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1 messages
1 total messages Started by Roland Blach Thu, 20 May 1999 00:00
Aktion Goldgraben am 29.Mai, NATO-HQ, Bruessel
#13
Author: Roland Blach
Date: Thu, 20 May 1999 00:00
215 lines
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## Nachricht vom 18.05.99 weitergeleitet
## Ursprung : R.BLACH@P037.cl.sub.de
## Ersteller: MARC_WIEMERS@VLBERLIN.comlink.de

"Aktion Goldgraben"
Internationale Aktion zur Abschaffung aller
Atomwaffen
und zum sofortigen Stop des Krieges auf dem
Balkan
am NATO-Hauptquartier in Br�ssel
29. Mai 1999

Die "Aktion Goldgraben" ist eine gro�e internationale gewaltfreie Aktion an dem globalen
Machtzentrum NATO-Hauptquartier in Br�ssel. Sie wird, vielleicht zum Ablauf der Frist vor
den Einsatz von NATO-Bodentruppen in Kosov@1), am Samstag, den 29. Mai stattfinden.
Die f�hrenden NATO-L�nder weigerten sich bisher, v�lkerrechtlich eingeforderte und von
ihnen selbst zugesagte Verhandlungen �ber atomare Abr�stung zu f�hren. Statt dessen
r�cken sie durch ihre aggressive Kriegspolitik auf dem Balkan einen Atomwaffeneinsatz in
bedrohliche N�he - sowohl den weiterhin propagierten Ersteinsatz atomare Waffen durch
NATO-Truppen als auch eine atomare Reaktion Russlands. Das unter keinen Umst�nden zu
rechtfertigende Risiko eines Dritten Weltkriegs wird aus strategischem Machtkalk�l
heraufbeschworen! Nur eine schnelle, radikale Umkehr von der Unkultur des Krieges zu einer
Politik des Friedens wird die Vision des "Hague Appeal for Peace ", ein Jahrtausend ohne
Kriege einzuleiten, erm�glichen. Schon jetzt hat die Entscheidung der NATO, ohne UNO-
Mandat v�lkerrechtswidrig diesen Krieg zu beginnen, Erfolge der Friedensbewegungen und
internationaler Friedensbem�hungen der letzten Jahrzehnte zunichte gemacht. Um so
wichtiger ist es, jetzt Auswege aus der Falle milit�rischer Dilemmas aufzuweisen und
entschiedene Schritte zu tun.
1) Da "Kosovo" proserbisch und "Kosova" proalbanisch ist, verwenden wir "Kosov@".

Die "Aktion Goldgraben" ist der internationalen Friedenskonferenz "The Hague Appeal for Peace"
f�r die sofortige Abschaffung aller Atomwaffen vom 11.-15.05.99 in Den Haag verbunden. Der
direkt anschlie�ende internationale Friedensmarsch "2000 Walk for Abolition" vom Internationalen
Gerichtshof in Den Haag zum NATO-Hauptquartier in Br�ssel (16.-26.05.99) bildet den �bergang
zu dieser direkten gewaltfreien Aktion, mit der wir die Regierenden unter starken politischen
Zugzwang setzen k�nnen, auf Forderungen der Friedensbewegung einzugehen.
Mit der "Aktion Goldgraben" wird der oft vergessenen Zusammenhang von atomarer Bewaffnung
und der nuklearen Kolonialisierung indigener V�lker thematisiert. Wir wollen mit ihr �ffentliches
Bewu�tsein �ber die atomare Kette schaffen, die den V�lkermord an den Indigenen schon bei der
Vorbereitung von Krieg zur Folge hat. Vielleicht schrecken wir auf, wenn wir erkennen, wie wenig
Grund f�r moralische �berheblichkeit wir NATO-StaatlerInnen in Sachen V�lkermord und
Vertreibung in Wirklichkeit haben. Die ungeheuren Dimensionen von Vernichtung, Not und Elend,
denen die Menschen aus dem Kosov@ heute ausgeliefert sind, f�gten wir - auf Jahrzehnte verteilt -
anderen bereits beim Aufbau unserer Atomwaffenarsenale zu.

Die Atomare Kette erkennen lernen

Dieser Begriff umfa�t alle Schritte der Nukleartechnik, von Uranabbau und -anreicherung �ber
Brennelementeproduktion f�r AKWs und die Wiederaufarbeitung, Transport und "End"Lagerung
von Atomm�ll bis hin zur Atomwaffenproduktion und Atombombentests. Er verdeutlicht den oft
geleugneten direkten Zusammenhang von ziviler und milit�rischer Nutzung der Atomtechnologie.
Uranabbau als erster Schritt der atomaren Kette wird von multinationalen Konzernen weltweit zu
�ber 80% auf dem Land indigener V�lker durchgef�hrt. 85 0er Radioaktivit�t bleiben dabei
ungebunden im klein gemahlenen und chemisch zersetzten Abraumgestein vor Ort zur�ck. Dort
verseucht es Land und Wasser und setzt mehr an CO2 frei, als irgendein fossiler Brennstoff.
Uranabbau entzieht die Lebensgrundlagen von immer mehr indigenen V�lkern, die aufgrund ihrer
Lebensweise besonders auf eine intakte Umwelt angewiesen sind. Als H�ter ihrer Mitwelt, wie sie
sich vielfach verstehen, w�rde ein freiwilliges Umsiedeln oder eine Vertreibung ihre kulturelle
Identit�t zerst�ren. Dem radioaktiven Erbe, welches wir ihnen f�r viele Generationen aufb�rden,
k�nnen sie so nicht entkommen.

Das Selbstbestimmungsrecht indigener V�lker anerkennen

Auf dem Land von Indigenen haben auch alle Atomtests stattgefunden. Wie unerkl�rte Atomkriege
gegen ihre V�lker wurden Atomtests z.B. im Pazifik bei den Maori, in Australien bei den
Aborigenes, in der ehem. UdSSR bei den Kazakhs oder im US-Testgebiet auf dem Land der Western
Shoshone Indianer in Nevada, durchgef�hrt. Weltweit wird vermehrt versucht, "End"Lager auf
indigenem Land durchzusetzen. Einige der verheerendsten atomaren Unf�lle sind auf ihrem Land
geschehen, ohne da� die Welt�ffentlichkeit davon angemessen Notiz genommen h�tte: so kam es
z.B. 1979 auf der Navaho Reservation am Auffangbecken einer Uranmine zu einem Dammbruch.
400 Mio. Liter radioaktiver Schl�mme entleerten sich in den angrenzenden Flu� Puerto Rico. Diese
`Four Corner Area', einem Vier-Staaten-Eck im S�dwesten der USA, in dem mindestens ein Viertel
aller nordamerikanischen Indianer leben, wurde von der US Regierung wegen radioaktiver
Verseuchung kurzerhand zum nationalen Opfergebiet erkl�rt.
Wie mit indigenem Widerstand gegen diese Politik umgegangen wird, zeigt stellvertretend der Fall
des weltbekannten indianischen Gefangenen Leonard Peltier vom Volk der Lakota, der seit 23 Jahren
unschuldig in einem US-Gef�ngnis sitzt und dem trotz �ber 30 Mio. Unterschriften f�r seine
Freilassung selbst die dringend ben�tigte Gesundheitsversorgung verweigert wird.
Weltweit �ber 3000 indigene V�lker sind innerhalb der UNO nicht als V�lker anerkannt, obwohl sie
alle Kriterien hierf�r - eigene Kultur, Geschichte, Sprache, etc. - erf�llen. F�r sie gelten die
kollektiven Menschenrechte offensichtlich nur eingeschr�nkt. Die BRD ist an deren Ausbeutung und
Vergiftung beteiligt, indem sie Konzerne beim Rohstoffraub/-import unterst�tzt: z.B. wurden
deutsche Urangesellschaften staatlich subventioniert, als sie in "entlegenen" Gebieten nach Uran
suchten. Die Bundesregierung verweigert ihre Unterschrift unter die weltweit einzige Konvention
zum Schutz indigener Rechte, die ILO-Konvention 169 mit dem Argument, in der BRD w�rden
keine indigenen Menschen leben. Damit unterst�tzt sie indirekt den Genozid an diesen V�lkern.
Ihr Recht auf Selbstbestimmung sowie ihre Landrechte, die z.B. in den USA in Vertr�gen mit
indianischen Nationen festgelegt sind und zudem nach internationalem Recht volle G�ltigkeit haben,
werden ihnen aberkannt. So wird der (Neo-)Kolonialismus bis heute fortgesetzt.
Um zumindest Geh�r zu finden haben viele indigene V�lker sich seit 1982 bei der UN in einer
Arbeitsgruppe f�r indigene "Bev�lkerungen" zusammengefunden. Andere haben sich in der
"Unrepresented Nations and Peoples Organisations" (UNPO), eine Nichtregierungsorganisation mit
Sitz in Den Haag, eine Art UNO von unten, zusammengeschlossen. Unsere Forderungen nach der
Abschaffung aller Atomwaffen, dem sofortigen Ausstieg aus der Atomindustrie und dem Stop des
nuklearen Kolonialismus stehen in Solidarit�t mit den Forderungen der indigenen V�lker nach
Anerkennung ihrer kollektiven Landrechte.

Den Krieg und Vertreibung im Kosov@ stoppen - NATO raus aus dem Balkan

Unsere internationalen Bem�hungen um atomare Abr�stung sind mit dem v�lkerrechtswidrigen
NATO-Einsatz auf dem Balkan schwer getroffen. Wir wollen der gegenw�rtigen US-Atomwaffen-
Doktrin nicht folgen, die laut einer Ver�ffentlichung des Strategischen Kommandos der USA eine
Politik der atomaren Verunsicherung beabsichtigt, ja sogar den Eindruck von irrationalem Handeln
und Rachsucht erwecken soll. Mi�liebige Regierungschefs sollen dar�ber in Ungewi�heit gehalten
werden, ob und unter welchen Umst�nden es zum Atomwaffeneinsatz gegen ihr Land kommen
k�nnte. Derartiges taktisches Kalk�l mit Atomwaffeneins�tzen, etwa gegen Serbien oder in einem
Atomkrieg zwischen NATO und Russland, halten wir schlicht f�r wahnsinnig. Wir wollen unser aller
Existenz nicht zur Man�veriermasse der Regierenden machen lassen!
Heute werden im Kosov@ radioaktive Waffen eingesetzt. Mit abgereichertem Uran versetzte
Munition wird von Apache-Hubschraubern und A-10-Tieffliegern der US-Luftwaffe in Salven von
4200 Schu� pro Minute abgefeuert. 1987 versuchte der Honeywell-Konzern diese Waffen in den
Black Hills, den heiligen Bergen der Lakota, Cheyenne und Arapaho, zu testen, nachdem wegen
radioaktiver und chemischer Verseuchung des Grundwassers der Staat Minnesota die Tests dort
untersagt hatte. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bev�lkerung und Soldaten im Kosov@,
aber auch die radioaktive Verseuchung der Region f�r viele Jahre, werden enorm sein. Gerichtliche
Klagen mehrerer tausend US-Soldaten des Golfkrieges, die unter dem Golf-Syndrom leiden, gegen
den Einsatz dieser Munition, lassen den Balkan-Krieg "zum Schutz der Menschenrechte" einmal
mehr als zynisch erscheinen. Die atomare Kette schlie�t sich wieder, wo der Bombenrohstoff Uran
vom Land der Indigenen seine kriegerische Verwendung im Kosov@ findet.
Unsere Forderung nach Aufwertung und Weiterentwicklung der UNO trifft sich mit den
Prophezeiungen der 'spirituellen �ltesten' indigener V�lker, u.a. der Hopi (nicht zu verwechseln mit
nach geistlicher Vorherrschaft strebenden christlichen F�hrern), die 1992 der UN-
Generalversammlung �berbracht wurden. Sie besagen, da� eines Tages die F�hrerInnen der Welt
gleichwertig zusammenkommen m�ssen, um �bereink�nfte f�r die L�sung der Weltprobleme ohne
Kriege zu treffen. Ihre Visionen besagen, auch eine 'spirituelle UNO' zu entwickeln. Sollte dies nicht
gelingen, k�nnte daran die Menschheit zugrunde gehen. Die internationale UN-Dekade der indigenen
V�lker von 1995-2004 soll von der UNO ebenso wie das Jahr 2000, dem internationalen UN-Jahr
f�r Frieden und Kultur, f�r deren Weiterentwicklung genutzt werden.

"Aktion Goldgraben": Trainings, Camp und Gewaltfreie Aktion

Unsere Vision von einer freien, nicht l�nger von der atomaren Kette bedrohten Zukunft und einer
humanen Welt, in der alle Menschen ohne Zwang und Gewalt leben k�nnen, werden wir in unserer
Widerstandsformen ausdr�cken. Die Mittel, die wir einsetzen, m�ssen mit unseren Zielen
�bereinstimmen. Daher ist f�r uns Gewaltfreiheit ein Grundprinzip der politischen
Auseinandersetzung. Dies schlie�t die Achtung vor dem Leben, der Gesundheit und der W�rde
unserer KonfliktgegnerInnen ebenso ein wie die Lebensfreude und Kreativit�t, mit der wir
entschlossen den n�tigen politischen Druck erzeugen wollen.
Wir m�ssen damit rechnen, da� unsere Klarheit und Entschlossenheit zur gewaltfreien Aktion mit
polizeilicher Gewalt begegnet wird. Daher werden bereits w�hrend des "2000 Walk for Abolition"
und w�hrend eines viert�gigen Camps in Br�ssel die gemeinsamen Vorbereitungen beginnen. Es
werden Bezugsgruppen gebildet und verbindliche Absprachen getroffen, Trainings in gewaltfreier
Aktion schulen in Grundfragen zur Gewaltfreiheit, schneller Entscheidungsfindung im Konsens, dem
Umgang mit �ngsten und helfen, eine kraftvolle innere Haltung zu erlangen. Auch juristischer
Beistand wird vor Ort sein.
Bei unserer Aktion in Br�ssel werden wir wohl�berlegt und �ffentlich vor, auf und unter dem
NATO-Hauptquartier mit hunderten von Menschen nach dem f�r R�stung und Milit�r vergeudeten
"Goldschatz" graben, so wie auf dem Land der Indigenen ohne ihre Zustimmung nach
Bodensch�tzen gegraben wird. Damit setzen wir ein Zeichen gegen die permanente Mi�achtung und
Verletzung ihrer kollektiven Land- und Menschenrechte sowie f�r unsere Vision, den "geraubten
Goldschatz" eines Tages an die Beraubten zur�ckzugeben.


Anmeldungen & Informationen

"Aktion Goldgraben"
GAAA - Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen
Lenzhalde 53, 70806 Kornwestheim
Tel. 07154/ 22026, Fax 07154/ 186643
Email: Fehler! Textmarke nicht definiert.     http://Fehler! Textmarke nicht
definiert.
Spendenkonto: �kobank Frankfurt/M., Konto-Nr. 160 369, BLZ 500 901 00

Die "Aktion Goldgraben" wird f�r die Aktivit�ten vor Ort eine Menge Geld kosten. Hierf�r, und f�r
die Unterst�tzung von Delegierten indigener V�lker (Reisekosten, etc.), die bei der Aktion
teilnehmen und sprechen werden, bitten wir um Spenden.

"2000 Walk for Abolition"
For Mother Earth International Office
Lange Steenstraat 16-d, B-9000 Gent, Belgien
Tel. +32/ 9/ 2337302
Email: Fehler! Textmarke nicht definiert.   Fehler! Textmarke nicht
definiert.


R�ckmeldung

  Ich/Wir nehme/n an der "Aktion Goldgraben" am NATO-Hauptquartier teil

  Ich/Wir kann/k�nnen folgende organisatorische Aufgaben in Br�ssel �bernehmen (zutreffendes
bitte deutlich unterstreichen):
Polizeikontakt/ Pressearbeit/ Moderation/ Sanit�terIn/ Kinderbetreuung/ Dolmetschen/
Computerarbeiten/ Aufbau/Abbau des Camps

  Ich/Wir kann/k�nnen folgendes Material zur Verf�gung stellen:
    Handies/ Computerausr�stung/ (Klein-)Bus/ PKW/ Fahrrad/ Anh�nger

  Ich/Wir komme/n am ...... mit ......Personen
  Ich/Wir chartern einen Bus/ fahren mit dem eigenen Auto/ haben noch ...... Pl�tze frei

  Ich/Wir unterst�tzen obigen Aufruf und wollen in weiteren Anzeige (in einer �berregionalen
Zeitung) genannt werden

  Daf�r �berweise/n ich/wir 10 DM (Einzelperson), 20 DM (Gruppe) auf Euer Konto

  Ich/Wir �bernehme/n eine B�rgschaft f�r den Fall gerichtlicher Schadensersatzforferungen in
H�he von .........

  Ich/Wir ben�tige/n eine Musterpresseerkl�rung

  Ich /Wir ben�tige/n noch ...... Flugbl�tter


Gruppe, Organisation:
Vor-, Name:
Adresse:
Tel/Fax/Email:
Datum, Unterschrift:

Marc
                               Marc Wiemers
                            Rodenbergstrasse 12
                               10439 Berlin

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