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Article #2

Im Netz der Bioethik

#2
From: BAOBAB
Date: Thu, 31 Jul 1997 00:00
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                        *Im Netz der Bioethik*
              * Von Genen, Organe und gelenkten Erbstroemen*

So lautet der Titel des inhaltlichen Schwerpunkts der Nummer 15/16 der
Zeitschrift Umbrueche.
In ihrer Einleitung (die hier auszugsweise wiedergegeben wird) zum  
Themenschwerpunkt schreibt die Umbrueche-Redaktion:

                   *Das ideologische Netz der "Bioethik"*

Zumindest am Anfang muessen sie einmal sein, die Gaensefuesschen an der
"Bioethik". Lange haben wir darueber diskutiert, ob und in welcher Form wir
diesen Begriff zum Titelwort dieses Schwerpunktes erheben, aber letztlich hatten
wir keine Wahl: wir fanden keinen anderen Begriff, der die hier behandelten
Themen in unserem Sinne auf den Punkt bringen koennte. Demzufolge bleibt uns gar
nichts anderes uebrig, als die Wortschoepfung aufzugreifen, die sich die Gegen-
seite ausgedacht hat, um wieder einmal ein Themenfeld zu besetzen.
Aber - was haben wir eigentlich gegen "Bioethik" ? ist es nicht schoen, dass
sich "unsere  Wissenschaft" jetzt auch Gedanken ueber ethische Fragen macht,
also darueber, ob sie das eigentlich moralisch verantworten kann, was sie tut
oder zu tun gedenkt? Waere das nicht schon frueher notwendig gewesen, z.B.
bevor die Atombombe gebaut wurde? Koennen nicht in Zukunft gefaehrliche Ent-
wicklungen verhindert werden, wenn nach ethisch festgelegten Kriterien geforscht
wird?
Die Realitaet sieht leider voellig anders aus. So banal es klingt, so wahr ist
es: die biologisch-medizinische Forschung selbst wird nicht von hehren ethischen
Prinzipien geleitet, sondern heute mehr denn je allein von wirtschaftlichen
Interessen, vom Profit. Um diese Forschung herum hat sich eine ganze Zunft von
Philosophen, Theologen und anderen "Ethikern" versammelt, die eine reine Recht-
fertigungswissenschaft dessen betreiben, was sowieso laeuft: Diese
Legetimations-"Wissenschaft" nennen sie Bioethik.

(...)

Mit diesem Schwerpunktthema wollen wir aufzeigen, in welchem Masse gegen-
waertig an der "Zukunft herumgedoktert wird. Dabei wollten wir das Thema aus
der Expertenrunde rausholen. Man sollte zunaechst wissen, was auf einen zukommt,
um sich dann Gegenstrategien zu ueberlegen. Einfache Rezepte gibt es  
nicht, aber es laesst sich doch von einer Basis aus operieren, die besagt,  
dass kein menschliches Leben als "wertvoller" als ein anderes ein-  
geschaetzt werden kann und kein "hoeheres" Interesse es zulaesst, einzelne  
Personen zu opfern.

So hoffen wir hiermit einen Anstoss zu geben, sich zumindest den Akt des eigen-
staendigen Denkens zu bewahren, dies auch politisch zu artikulieren und sich
nicht  von den Experten und Kampagnen der Medien - von der Tageszeitung bis zu
TV- Expertenshows - einwickeln zu lassen.

 *Die Artikel des Themenschwerpunktes "Im Netz der Bioethik:*

+ Bioethik; Eugenik und ihr Menschenbild - Redaktionelle Einleitung
+ Der gelenkte Erbstrom - Zur Geschichte von Eugenik und Rassenhygiene
+ Forschungsrecht bricht Menschenrecht - Die europaeische Bioethik-         
  Konvention
+ Polymorph-defekt doch Gen-gecheckt - Der Traum genetischer Praevention
+ Organtransplatation - Schoene neue Welt der Medizin?
+ Hirnleben - Naeheres regelt das Transplatationsgesetz
+ Die gut durchblutete Leiche - Einige Anmerkungen zum "Hirntod"
+ Singer und der Neoliberalismus - Eine diskursanalytische Betrachtung
+ Die Toetung des Todes oder die Allmacht der Vernunft
+ Schwangerschaften als Epidemien - Der Antischwangerschaftsimpfstoff
+ Medizin und Gewissen? - Ein Kongressbericht
+ Radikale Kritik der Frauen an der Gentechnologie - Bericht von der FAO    
  in Rom

Die Umbrueche 15/16 "Im Netz der Bioethik" kosten 5,- DM und sind im
BAOBAB-Infoladen (Adresse siehe unten) zu erwerben.
Nach Zusendung von 5,- DM in Briefmarken werden sie auch per Sackpost
zugeschickt.

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BAOBAB-Infoladen Eine Welt e.V.
Christburger Strasse 3
10405 Berlin
Fon: 030/442 61 74
Fax: 030/443 59 90 66
E-mail: BAOBAB@OMEGA.berlinet.de
Eine Welt Laden:  Montag - Freitag 14 - 18 Uhr & Samstag 12 - 15 Uhr
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