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Started by Franz Iberl
Mon, 05 Apr 1999 00:00
We: [IMI 0051] Rede Tobias Pfueger beim Ostermarsch Muenchen
Author: Franz Iberl
Date: Mon, 05 Apr 1999 00:00
Date: Mon, 05 Apr 1999 00:00
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*** Originalmail von : IMI@GAIA.DE (INFORMATIONSSTELLE MILITARISIERUNG E.V.) (0:00 5.04.99)
*** unter dem Betreff : [IMI 0051] Rede Tobias Pf�ger beim Ostermarsch M�nchen
*** Weitergeleitet aus : pers�nlicher Mail (PRIVAT)
*** Weitergeleitet von : F.Iberl@AMAZONAS
-------- Beginn Originalnachricht --------
Bitte weiterleiten oder (in Ausz�gen) abdrucken.
Ostermarsch in M�nchen am 03.04.1999, ab 12.15 Uhr
Rede Tobias Pfl�ger, Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Es gilt das gesprochene Wort! (�ber einen genauen Mitschnitt der Rede
verf�gt nur die M�nchner Polizei, vgl. hierzu die n�chste e-mail)
Liebe Freundinnen und Freunde,
Seit dem 24. M�rz befindet sich Deutschland mit im Angriffskrieg gegen
Jugoslawien. Jeden Tag wird die Situation in Jugoslawien und speziell im
Kosovo schlimmer. Die NATO gibt vor zu bombardieren, um eine "humanit�re
Katastrophe" zu verhindern. Doch ganz offensichtlich und nicht
unerwartet wird diese "humanit�re Katastrophe" durch die NATO-
Bomben t�glich schlimmer. Die NATO-Bomben sind e i n e wesentliche
Ursache f�r das Fl�chtlingselend.
Eine Frau der Oppositionsgruppe "Frauen in Schwarz" hat die perverse
Situation in einer e-mail an einen Freund auf die Formel gebracht:
"Am Himmel die NATO, am Boden Milosevic!"
Wir bekommen derzeit den trauriger Beweis vorgef�hrt, da� mit Milit�r
und Krieg kein Frieden herbeigebombt werden kann.
Wir fordern von hier aus einen sofortigen Stopp der Luftangriffe!
Stoppt das NATO-Bombardement jetzt!
�ber Jahre hinweg haben die NATO-Staaten und Deutschland die zivilen
Kr�fte im Kosovo h�ngen lassen und politisch nicht unterst�tzt.
Der Konflikt wurde erst dann interessant, als ein kriegerischer
Konflikt daraus wurde.
Die UCK wurde vom Westen hochgez�chtet und aufger�stet.
Das vielgelobte Rambouillet-Abkommen war ein unannehmbarer Diktat-
Frieden der westlichen Staaten. Um einen ehrlichen Kompromi� ging es
dort nie. Die Frankfurter Allgemeinen Zeitung kommentierte das
so: "Mit zunehmend imperialer Geste betreiben die Vereinigten Staaten
ihre Au�enpolitik"
Es ist eine �ble Heuchelei der Verantwortlichen der NATO-Staaten:
Bei den Bombardements geht es nicht um Hilfe f�r Menschen in
Not, hier geht es um eine menschenverachtende Demonstration der
milit�rischen St�rke!
Diese Bombardements werden fortgef�hrt und Tag f�r Tag versch�rft,
weil die NATO ihr Gesicht nicht verlieren will.
Mir ist jeder Mensch, der nicht umgebracht wird,
lieber als das Gesicht eines Milit�rb�ndnisses!
Die NATO ist in ihre eigene Drohkulisse - in ihre eigene Sachzwangl�ge
gelaufen, die NATO hat mit Bomben gedroht und meinte dann, da� sie auch
bombardieren m�sse.
Was nach den Bomben kommen soll, konnte und kann niemand sagen...
�ber Jahre hinweg haben die NATO-Staaten und Deutschland die
oppositionellen Kr�fte in Jugoslawien h�ngen lassen und politisch nicht
unterst�tzt.
In der erw�hnten e-mail von der Opposition in Belgrad hei�t es:
"Die Lage verschlechtert sich permanent, ... doch wir wissen, da� die
Verschw�rung des Militarismus global und lokal unseren Spielraum
gef�hrlich reduziert, und bald wird es keinen Spielraum mehr geben."
Die jahrelang vom Westen im Stich gelassene jugoslawische Opposition
fordert dringend ein Ende der NATO-Bombardements.
Der bisherige Chefredakteur des unabh�ngigen Radiosenders B92,
Veran Matic, hat in einem eindringlichen Brief vom 30.03.
geschrieben: Daraus zitiere ich nun
(Wer den gesamten Brief haben will, kann ihn bei der Schweizer
Medienhilfe (http://www.medienhilfe.ch) oder bei bei uns, der
Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
(http://www.umb.de/ph/imi/index.htm oder mailto:IMI@gaia.de) bestellen.
"Das Kind mit dem Bad weggebombt - Die Nato-Luftangriffe gegen
Jugoslawien wurden angeordnet, um die Kriegsmaschinerie von Milosevic zu
stoppen. Das weitergehende Ziel lag darin, die Bev�lkerung im Kosovo und
diejenige in Serbien zu sch�tzen, die ebenfalls Opfer des Milosevic-
Regimes sind.
Die Realit�t der Bombardierung sieht anders aus: Das Leben von 10,5
Millionen Menschen wird aufs Spiel gesetzt und eine Angriffswelle in
Kosovo und in Serbien ausgel�st, mit der die demokratischen Kr�fte in
die Flucht geschlagen werden. Der Bombenteppich hat die Arbeit der
reformorientierten Kr�fte in Montenegro und in den serbischen Gebieten
von Bosnien-Herzegowina sowie ihre Anstrengungen f�r den Frieden
unterminiert.
Stattdessen erf�llt die Nato ihre selbstgesetzten Erwartungen und
Untergangsprophezeiungen: Mit jeder Bombe, die einschl�gt, vergr�ssert
sich die humanit�re Katastrophe, die die Nato eigentlich verhindern
sollte. Es ist nicht einfach, diese Kriegsmaschinerie zu stoppen, wenn
sie einmal mit voller Wucht in Gang gesetzt wurde. Aber ich rufe die
Mitglieder der Nato dringend auf, einen Moment einzuhalten und �ber die
Folgen ihres Handelns nachzudenken. Politische Kommentatoren und
Analytiker fragen schon, ob es bei diesen Luftangriffen wirklich um die
Rettung der Bev�lkerung im Kosovo gehe.
Die meisten dieser Menschen f�hlen sich verraten von den L�ndern, die
f�r sie Vorbilder waren. Diese Leute werden nun gezwungen, die Waffen zu
ergreifen und sich ihren S�hnen anzuschliessen, die bereits in der Armee
dienen.
Aber ich komme auch hier nicht darum herum zu fragen: Wie k�nnen F-16
verhindern, dass sich Menschen gegenseitig auf der Strasse umbringen?
Mir scheint, dass sich der Westen mit diesen Angriffen von den Menschen,
Albaniern, Serben und anderen, die in der Region leben, verabschiedet
hat.
Die Bomben der Nato haben die keimenden Samen der Demokratie aus dem
Boden von Kosovo, Serbien und Montenegro herausgesprengt und
sichergestellt, dass sie f�r lange Zeit nicht mehr spriessen werden.
Die prodemokratischen Kr�fte in der Republik Srpska, dem bosnisch-
serbischen Gebiet, sind aufs Spiel gesetzt worden. Die Intervention der
Nato hat auch dem lokalen Krieg gegen den prodemokratischen Pr�sidenten
von Montenegro, Milo Djukonavic, gr�nes Licht gegeben. Die
unabh�ngigen Medien in Serbien haben w�hrend Jahren Nationalismus, Hass
und Krieg bek�mpft.
Als Vertreter dieser Medien, und als Mensch, der mehr als einmal die
Konsequenzen seiner politischen �berzeugungen zu tragen hatte, rufe ich
US-Pr�sident Bill Clinton auf, die Angriffe der Nato gegen mein Land zu
beenden."
Soweit Veran Matic.
Gestern morgen hat im �brigen jugoslawische Polizei und Justiz den
Sender B92 endg�ltig geschlossen und einen neuen regierungstreuen
Direktor eingesetzt.
Auch gegen diese willk�rliche Pressezensur in Serbien protestieren wir
in aller Deutlichkeit.
Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit!
Heute nacht haben NATO-Flugzeuge die Belgrader Innenstadt bombardiert.
Ziel waren offiziell die Innenministerien Jugoslawiens und Serbiens.
Direkt neben den offiziellen "milit�rischen Zielobjekten" befindet sich
ein gro�er Krankenhauskomplex.
Durch diesen Angriffskrieg der NATO werden t�glich Menschen umgebracht.
Deutsche Bundeswehrsoldaten sind h�chstwahrscheinlich zu M�rdern geworden.
Tucholsky hatte leider wieder einmal recht mit seinem Text "Der bewachte
Kriegsschauplatz".
Dieser Kriegseinsatz ist v�lkerrechtswidrig! Die NATO hat sich selbst
ein Mandat gegeben.
Meine Mitb�rgerin in T�bingen, die Justizministerin Herta D�ubler-Gmelin
meinte dazu: "Rechtlich gesehen gibt es keine gro�en Probleme f�r die
NATO!" Wenige Wochen zuvor hatte D�ubler-Gmelin noch gesagt, das
V�lkerrecht sei dazu da, da� es eingehalten werde, da ging es um die
Hinrichtung der Br�der La Grand durch die US-Justiz.
Eine Justizministerin, die das V�lkerrecht nicht kennt, mu� schleunigst
zur�cktreten!
Dieser Kriegseinsatz ist grundgesetzwidrig!
Im Grundgesetz (Art. 26.1) hei�t es:
"Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden,
das friedliche Zusammenleben der V�lker zu st�ren, insbesondere die
F�hrung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig.
Sie sind unter Strafe zu stellen."
Im Paragraph 80 des Strafgesetzbuches wird das konkretisiert:
"Wer einen Angriffskrieg, an dem die Bundesrepublik Deutschland
beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges
f�r die Bundesrepublik Deutschland herbeif�hrt, wird mit lebenslanger
Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsentzug nicht unter zehn Jahren
bestraft."
D.h. also: Da� das "Kriegskabinett", den Begriff habe ich aus der
heutigen S�ddeutschen Zeitung, also Bundeskanzler Gerhard Schr�der,
Au�enminister Joschka Fischer und Kriegsminister Rudolf Scharping vor
Gericht gestellt und abgeurteilt geh�ren.
Aber wir wissen ja, eine staatliche Stelle tut der anderen nicht weh.
Generalbundesanwalt Nehm hat die eingegangen Klagen nicht angenommen,
weil so seine Begr�ndung: "der Nato-Einsatz dem V�lkerfrieden diene".
Regierungsh�rige und kriegsgehorsame Justiz kann ich da nur sagen!
Hermann Hesse hat einmal gesagt:
"Krieg kommt nicht aus dem blauen Himmel herunter. Er mu� vorbereitet
werden."
Genau so ist es auch bei diesem ersten Angriffskrieg der Bundeswehr und
der NATO.
Die Bundeswehr wurde vorbereitet auf ihre Kriegsf�hrungsf�higkeit.
Die alte Regierung mit dem Milit�rminister Volker R�he und dem
Bundeskanzler Helmut Kohl, dessen Geburtstag heute ist, hat die
Bundeswehr Schritt f�r Schritt ver�ndert, von einer Bundeswehr, die
offiziell zur Landesverteidigung da war hin zu einer Bundeswehr zu
weltweiten Kampf- und Kriegseins�tzen.
Es wurden Krisenreaktionskr�fte (KRK) geschaffen mit dem Kommando
Spezialkr�fte (KSK) an der Spitze.
Seit dem Ende des kalten Krieges wurde mit einer Salamitaktik die
Einsatzoptionen der Bundeswehr St�ck um St�ck ausgebaut.
Auslandseins�tze "ohne milit�rischen Sinn" (so Bundeswehroffiziere) wie
Kambodscha oder Somalia waren dazu da, um die deutsche Bev�lkerung in
kleinen Dosierungen an eine Bundeswehr zu gew�hnen, die weltweit
eingesetzt wird.
Mit dem Begriff "humanit�rer" Hilfe wurde der Bev�lkerung eingebleut,
Milit�r sei dazu da, Menschen weltweit in Krisen und Konflikten zu
helfen. Ziel der Salamitaktik der Bundeswehrf�hrung war aber immer eine
Bundeswehr, die in Kampf- und Kriegseins�tze geschickt werden kann, ohne
da� daheim eine Bev�lkerung dagegen aufsteht.
Der ehemalige Milit�rminister Volker R�he und sein damaliger
Generalinspekteur Klaus Naumann haben diese Ver�nderung der
alten Bundeswehr, zur neuen Bundeswehr mit Kampf- und
Kriegseinsatzoptionen Schritt f�r Schritt umgesetzt.
Den letzten Schritt zum Kriegseinsatz selbst blieb aber der schwarz-
gelben Bundeswehrf�hrung versagt, diesen letzten Schritt setzte die neue
rot-gr�ne Bundesregierung um.
Es ist eine Schande, da� die neue Bundesregierung im Bereich Au�en- und
Milit�rpolitik auf Kontinuit�t setzt!
Es ist eine Schande, da� die neue rot-gr�ne Bundesregierung die
Militarisierung der Au�enpolitik fortsetzt!
Durch den vermutlich falschen Eindruck, hier seien Menschen an der
Regierung, die fr�her einmal f�r die Positionen der Friedensbewegung
standen, bekam die Zustimmung f�r konkrete Kriegseins�tze sogar noch
eine h�here Legitimation.
Kriegsminister Rudolf Scharping durfte nun das letzte St�ck der Salami
abbei�en und in den Krieg ziehen.
Heute ist in den Zeitungen zu lesen, da� ihm die jetzigen
Krisenreaktionskr�fte nicht mehr ausreichen, er will eine Aufstockung
der weltweit einsetzbaren Truppen.
Genau das Gegenteil fordern wir:
Eine Aufl�sung der Krisenreaktionskr�fte der Bundeswehr als ersten
Schritt einer qualitativen Abr�stung!
Mit welchen Einheiten beteiligt sich die Bundeswehr am Angriffskrieg der
NATO? Das sind bisher 5.500 Soldaten, davon sind 3.000 im
Aufmarschgebiet der NATO, in Mazedonien stationiert. Die Speerspitze f�r
die NATO-Luftangriffe sind acht ECR-Tornados vom Jagdbombergeschwader 32
in Lechfeld bei Landsberg in Oberbayern, sie sind in Piacenza / Italien
zusammen mit sechs Aufkl�rungstornados vom Geschwader 51 in Jagel in
Schleswig-Holstein stationiert.
Die ECR-Tornados werden von zwei Soldaten geflogen und sind mit
sogenannten HARM-Raketen best�ckt. Die ECR-Tornados praktizieren die
"Vorneverteidigung": "Gegnerische Radaranlagen anpeilen, deren
Leitstrahl blitzschnell zur�ckverfolgen und die Anlage des Gegners
zerst�ren." Insgesamt sind in Piacenza 350 Bundeswehrsoldaten, darunter
Techniker, Nachschubexperten, Sanit�ter und K�chenpersonal.
Ich rufe die Soldaten aller Seiten dazu auf, den Kriegsdienst zu
verweigern oder zu desertieren!
Wir k�nnten und m��ten neben Protestaktionen in den St�dten uns auch
direkt mit den kriegsf�hrenden Bundeswehreinheiten auseinanderzusetzen.
Die Stationierungsorte der Kriegseinheiten bieten sich an als Orte f�r
direkte gewaltfreie Aktionen oder Protestaktionen!
Auch die NATO wurde vorbereitet auf ihre Kriegsf�hrungsf�higkeit.
Offiziell ist die NATO ein "Verteidigungsb�ndnis". Seit 24. M�rz f�hrt
die NATO aber einen Angriffskrieg gegen Jugoslawien.
Morgen wird die NATO 50 Jahre alt, mir w�re es recht, wenn die NATO es
genau bei diesen 50 Jahren belassen w�rde!
Immer wieder war die letzten Jahre von der "neuen NATO" die Rede. Doch
die neue NATO wurde bisher "nur" in den Armeestrukturen umgesetzt oder
stand auf dem Papier.
Das letzte Grundlagenstrategiepapier der NATO wurde 1991 verabschiedet.
Genau einen Monat nach dem Beginn des ersten Angriffskriegs der
NATO wird sich die NATO am 24. April 1999 in Washington selbst feiern,
Rechtzeitig zum Geburtstag wurden drei neue Mitglieder aufgenommen:
Polen, Tschechien und Ungarn. Doch zentraler als die Aufnahme der neuen
Mitglieder ist die Verabschiedung einer neuen NATO-Strategie.
Im nicht�ffentlichen Strategiepapier der NATO wird die Entwicklung von
1991 weiter fortgesetzt: Weitere Verst�rkung der Krisenreaktionskr�fte
und der weitere Aufbau von Kampfeinheiten.
Beispiele f�r solche Kampfeinheiten sind die US-amerikanischen Marines
oder das deutsche Kommando Spezialkr�fte (KSK). Diese Einheiten
stehen f�r die NATO des kommenden Jahrtausends: Ein Interventionsb�ndnis
oder ein Kampf- und Kriegsf�hrungsb�ndnis.
Der Angriffskrieg gegen Jugoslawien ist also auch eine konsequente
Umsetzung der geplanten neuen NATO-Strategie.
Die Frage, warum dieser Angriffskrieg gef�hrt wird, kann also auch
damit beantwortet werden, da� die neue NATO-Strategie jetzt schon
mal getestet werden soll.
Die NATO mu� dringend zu ihrem 50. Geburtstag wieder f�r die Opposition
in diesem Land Thema werden!
Wir fordern einen sofortigen Stopp der neuen NATO-Strategie!
Als "den gr��ten Fehler seit dem Vietnam-Krieg" hat der UN-
Berichterstatter �ber die Einhaltung der Menschenrechte im ehemaligen
Jugoslawien und ehemalige tschechoslowakische Au�enminister Jiri
Dienstbier bezeichnet. Er meinte weiter: "Man kann nicht f�r
Menschenrechte k�mpfen, indem man Menschen umbringt".
Dienstbier berichtete, da� in Pristina auch Schulgeb�ude von NATO-Bomben
getroffen worden seien, er bezog sich dabei auf Vertraute in der
Hauptstadt des Kosovo. Es sei zunehmend schwer, Kontakte mit Pristina
aufrechtzuerhalten, weil sowohl serbische (Para-)Milit�rs als auch die
UCK Menschen bedrohten, die Verbindungen ins Ausland aufrechterhalten.
Die Situation f�r die Fl�chtlinge wird immer schlimmer, das hat die
NATO mitverursacht. Staatsminister G�nter Verheugen k�ndigte nun an, da�
aber nur wenige Fl�chtlinge hier aufgenommen werden k�nnten, die
Hauptlast m��ten "leider" die Nachbarl�nder tragen.
Wir sagen von hier aus: Wir sind bereit f�r die Aufnahme der
Fl�chtlinge!
Noch am 24. M�rz, dem ersten Tag des Angriffskrieges der NATO, hat ein
bayrisches Landratsamt Abschiebeverf�gungen an Kosovo-Albaner
verschickt. Stoppt die Abschiebungen sofort!
Und noch eines: Desertion mu� endlich als Asylgrund anerkannt werden!
So schlimm die Situation im Kosovo ist - und sie ist schlimm -
die Sprache des Kriegskabinetts ist sehr erschreckend
- das sehen im �brigen auch viele im Ausland so.
Kriegsminister Rudolf Scharping spricht beispielsweise von
"Konzentrationslager", Herr Scharping, gerade als Deutsche sollten wir
mit dem Begriff Konzentrationslager sehr genau aufpassen, das ist dann
doch noch etwas anderes gewesen!
Die neue Weltordnung wird herbeigebombt. Mit dem Argument, Ru�land sei
ja auf die westlichen Kredite angewiesen - gemeint sind damit u.a. auch
die IWF-Kredite - wird darauf spekuliert, da� Ru�land sich zur�ckh�lt
oder f�r Jugoslawien in diesem Krieg Partei ergreift. Da ist zynisch!
Die innenpolitische Situation in Ru�land ist prek�r. Es ist eine
Schweinerei, wie die NATO-Staaten Ru�land politisch kalt an den Rand
dr�ngen.
Die rot-gr�ne Bundesregierung f�hrt Krieg. Ich bin �ber jeden froh, der
in den Parteien SPD und Gr�nen gegen den Krieg k�mpft, wenn ich auch
immer geringere Chancen daf�r sehe.
Die Hauptaufgabe der Friedensbewegung ist es jedoch von au�en Druck zu
machen. �ber Jahre hinweg war Au�en- und Milit�rpolitik ein Tabuthema.
La�t uns wieder eine Diskussion �ber Au�enpolitik, Milit�rpolitik und
die Bundeswehr in die Gesellschaft tragen, la�t uns eine Diskussion �ber
diesen Krieg tragen in die Schulen, in die Parteien, in die
Universit�ten, an die Arbeitspl�tze, in die Gewerkschaften und Kirchen!
Die Spitze der Gewerkschaften hat sich solidarisch erkl�rt mit dem
Krieg. Ich wei�, da� es an der Basis der Gewerkschaften auch anders
aussieht. La�t uns Druck machen innerhalb der Gewerkschaften gegen den
Krieg!
Die Spitze der Kirchen hat sich solidarisch erkl�rt mit dem Krieg. Ich
wei�, da� es an der Basis der Kirchen auch anders aussieht. La�t uns
Druck machen innerhalb der Kirchen gegen den Krieg!
Es gibt keine Jubelkriegsstimmung in Deutschland, es gibt aber bisher
auch keine Antikriegsstimmung. Wir m�ssen eine Antikriegsstimmung
erzeugen, wir haben die besseren Argumente auf unserer Seite. Jede NATO-
Bombe verschlimmert die Situation - Tag f�r Tag.
Ich fasse noch einmal zusammen: Wir fordern:
- Die Bombardements sofort einzustellen!
- An alle Soldaten: Verweigert den Kriegsdienst oder desertiert!
- Aufnahme aller Fl�chtlinge, die hierher wollen
- Stop der neuen NATO-Strategie
- Qualitative Abr�stung der Bundeswehr
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Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Burgholzweg 116/2, 72070 Tuebingen, Germany
Tel. + Fax +49(0)7071-49154 und +49(0)7071-49159
mailto:IMI@GAIA.de
http://www.umb.de/ph/imi/index.htm und http://www.imi.notrix.de
Spendenkonto 1662832 Kreissparkasse T�bingen (BLZ 641.500.20)
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