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Thread View: cl.fluechtlinge.diskussion
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1 total messages Started by BUKO GESCHÄFTSSTELLE Tue, 07 Oct 1997 00:00
Kleiner BUKO Nov. 97
#94
Author: BUKO GESCHÄFTSSTELLE
Date: Tue, 07 Oct 1997 00:00
26 lines
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The legend lives... Auf zum Kleinen BUKO 211/2

"Der Streit darum, was der BUKO denn nun eigentlich sein sollte, zieht sich durch seine ganze Geschichte. Schon auf dem Gruendungstreffen wollte der eine Teil eine politisch schlagkraeftige Organisation, waehrend der andere Teil nur Interesse an der Koordination der lokalen Gruppen hatte." 
So zu lesen in einer juengst in Hamburg vorgelegten Studie ueber den bedeutendsten Dachverband der bundesdeutschen Internationalismusbewegung, den mittlerweile zur lebenden Legende avancierten Bundeskongress entwicklungspolitischer Aktionsgruppen. Es hat sich in 21 Jahren also scheinbar nichts veraendert. Wenn im BUKO eh alles seinen internationalistischen Gang geht, warum dann die Aufregung um eine "dringend notwendige Strukturdebatte", wie seit einigen Monaten von verschiedenen Seiten mit Vehemenz gefordert wird?

Nun, spaetestens seit der Koordinierungsausschuss (KA) auf dem 19. BUKO nicht mehr neu besetzt wurde, hat die Diskussion ueber das politische Profil und die organisatorischen Strukturen des BUKO neue Brisanz erhalten. Bis dahin hatte der KA die politische Vertretung des Verbandes zwischen den jaehrlichen Kongressen gebildet. Seit es ihn nicht mehr gibt, werden die politischen Entscheidungsstrukturen schrittweise dezentralisiert, d.h., politische Mandate werden themengebunden an inhaltlich qualifizierte BUKO-Gruppenzusammenhaenge vergeben. Bestimmt eine supergute Idee, die voll den basisdemokratischen Prinzipien des BUKO verpflichtet ist. 

Doch leider funktioniert das Modell in der Praxis nicht besonders gut. Voraussetzung fuer eine Dezentralisierung der Entscheidungsstrukturen ist eine funktionierende Kommunikationsstruktur zwischen den bereits existierenden bundesweiten BUKO-Arbeitszusammenhaengen und der "Basis", vor allem aber auch eine gewisse Bereitschaft der Mitgliedsgruppen, sich aktiv in Entscheidungsprozesse einzubringen. Beides laesst zu wuenschen uebrig. Der BUKO hat sich in den letzten Jahren mit politischen Interventionen auf die Bereiche konzentrieren muessen, die durch gut funktionierende Arbeitszusammenhaenge abgedeckt sind. Dies sind neben den mit hauptamtlichen Stellen versehenen Bueros (Geschaeftsstelle, Agrarkoordination, Pharma-Kampagne, Kampagne Stoppt den Ruestungsexport) vor allem die Arbeitsschwerpunkte "Nachhaltigkeit und Herrschaft" sowie "Rassismus und Fluechtlingspolitik", die Zeitschrift "alaska" und nicht zuletzt die an Mitgliedsgruppen vergebenen Mandate fuer Cuba und Kurdistan. In anderen Bereichen ist ein politisches Vakuum entstanden. Der BUKO mischt sich weniger in politische Debatten ein, er tritt weniger nach aussen in Erscheinung, womit er - auch unter seinen Mitgliedsgruppen - an Attraktivitaet verliert. 

Diese Entwicklung ist sicher Ausdruck einer allgemeinen Ermuedung und Desorientierung in der Solidaritaetsbewegung. Dazu kommt, dass es innerhalb des BUKO durchaus kontroverse Positionen im Politik- und Organisationsverstaendnis gibt. Mittlerweile herrscht immerhin Einigkeit darueber, dass eine konstruktive Debatte hierueber dringend ansteht, wenn der BUKO wieder eine konkrete, politische Handlungsperspektive entwickeln soll. Auf dem 21. Bundeskongress in Paderborn wurde deshalb beschlossen, einen "Kleinen BUKO" fuer die Struktur- und Perspektivdebatte zu veranstalten. Im Kern wird es um die Frage gehen, wie sich die Ansprueche auf politische Handlungsfaehigkeit bei groesstmoeglicher Partizipation der Basisgruppen verwirklichen lassen. 

Einige zentrale Fragen werden sein:
* Wie ist das Selbstverstaendnis des Verbandes BUKO?
* Was ist der BUKO, und wo wollen wir hin?
* Wer soll im BUKO entscheiden?
* Welcher Bedarf besteht bei den Mitgliedsgruppen an bundesweiter Koordination und politischer Repraesentation?
* Wie sollen die BUKO-Strukturen aussehen, um die angestrebten Funktionen zu erfuellen?
* Was muss sich am BUKO aendern, damit die Mitarbeit erleichtert und attraktiv wird?
* Welche Handlungsperspektiven kann der BUKO ueber eine Bildungsveranstaltung hinaus entwickeln?
* Ist der BUKO Gegenmacht?

Achtung: Auf dem Kleinen BUKO wird nicht nur gelabert, sondern die Mitgliedsgruppen treffen wichtige Entscheidungen fuer die Zukunft des gesamten Verbandes. Deshalb die Aufforderung an alle Mitgliedsgruppen: Kommt in Scharen!

Der Kleine BUKO findet vom 21. bis 23. November 1997 in Kooperation mit dem AKE Vlotho in Bonn statt. 
Anmeldung: BUKO-Geschaeftsstelle, Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg, Tel.: 040-393156, Fax: 040-3907520
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