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Article #422

Re: PCtipp.ch

#422
From: Gabriela Salvisberg
Date: Fri, 13 Jun 2008 01:17
90 lines
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Am Thu, 12 Jun 2008 10:21:29 +0200 schrieb Visvanath Ratnaweera:

Sali Visvanath

> Jetzt im Ernst: Werbung im Sinne "aquirieren für kommerzielle Zwecke"
> war das nicht gemeint. Sondern im weitersten Sinn wie etwa "bekannt
> machen". Z.B. ich habe das Heft deswegen gelesen.

Mir war es auch Ernst damit, zu unterscheiden. Ein journalistischer 
Grundsatz ist, Werbung gegenüber dem redaktionellen Inhalt kenntlich zu 
machen. Und auch im Usenet ist es üblich, es dazu zu schreiben, wenn sich 
etwas um den eigenen Arbeitgeber dreht. So kann jeder die Neutralität des 
Geschriebenen selbst sachlich beurteilen. Transparenz finde ich hier 
wichtig. Noch ist mir nicht ganz klar, wo das Problem liegt, falls 
überhaupt eines im Raum steht :-)

>> [...] Im Usenet bin ich als Privatperson unterwegs. Was
>> ich hier schreibe, hat mit meinem Brötligeber nichts zu tun, es sei
>> denn, ich täte darauf hinweisen [...]
> 
> Trotzdem sind die Leute "Botschafter ihre Organisationen", gewollt oder
> nicht gewollt, dafür bezahlt oder nicht. (stark abgekürzt)

In meinem Fall wäre das eher eine zufällige Begleiterscheinung. So 
wichtig bin ich nicht, dass man mich in diesem "Botschafter"-Licht sehen 
würde. Die CH-Usenet-Gemeinde ist relativ klein (und wird immer kleiner). 
Und jene, die mich länger kennen, wissen, dass ich "harmlos" bin *g*. 
Usenet ist bei der Zielgruppe der Publikation, für die ich schreibe, 
praktisch kein Thema. Im Moment sind auch Linux oder OpenOffice.org noch 
fast keins. Schon daran kannst du unterscheiden, ob eine private oder 
berufliche "Gaby" schreibt.

>>> "Editorial: Das Perfekte Vista

>> Ein Editorial will nur den Heftinhalt mit möglichst vollmundigen Worten
>> verkaufen. Das ist einigermassen normal bei solchen Zeitschriften. Auch
>> das, was auf der Titelseite steht, halte ich meist für übertrieben
>> (aber wir müssen halt mit dem Titelblatt versuchen, am Kiosk gegen die
>> anderen anzustinken *g*).
> 
> Schon OK. Vermutlich habe ich eine veraltete Meinung vom Journalismus.

Es gibt verschiedene Arten von Journalismus. Sparten- oder 
Fachjournalismus setzt ein paar Grenzen. Mein Arbeitgeber bedient seine 
Leser mit Infos und Tipps zu den Themen, für die sie sich laut Umfragen 
und Feedbacks interessieren. Und das geschieht so gewissenhaft wie 
möglich und im Einvernehmen mit den journalistischen Grundsätzen, wie sie 
z.B. von Mitgliedern der Mediengewerkschaft Comedia gefordert werden.

> Ein anderes Beispiel: Letzthin habe ich ein Podcast über Linux gehört,
> angeblich ein Interview. Statt die Leute reden zu lassen fällt der
> Moderator laufend ins Wort und argumentiert für Windows. Ich habe mit
> dann sagen lassen, das sei die neue Art von Interviews. Beurteile selber
> http://digitalk.kaywa.ch/200711 "Digitalk 41: Streit um Linux" mp3 zum
> runterladen http://digitalk.kaywa.ch/files/Digitalk41.mp3 (Hint: keine
> direkte Werbung)

Bei denen war ich auch mal zu Gast, zusammen mit Theo von 
wilhelmtux.ch ;-). Ich hab mir die von dir erwähnte Ausgabe nicht 
angehört (ich steh selbst nicht auf Podcasts), aber ich könnte mir 
vorstellen, dass der Moderator (Roger oder Matthias) absichtlich die 
Rolle des "Devil's advocate" eingenommen hat, ev. um die Windows-User 
abzuholen. (Ja, auch die Medien-Szene in der Schweiz ist relativ klein.)

>>> Einen Erklärungsbedarf hätte ich aber zu diesem online-Artikel:
>>> http://www.pctipp.ch/meinung/41540/das_beste_betriebssystem.html [.]

>> [...] Du hast aber schon gemerkt, dass es sich bei diesem
>> "Artikel" um eine _absichtlich_ polarisierende Meinungsäusserung bzw.
>> einen Pro- und Contra-Kommentar handelt? [...]
 
> Stimmt. Zusammen mit dem Artikel sieht es anderes aus. Persönlich wäre
> ich glücklicher gewesen, wenn Linux auch berücksichtigt würde.

Das hatte ich damals auch vorgeschlagen. Aber es wäre zu kompliziert 
geworden, da wir für dieses Gefäss nicht mehr Platz hatten.

>> Daran ist erkennbar, wie *******-egal dem CH-PC-User die Umwelt ist.

> Die Energieproblematik ist heute mehr als bekannt. Komisch ist, dass IT
> das noch nicht erkannt hat. Es gibt aber Anzeichen, zum Beispiel
> http://www.osnews.com/story/19845/Linux_Beats_Windows_2008_Power-
Saving_Measures

Leicht positiv stimmt mich, dass viele der neuen, sparsamen ultra-leicht-
Notebooks (à la Eee PC) mit Linux zu haben sind. Ein Betriebssystem mit 
einer Etikette wie "schlank, praktisch, flexibel und sparsam" kann dazu 
beitragen, die IT-Wegwerfmentalität etwas zu bremsen.

Gaby
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Newsgroups: ch.comp.os.linux
Subject: Re: PCtipp.ch
Date: 13 Jun 2008 01:17:39 GMT
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