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Started by Bund fuer Soziale Verteidigung
Tue, 18 May 1999 00:00
Brief an Mitglieder der Gruenen
Author: Bund fuer Soziale Verteidigung
Date: Tue, 18 May 1999 00:00
Date: Tue, 18 May 1999 00:00
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BUND FUER SOZIALE VERTEIDIGUNG, RINGSTR. 9A, 32427 MINDEN, TEL 0571/29456
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OFFENER BRIEF DES BUNDES FUER SOZIALE VERTEIDIGUNG AN DIE
MITGLIEDER DER GRUENEN MIT EINER POLITISCHEN HEIMAT IN DER
FRIEDENSBEWEGUNG
Der Bund fuer Soziale Verteidigung hat sich seit seiner Gruendung
im Jahr 1989 den Gruenen programmatisch sehr verbunden gefuehlt.
Strebten doch die Gruenen als einzige Partei an, zumindest
langfristig Militaer und Ruestung zu ueberwinden. (Buendnis 90-Die
Gruenen sind Traegerorganisation des Bund fuer Soziale
Verteidigung). Soweit uns bekannt ist, sind auch eine Reihe von
Mitglieder des BSV bei den Gruenen aktiv.
Seit 1994 ist der Bund fuer Soziale Verteidigung durch seine
Mittraegerschaft beim Balkan Peace Team aktiv in Kroatien und in
Serbien/ Kosovo, um mit Freiwilligenteams auf der Basisebene einen
Beitrag zur nicht-gewaltsamen Konfliktaustragung zu leisten. So
begrenzt die Einwirkungsmoeglichkeiten und die Reichweite dieser
Arbeit notwendigerweise sein musste, sie entsprach den
Moeglichkeiten, die eine kleine und kraeftemaessig begrenzte
Organisation zusammen mit anderen entwickeln kann.
Aus den praktischen Erfahrungen mit der Region und den Menschen
dort resultiert unser Anspruch, zu diesem Krieg kritisch Stellung
zu nehmen und uns zur Politik der Bundesregierung und der NATO in
diesem Sinne zu aeussern.
Dies haben wir vor und seit Kriegsbeginn in mehreren
Stellungnahmen und mit verschiedenen Aktivitaeten getan. Unsere
Sorge gilt dem Schicksal der Menschen im Kosovo wie in Serbien, wo
wir der Opposition besonders verbunden sind. Unsere Anstrengungen
richten sich im Moment darauf, die oeffentliche Meinungsbildung
fuer einen sofortigen und bedingungslosen Stopp der
Bombardierungen zu beeinflussen.
Fuer die Zeit nach Kriegsende arbeiten wir an Konzepten, wie ein
Wiederaufbau sozialer Strukturen zu einem wirklichen
Friedensprozess gestaltet werden kann.In der Arbeit gegen den
Krieg und in der Sorge fuer einen wirklichen Friedensprozess fuer
die Region sind wir all denen verbunden, die sich hierfuer auch
bei den Gruenen eingesetzt haben.
Wir wissen, dass der Parteitag in Bielefeld fuer viele Mitglieder
der Gruenen nicht das deutliche Signal in Richtung De-Eskalation
war, das sie sich gewuenscht haben und das wir so dringend
gebraucht haetten. Wir koennten uns vorstellen, dass viele
Mitglieder der Gruenen einen Teil ihrer politischen Identitaet mit
diesem Parteitag verloren haben. Wir erleben, dass viele dieser
Mitglieder vor einer schwierigen Wahl stehen: entweder die Partei
zu verlassen oder aber innerhalb der Partei weiterhin fuer
friedenspolitische Positionen zu kaempfen.
Wir haben keine Veranlassung, diese Wahl zu beeinflussen, denn
selbstverstaendlich respektieren wir beide Entscheidungen. Allen
Mitgliedern der Gruenen (und allen, die bereits ausgetreten sind),
die ihre Heimat in der Friedensbewegung haben, moechten wir
(jedoch) signalisieren, dass wir den BSV fuer den Ort halten, wo
sie diesen Teil ihrer Identitaet umsetzen und aktiv vorantreiben
koennen. Als Teil der Sozialen Bewegungen arbeiten wir auf der
"Strasse" und in eigenen Projekten und Initiativen. Gleichzeitig
haben wir immer auch versucht, Politik zu beeinflussen und
Zugaenge in Parteien zu entwickeln und zu pflegen. Friedenspolitik
ist mit uns sowohl von "aussen" als auch von "innen" zu machen.
Wir verstehen diesen Brief als ein Angebot zu Kontakt, Gespraech,
Kooperation und gemeinsamer Aktion. Wir koennen uns vorstellen,
uns mit Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Gruenen, die
eine staerkere friedenspolitische Verankerung wuenschen, hierueber
auszutauschen und laden hierzu ein. Unser Vorstandsmitglied Marion
Keppler (Gruene Niedersachsen) koennte hierfuer Eure
Ansprechpartnerin sein.
Ihre Adresse: Marion Keppler, Stettinerstr. 7, 30938 Burgwedel,
05139/7486, e-mail marion.keppler@t-online.de
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