Warp und ruhr.de beantworten!

Christian Schaefer, schaefer@calle2.ruhr.de
Technical Details
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