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Article #480

Re: Mac Resumee

#480
From: Ueli Lezzi
Date: Mon, 18 Apr 2011 13:18
197 lines
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Hoi Stefan

Stefan Werner schrieb [18.04.11 13:31]:

> Wie der geneigte Leser weiss, bin ich seit ungefähr einem halben Jahr
> verstärkt auf dem Apple-Trip. Seit einigen Jahren hatten wir zwar einen
> nicht besonders anspruchsvoll genutzten Mac Mini als Familien-PC, aber
> inzwischen besitze ich privat und beruflich 4 Geräte dieser Firma (nebst
> 5 Windows und 3 Linux Computern). Zeit für ein Resumee:

Danke für den unterhaltsamen Bericht und die tolle Warnung! ;)
Achtung: Meine Antwort ist nicht todernst, gell.

Du scheinst dich nicht ganz entscheiden zu können, ob du die Geräte mit 
dem angebissenen Obstsymbol nun gut oder schlecht finden willst. 
Vielleicht bist du auch ein Mann, dem es schwerfällt, sich 
einzugestehen, dass er eine Fehlinvestition getätigt hat. Könnte ja sein. ;)

> - Die Preise der Apples finde ich nicht mehr überzogen. das iPad2 ist
> m.E. sogar konkurrenzlos günstig.

... und konkurrenzlos unbrauchbar, falls es mit den Verbindungen zur 
Aussenwelt etwa so ist, wie bei seinem Vorgänger. Deine Details zu 
Eituhns und Ei-was-schon-wieder scheint das zu bestätigen.

> Aber auch das MacBook pro ist zwar
> relativ teuer, aber halt auch wirklich tadellos verarbeitet. Es ist mir
> sogar mal runtergefallen und hat ausser einer Beule keinerlei Schaden...

Versuch's nochmals! Entweder mit Schwung, oder einfach aus grösserer Höhe.

> Fazit: Die Preise sind der Qualität angemessen.
>
> - Apple Zubehör ist dagegen eine Frechheit. Speichererweiterung kann man
> bei Apple nur mitbestellen, wenn Geld absolut keine Rolex spielt. Ein
> Ladekabel fürs iPad kostet soviel wie andernorts ein ganzes Netzteil
> inklusve Kabel.

Seit wann macht man bei einem Tintenstrahldrucker eine Preiskalkulation 
ohne Einbezug der Preise für die Tinte?
Seit wann macht man bei Äpfeln eine Kalkulation ohne Rücksicht auf die 
Preise der einzig dazu passenden Harasse?

> - Die Bildschirme sind generell eine Zumutung. Wenn ich einen
> Rasierspiegel brauche, kaufe ich einen Rasierspiegel, nicht einen
> Computer. Wieso schafft es Apple nicht, Bildschirme zu bauen, die nicht
> spiegeln?

Wie war das mit der total guten Verarbeitung, von dir "tadellos" genannt?

> - Der Systemstart ist generell flott, schneller als bei den nominell
> schnelleren Windows- und Linux-Maschinen. Das Betriebssystem fühlt sich
> eher flüssiger an, als bei den anderen OS. Allerdings wenn es mal hängt,
> dann hängt es. Unter Windows kann man ein hängendes Programm praktisch
> immer mit dem Taskmanager abschiessen, beim Mac bekommt man oft nichtmal
> mehr den Taskmanager in den Vordergrund. Und entgegen anderslautender
> Behauptungen stürzen Mac-Programme durchaus auch mal ab.

Wer hatte denn den die anderslautenden Behauptungen je geglaubt?

> Mein iMac friert sogar ab und zu (so ein bis zweimal pro Woche) völlig
> ein und lässt sich dann nur mit dem Netzschalter retten.

Zum Glück kannst du ihn überhaupt noch retten! ;)
Gib ihm einen Schnaps gegen das Frieren!

> - Die Akkulaufzeiten der mobilen Geräte (iPad2 und MacBook pro) sind
> sensationell. Bei beiden kann man rund 10 Stunden lang arbeiten, wenn
> man nichts allzu Anspruchsvolles macht. Beim MacBook pro ist der Akku
> auch nach inzwischen üebr 100 Ladezyklen nicht wesentlich schlechter
> geworden. Das iPad2 ist zu neu um etwas dazu zu sagen ;-)

Die Laufzeit der Äpfel kommt tatsächlich auch in der c't regelmässig gut 
weg.

> - Die Apples sind allesamt im Betrieb praktisch unhörbar. Da könnten
> sich die Windows- und Linux-Computer eine dicke Scheibe abschneiden.
> (Ok, das OS kann nur am Rande was für die Gertäuschentwicklung, aber das
> spricht halt doch für die integrierte Hard- und Softwarelösung, die
> Apple anbietet.)

Ausser der Rätsche einer Zusatzmaus, die so laut ist, dass man sie als 
Rhythmusinstrument für eine Samba-Gruppe brauchen könnte...
Für eine fremde Person nebenan in einer Bibliothek eine Zumutung.

> - TimeMachine finde ich die genialste Backup-Lösung die ich je gesehen
> habe. Einmal einrichten, nie mehr dran denken. Hab auch schon
> erfolgreich ein Komplettrestore aus der TimeMachine gemacht. Alles kein
> Problem.

Also, nun geht's zur Weichware. Da scheinen Genialität und Wahnsinn 
besonders nahe zusammenzuliegen. ;)

> - iTunes finde ich eines der bescheuertsten Programme überhaupt. Es
> fängt schon bei der Oberfläche an. Wieso hält sich ausgerechnet ein
> Apple-Programm nicht ans einheitliche Apple-UI-Design?
> Aber auch die Abläufe sind schlicht idiotisch.

Ein "/echter/" Fanbub würde damit schon klarkommen. Du musst einfach 
noch üben!
Frag doch den in Spanien mal.

Spass beiseite:
Ich finde deine Analyse und Bewertung sehr informativ. Danke.

> -- Man möchte ein PDF auf iBooks laden? Kein Problem sollte man meinen.
> Aus dem Finder zu ITunes auf das iPad-Symbol ziehen, oder? Fehlanzeige.
> Man muss übers Menu "Ablage->zu Mediathek hinzufügen", dann zum PDF
> navigieren und dann gehts. Wenn man mehrere PDF's übertragen will, muss
> man alles inklusive Navigieren jedesmal von vorne machen, weil der
> Fileselector sich auch nicht merkt, wo man beim letzten Mal war.
> Drag&Drop ist offenbar ein Fremdwort für iTunes.
> -- Man hat auf dem iPad ein paar Fotos und sieht die Funktion "Folders".
> Aha, man kann Fotos in Ordnern organisieren, denkt der unbefangene
> Beobachter, das ist ja super. Aber wie geht das? Man kann am iPad
> rumdrücken wo man will, es lässt sich kein Folder erstellen. Also muss
> man das Benutzerhandbuch durchlesen. Da steht auch nichts. Eine
> Internet-Recherche ergibt dann: Das geht nur über iTunes (würg). Soviel
> zum Thema intuitive Bedienung: Man muss also die Fotos vom iPad zu
> iTunes schicken, dann in iTunes ein Album erstellen, die Fotos dort
> hineinkopieren und dieses Album dann auf das iPad synchronisieren, wo es
> wieder als Folder erscheint, wenn man nichts falsch gemacht hat.
> -- Man hat in iTunes ein paar Musikstücke, die man gerne auf dem iPad
> hätte. Einfach rüberkopieren? Vielleicht sogar mit Drag&Drop? Nix da!
> iTunes hat seine eigenen Regeln. Man /kann/ gar nicht einzelne Stücke
> synchronisieren. Nur Playlists oder ganze Alben.
>
> Auch nachdem mir schon ein paarmal hier(tm) mit iTunes geholfen wurde,
> scheitere ich bei diesem Mistding noch immer an den einfachsten Dingen.
> Es ist einfach jedesmal garantiert anders, als die Intuition sagen würde.

Du bist bloss durch Blödsinn aus anderen Welten verdorben!

> - Zum Thema intuitive Bedienung ist auch iWork Pages ein nettes
> Lehrstück. Auch dazu nur soviel: Jede Funktion ist garantiert nicht da,
> wo man sie erwarten würde. Und: Wenn man eine Funktion aus der Toolbar
> aktiviert, bewirkt sie nicht selten etwas anderes, wie wenn eine
> gleichnamige Funktion aus dem Menu aktiviert.
>
> - Ach ja, das iWork-Update liess sich auf dem iMac nicht installieren.
> Es brach ab mit einem ungeheuer aussagekräftigen "Internal Error #23455"
> oder so. Apple lieferte dazu keinerlei Hilfe. In den Foren liest man
> nur, dass andere dasselbe Problem haben. Immerhin: Auf dem MacBook und
> dem Mini konnte ich es installieren (von derselben DVD wohlbemerkt)

Und wo ist da genau der Unterschied zur Fensterwelt, wo die "Lösung" der 
Weich- und Hartware /nicht/ intergriert ist? ("das spricht halt doch für 
die integrierte Hard- und Softwarelösung, die Apple anbietet") 
Kryptische Fehlermeldungen werden doch dort genauso beklagt.
Ah, die Wissensdatenbank zu den Fehlern könnte auf der Fensterseite 
besser gepflegt sein.

> - A propos DVD: Der AppStore ist eine coole Sache und macht DVD's
> überflüssig :-)

Da spricht ein Konsument, der konsumieren will. Eine geniale Sache, ein 
solcher Konsument! Der macht sein Flüssiges auch flüssig.

> - Der grüne Knopf an den Apple-Fenstern ist eher dämlich. Man würde
> meinen, er tut etwa dasselbe, wie der Maximize-Button an den Windows-
> oder Linux-Fenstern, nicht? Von wegen. Er tut was er will. Manchmal auch
> maximieren. Aber meistens bringt er die Programmfenster einfach auf
> irgendeine unerwartete Grösse. Bei ITunes (genau!) tut er sowieso mal
> wieder was ganz anderes, was zunächst dazu führt, dass man das ITunes
> Fenster überhaupt nicht mehr findet...

Wir sind uns für Notfälle einen /roten/ Knopf gewohnt. Da besteht also 
Gefahrenpotential, falls es mal schnell gehen muss.

> - Immer wieder eine nette Vorführung für Leute ohne Apple-Kenntnisse:
> Wenn man beim Mac einen USB-Stick auswerfen will, muss man ihn...
> ... genau: Ganz intuitiv in den Papierkorb werfen :-) Der unbefangene
> Windows- oder Linux-Anwender würde befürchten, ihn auf diese Weise zu
> löschen. Aber das geht wieder anders. Bloss wie?
>
> - Noch was speziell Positives zum Schluss: Die Windows- und
> Linux-Treiberhölle scheint es nicht zu geben. Egal welchen Drucker, Fax
> oder Scanner man anschliesst, der Mac kennt ihn schon und bindet ihn
> ohne Umstände ein.

Tja, für 5 bis 8 Drucker einen Treiber anzubieten zu können, darf man 
wohl auch von einem Obstbauern erwarten, nicht?
Ansonsten kenn ich die "Treiberhölle" unter Debian nicht. Aber ich 
verwende auch keine schick-weissen Geräte, sondern nur abgestandenen, 
braunen Kaffee.

> Das gilt vermutlich nicht für ganz exotische Geräte, aber bei meinen
> habe ich auch schon lange nach Linux-Treibern gesucht und das Schlimmste
> befürchtet, als ich auf Mac umstellte. Aber: Null Problemo.

Schön, dass dir zum Schluss noch etwas speziell Positives eingefallen 
ist! ;)

- Ueli
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