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Started by Guenter Gehl
Sun, 18 Aug 2002 18:40
Poesie-Meister, Abgabetermin verschoben
Author: Guenter Gehl
Date: Sun, 18 Aug 2002 18:40
Date: Sun, 18 Aug 2002 18:40
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Liebe Freunde Es ist zwar noch etwas Zeit, aber ich moechte trotzdem bereits eine Verschiebung des Abgabetermins ankuendigen. Ich bin in Hainichen, wo ich wohne, ganz knapp an der Hochwasserkatastrophe vorbeigeschrammt. Die Schaeden in meinem Grundstueck halten sich in Grenzen, aber es gibt bei Verwandten, Nachbarn und Bekannten und auch bei mir doch unendlich viel zu tun. Und das hat erst mal Vorrang. Es ist unglaublich, was hier passiert ist. Ihr werdet die grausigen Bilder im Fernsehen alle gesehen haben. Diese Urgewalt der Natur ist unvorstellbar. In unserer kleinen Stadt haben wir wirklich wahnsinniges Glueck gehabt. Mein Haus steht an einem kleinen Dorfbach, der im Normalfall so 8-10cm Wasserfuehrung hat. In der ersten Flutnacht waren es dann kurzzeitig ca. 2 Meter. StraοΏ½e, Garten und Bach waren eine einzige Wasserflaeche und die Haeuser unserer Strasse einsame Inseln im See. Auf der Strasse stand das Wasser damit so etwa 1 Meter hoch. Das war also im Vergleich zu den Bildern, die ihr so im Fernsehen sehen koennt, geradezu harmlos. Aber die Stroemungsgeschwindigkeit war extrem hoch und gefaehrlich. Ich musste ja nun auch durch und ich bin nicht gerade ein Leichtgewicht, aber ich habe mir nicht getraut, einen Fuss hochzunehmen, sondern habe mich wirklich zentimeterweise vorwaerts geschoben. Mein Haus steht zum Glueck relativ hoch und hat auch hohe Schwellen, aber noch 1-2 Zentimeter hoeher und es haette alles geflutet. Wir konnten den Innenraum gerade noch halten, so dass es nur Garagen, Schuppen, Keller und halt den ganzen Garten erwischt hat. Verwandte, die in der Innestadt wohnen, hat es viel haerter getroffen. Es ist echt grausam. Der Mann ist gelaehmt, sitzt im Rollstuhl, die Frau ist schwer zuckerkrank und nun stand ihr kleines Haeuschen mehr als einen Meter unter Wasser. Gott sei dank waren sie auf der ersten Etage halbwegs in Sicherheit. So furchtbar wie in vielen anderen Gegenden war es bei uns nun doch nicht. Aber es ist ein wahrhaft traumatisches Erlebnis. Wir haben jetzt am Wochenende das Erdgeschoss dieses Hauses geraeumt. Es muss alles raus. Das Wasser stand nur ein paar Stunden, aber der Schlamm und Dreck macht es so entsetzlich. Es ist ein furchtbarer Gestank, da ist kein Moebelstueck mehr zu retten. Und das ist gerade auch fuer aeltere Leute schon ganz schlimm. Wir haben Tapeten und alles, was nur ging rausgeschafft. Aber auch der Fussboden muss unbedingt weg und der Putz muss von den Waenden. Sonst ist diese Etage nicht mehr bewohnbar. Tja, meine Vorgabe der 74. Runde erweist sich im nachhinein als geradezu makabre Vorahnung... Gruesse Guenter -- Guenter Gehl
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