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Started by Guenter Gehl
Mon, 22 Jan 2001 19:40
Poesie-Meister, Runde 65-66
Author: Guenter Gehl
Date: Mon, 22 Jan 2001 19:40
Date: Mon, 22 Jan 2001 19:40
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********** Poesie-Meister (Runde 65/66) **********
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********** Einsendeschluss:23. Februar 2001 **********
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// Achtung: Korrekturposting
// Ich habe das analoge Posting zwischenzeitlich gecancelt,
// da ich mich bei Kopieren verheddert hatte. :-( Zu spaet bemerkt.
// Also nicht wundern, falls derselbe Artikel unter anderer id
// irgendwo doch noch rumsteht. Danke.
Liebe Mitspieler,
hier kommen nun endlich die schon viel zu lange eingemotteten
Einsendungen zur Weihnachtspreisrunde.
Es hatten sich bei mir leider diverse dienstliche, private
gesundheitliche und providerspezifische Probleme akkumuliert
und - wie das dann eben nach dem Gesetz von der innewohnenden
Gemeinheit der Materie so ist - gleichzeitig manifestiert.
Ich hoffe jedenfalls, dass die unpoetische Zeit nun vorbei ist.
Moege das das neue Jahrtausend fuer uns alle ein gutes werden.
Es sind diesmal auch auf Grund der Ausfaelle zur 64. Runde nur
17 Fortsetzungen in der Wertung. Ob es deswegen einfacher ist,
muesst ihr selber entscheiden.
Fuer die 66. Runde habe ich nach laengerem Suchen eine extravagante
Vorgabe gefunden, die sicherlich wieder kreative und lustige
Fortsetzungen nach sich zieht.
Viel Spass
wuenscht Guenter
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********** Poesie-Meister: Einsendungen Runde 65 **********
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********** Preisrunde!!! **********
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Vorgabe:
Die Gaensekeule hat sich mir vermaehlt
und staerkt - dem Frost zum Trotz - mein Blut.
Dezember traegt den weissen Hut,
ist weissbeschuht und eisgestaehlt.
Fortsetzungen:
(1)
Auf seinem Schienbein gleiten Kinderschlitten,
und seine Backen sind vom Schneeball voll.
Er hat mir wie mit Messern toll
Grimassen ins Gesicht geschnitten.
(2)
Da kann ich in der warmen Stube sein
bei ihr, die sich mir angetraut,
und beisse in die Knusperhaut.
Dazu trink ich vom edlen Wein
und lobe still die Weisheit unseres Herrn,
weil das was fliegt auch Beine hat.
"Mein allerliebstes Herzeblatt,
wie hab ich dich zum Fressen gern."
(3)
Da sitz ich nun ich plumper Thor
und bin noch fetter als zuvor.
(4)
Der Mut in mir sinkt tiefer als die Nacht
noch lang der Pfad, noch weit der Hof.
Im Kopfe wohl ein Philosoph,
doch jetzt zaehlt eine and`re Macht.
(5)
Der Punsch erweckt den Drang in mir
mich kurz zu ubergeben.
Was solls - dann tu ichs eben
wenn auch die Achtung ich verlier,
von all den vielen Menschen hier
die beidseits stehn daneben.
(6)
Der Weihnachtsbaum in sanftem Kerzenschein,
geschmueckt bis an den grossen Stern,
ist mir verhasst - ich sehe fern.
Durch meine Adern fliesst der Wein.
(7)
Der Weihnachtsmann hat derzeit keine Ruh,
Silvester ist auch nicht mehr weit -
fuer gute Vorsaetze die Zeit.
Das Jahr neigt sich dem Ende zu.
Doch bald schon kommt daher der Januar.
Hinweg der Dreck vom alten Jahr -
die guten Vorsaetze sogar!
Wie jedes Jahr? Wie jedes Jahr!
(8)
Die Einkaufsstrassen bieten Neonlicht
als Antidepressivum an.
Ein altgedienter Weihnachtsmann
versteckt im Bart sein trauriges Gesicht.
(9)
Doch hab' ich den Provider schlecht gewaehlt,
ich bin bei AOL, das ist nicht gut.
So geht mir oftmals hoch der Hut,
wenn er mir Fehlermeldungen erzaehlt.
Den Knopf "Reset", den kenn' ich nur zu gut,
und drum behalt' ich ruhig Blut.
(10)
Ein weicher Teppich fuehrt den Pfad hinan,
macht Schritte lautlos, katzengleich.
Aus Glas gegossen blinkt der Teich,
im Zuckermantel friert der Tann.
(11)
Fortan waehlt nun der Meister aus
sein Angesichte unserm gleicht /
welch Menschenhand er naechstens reicht
der faehrt fuer immerdar nach Haus.
Gar viele sind es hierzulande
ihr Mantel schuetzt vor Kaelte nicht /
wer hier nicht denkt an eine Schande
hat frohe Weihnacht - *seine* Sicht.
(12)
Gebell von Hunden weht von fern ans Ohr -
Hetzender Chor voll letzender Wut.
Ein Schlittenfuehrer auf der Hut
Spurt seinen Weg durchs starre Moor.
(13)
Geschaeftig draengt die Weihnachtszeit sich auf,
lockt mit Geschick und Glitzertrick
bei schnulziger Adventsmusik
zum Naschen und Geschenkeinkauf.
(14)
Jedoch des Winters Tage sind gezaehlt,
Silvester gibt mir neuen Mut.
In meinem Innern kocht die Wut,
vergangen ist, was uns gequaelt.
(15)
Vom Kern befreit der Apfel liegt im Herd,
gefuellt mit Preiselbeergelee;
die Butter brutzelt mit Effet.
Gar Zeit ist's, dass er wird verzehrt.
(16)
Welch holdes Bild, welch suesser Schmant
- von Spaetgebornen nie gekannt -
tut sich hier auf und sendet Leid
in unsre schnoede Wirklichkeit:
Kein Winter mehr, recht wenig Schnee,
und Tiere haben BSE.
(17)
Wer jetzt hinausgeht, hat verkehrt gewaehlt
und findet keines Herdes Glut.
Der Winter, kalt und ausgeruht,
ist mir noch fremd und unerzaehlt.
Das Haus hat sich ins Federbett gehuellt
und haelt verschnupft den Atem an.
Die Weihnacht naht, so schnell sie kann,
geschenkbeladen, wunscherfuellt.
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********** Poesie-Meister: Vorgabe Runde 66 **********
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Vorgabe:
Unsre Seelen Explosionen,
Bomben sind sie, schneesturmdicht.
Es sind diesmal wieder 2 Fortsetzungszeilen gefordert.
------------------------ CUT HERE (BEGIN) ------------------------
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********** Teilnahmeformular Poesie-Meister **********
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Bitte bis zum 23.02.2001 einsenden an:
gg@eris.in-chemnitz.de
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Name :
Pseudonym (optional):
E-Mail :
************ Poesie-Meister Runde 65 *****************************
Ich tippe auf Fortsetzung Nr. __
Einen Sonderpunkt vergebe ich an Fortsetzung Nr. __ (*)
(*) die Vergabe von Sonderpunkten ist freiwillig, bei Verzicht
kann man jedoch auch selbst keinen Sonderpunkt erhalten
Meinungen und Kommentare:
...
************ Poesie-Meister Runde 66 *****************************
Vorgabe:
Unsre Seelen Explosionen,
Bomben sind sie, schneesturmdicht.
Meine Fortsetzung (2 Zeilen) lautet:
...
------------------------ CUT HERE (END) ------------------------
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Guenter Gehl
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