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Started by Harry Schwerdtfeger
Thu, 15 Apr 1999 00:00
Serbische NOGOs zum Krieg
Author: Harry Schwerdtfeger
Date: Thu, 15 Apr 1999 00:00
Date: Thu, 15 Apr 1999 00:00
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# Ursprung: /CL/FRIEDEN/DISKUSSION
# weitergeleitet an /CL/GRUPPEN/GRUENE
Vorbemerkung:
Diesen Text will ich zur Diskussion stellen: Es gibt sie noch die
unabhaengige serbische Opposition, aber der Nationalismus, mitver=
schaerft durch das eindimensional regierungs-diplomatische und ganz besonders
durch das eindimensional millitaerische Eingreifen der NATO, hat jegliche
Rueckhalt der Opposition in der Bevoelkerung weggespuelt. So wurde aus der
Bevoelkerung *"EIN VOLK"*. Milosevitc kann sich im selbstforcierten
Nationalismus baden, seine diversen oekonomischen und politischen Banden-Pakte
sowie Banden-Geschaefte weiterfuerhen und das auch noch unter indirekter Mit=
hilfe der NATO. So wie heute *Sadam Hussein* fester im Sattel sitzt denn je,
wird mit eindimensioalem Millitaeraktionen das *Prinzip der Bandenregime* nie
und nimmer eliminiert.
Was soll nach einer weitgehenden Infrastrukturzerstoerung
(die immer milltaerisch wie zivil ist) und dem weiteren sozialen sowie
oekonomisch verschaerften Weiterkollabieren kommen ? 2, 10 oder 100
Milocevic ? Oder Seschil, Arkan oder andere moerderische Pluenderungsfiguren ?
Eine konkurrenzfaehige demokratische Massenkonsumgesellschaft nie und nimmer.
Auch nicht mit den paar Aufbauhilfekroeten. Das wird schon ein paar *Billonen*
kosten um die Region "fit fuer den Weltmarkt" zu machen, wenn es ueberhaupt
unter der Marktaegide klappt. (Die staatswirtschaftliche Aera ist ja bereits
wegbankrottiert). Ein zweites Hongkong samt neuem "pazifischen Jahrhundert"
wird pure Illusion bleiben.
Fast koennte mensch den Eindruck gewinnen als ob Milosevic
und die NATO ein unausgesprochen Uebereinkommen haben ueber die Absteckung der
Herschaftsclaims. Wer weiss denn, ob die Bombardierung Serbiens nicht im
machiavellistischen Plan Milosevic`s mit einkalkuliert wurde, und er je nach
realpolitischer Moeglichkeit (Die schoene Realpolitik bekommt bei dieser
Betrachtung ein ganz anderes Gesicht.) dieses oder jenes Register zieht, um
seinen Clan und die assoizierten Arcans mit ueber die Runden zu bringen.
Das, das Volk (auch so ein schoener Begriff im ganz neuem Licht) fast "wie ein
Mann" hinter ihm steht, hat er ja schon erreicht. Das Ganze kann mit Fug und
Recht als die hohe Kunst Politik betrachtet werden. Meiner Meinung nach zeigt
dies schon den Bankrott der Politik im Allgemeinen auf: Der Westen blickt hier
in die Gorgonenfratze seiner Zukunft. Die Zunsammenbruchs- und Pluenderungs=
regime *weltweit* zeigen nur was hier noch kommen wird, wenn es im Prinzip
so (markt-/staats-)kapitalistisch weitergeht wie bisher.
Aber die *Regierungsillusionen*, die mit diplomatischen Taktierereien
auf hoechster Regierungsebene, den oekomomischen Zusammenbruch Yugoslaviens
erst auf staatskapitalistischer, dann auf marktkapitalistischer Ebene (ab 1989)
und den inneren Zusammenhang mit seinem nationsalistischen *Folge-Wahn*
ignorierte, ist auch nicht ganz an den Verfassern des Textes vorbeigegangen,
wie ich finde. Trotzdem spricht der Text die unangenehmen Wahrheiten der Folgen
der Nato-Bombardierung an, ohne die serbische Vertreibungspolitik zu verschwei=
gen oder kleinzureden. Deshalb ist er m. E. wert hier veroeffentlicht zu werden.
Harry Schwerdtfeger
p. s.
Ich habe diesen Text von den Internet-Eigentuemlichkeiten befreit
er duerfte jetzt im reinen ASCii - Format vorliegen. Leute,
die ihm aus Krisisbrett schon vorliegen haben, bitte ich um Verstaendnis.
aus CL/GRUPPEN/KRISIS
Nachricht Nummer 74
#bertragungszeit 0 min 7 sec
Nachricht von H.WEINHAUSEN@LINK-K.de (Heinz Weinhausen)
Betrifft belgrader appell der jugoslawischen NGO
Weiterleitung von list-return-139-h.schwerdt=pdsll.pds-online.de@krisis.free.de
Erstellungsdatum 14.04.1999 08:01:23 W+2:00
-=> Weitergeleitete Nachricht:
- Von : Meuchefitz MEUCHEFITZ@t-online.de
- An : Pers�nliches Fach
- Betreff: belgrader appell der jugoslawischen NGO
- Datum : 13.04.1999 09:07:34 W+2
Appell der serbischen Nichtregierungsorganisationen
Tief beunruhigt durch die Zerstoerungen der NATO und das Leiden der
Kosovo-Albaner fordern wir die Repraesentanten der
Nichtregierungsorganisationen und der Gewerkschaft "Nezavistnost"
("Unabhaengigkeit") fordern wir nachdruecklich alle
Verantwortlichen fuer diese Tragoedie auf, die Grundlage fuer die
Erneuerung des Friedensprozesses zu schaffen.
Die maechtigsten militaerischen, politischen und wirtschaftlichen
Kraefte der Welt toeten seit zwei Wochen ununterbrochen Menschen,
zerstoeren nicht nur militaerische, sondern auch zivile Objekte,
sprengen Bruecken und Eisenbahntrassen, Fabriken, Heizkraftwerke,
Warenhaeuser und Trinkwasserreservoirs.
Zur gleichen Zeit sind hunderttausende von Kosovo-Albanern durch die
Haeusersprengungen (i.O. "bombing campaign") und Militaeraktionen des
Regimes und der KLA (Kosovo-liberation-army UCK) gezwungen, ihr
Heil in einer beispiellosen Flucht in die Ungewissheit zu suchen.
Es ist offensichtlich, das dieser Weg in die Katastrophe fuehrt und
eine friedliche und faire Loesung des Kosovo-Problems durch
internationale Vermittlung, die wir seit Jahren unterstuetzt haben,
scheint heute weiter entfernt zu sein als je zuvor.
Die bisherigen Aktivitsten unserer Organisationen auf den Gebieten der
Demokratisierung, Entwicklung einer Zivilgesellschaft und der Aufnahme
(unklar, i.O. "acceptance") der Bundesrepublik Jugoslawien in alle
internationalen Institutionen haben unter staendigen Druck und
Einschuechterungen durch das serbische Regime gestanden.
Wir, die Angehoerigen der zivilen gesellschaftlichen Gruppen haben
couragiert und landesweit gegen den Krieg und nationalistische
Propaganda und fuer die Menschenrechte gekaempft.
Wir stellen hiermit klar, dass wir immer unsere Stimme gegen die
Unterdrueckung der Kosovo-Albaner erhoben und Respektierung ihrer
Freiheit und Garantierung ihrer Rechte gefordert haben. Auch die
Wiedererlangung der Autonomie fuer das Kosovo haben wir gefordert.
Wir betonen, dass in all den Jahren die einzige Verbindung und
Zusammenarbeit zwischen Serben und Albanern allein durch die zivilen
gesellschaftlichen Institutionen aufrecht erhalten worden sind.
Die Militaeraktion der NATO hat alles, was wir erreicht haben
untergraben und das ueberleben des zivilen Sektors in Serbien
gefaehrdet.=20
Konfrontiert mit der tragischen Situation in der wir uns selbst befinden
und im Namen menschlicher Ideen und Werte, sowie in Uebereinstimmung =
mit all unseren frueheren Aktivitaeten, fordern wir:
a.. sofortiger Stop der Haeusersprengungen (i.O. "bombing =
campaign") und Stop aller Truppenbewegungen (unklar, i.O. "armed =
movements")
b.. Wiederaufnahme des Friedensprozesses mit internationaler =
Vermittlung auf der regionalen Ebene des Balkans und Europas als
auch im Rahmen der Vereinten Nationen
c.. Teilung der Verantwortung zwischen der EU und Russland
bezueglich ihres Beitrages zu einer friedlichen Loesung der Krise
d.. Ende der ethnischen Saeuberungen und sofortige Rueckkehr aller
Fluechtlinge
e.. Unterstuetzung der Buerrger Montenegros bei der Bewahrung von
Frieden und Stabilitaet, bei der Bewaeltigung des
Fluechtlingsproblems und bei der Fortsetzung der laufenden
demokratischen Prozesse
f.. Wir fordern die serbische sowie die internationale Presse auf,
die Oeffentlichkeit auf professionelle Weise zu informieren anstatt
einen Medienkrieg anzustacheln, interethnischen Hass zu schueren,
irrationale oeffentliche Meinungen zu schaffen und Gewalt als die
ultimative Vollendung des menschlichen Verstandes zu glorifizieren
Wir koennen diese Forderungen nicht selbst verwirklichen. Wir erwarten
von Euch, unsere Forderungen zu unterstuetzen und sie in EureInitiativen
und Aktionen einzubeziehen.
+Zusammenschluss der Buerger fuer Demokratie, soziale Gerechtigkeit =
und Unterstuetzung der Gewerkschaften
+Belgrader Kreis
+Zentrum fuer Demokratie und freie Wahlen
+Zentrum fuer Uebergang zu Demokratie "ToD"
+Buergerinitiativen
+Europ=aeische Bewegung in Serbien
+Forum fuer ethnische Angelegenheiten
+Stiftung fuer Friedens- und Krisenmanagment
+Gruppe 484
+Helsinki-Komitee fuer Menschenrechte in Serbien
+Serbische Studentenvereinigung
+Union fuer die Wahrheit ueber den antifaschistischen Widerstand
+Vereinte Branchen-Gewerkschaft Nezavisnost ("Unabhaengigkeit")
+VIN W=F6chentliche Video Nachrichten
+Frauen in Schwarz
+Jugoslawisches Rechtsanwaltskommittee fuer Menschenrechte
+EKO Zentrum
Belgrad, den 6. April 1999
-----------------------------
Original: CNA Sarajevo schrieb:
APPEAL BY THE SERBIAN NONGOVERNMENTAL ORGANIZATIONS
Deeply disturbed by NATO destruction and the ordeal of Kosovo Albanians, =
we, the representatives of nongovernmental organizations and trade union =
"Nezavisnost" (Independence), strongly demand from all those responsible =
for this tragedy to immediately create ground for the renewal of the =
peace process.
The most powerful military, political and economic powers of the world =
are for two weeks incessantly killing people and destroying not only =
military but also civilian objects, blowing up bridges and rail tracks, =
factories and heating plants, warehouses and basins... At the same time, =
in fear of the bombing campaign and military actions by the regime and =
the KLA, hundreds of thousands of Kosovo Albanians are, in an =
unprecedented exodus, forced to leave their devastated homes and look
for salvation in the tragedy and uncertainty of fleeing.
It is obvious that this is a road to catastrophe, and the peaceful and =
fair solution to the Kosovo problem through international mediation we =
have supported for years, today seems more distant than ever.
The past activities of our organizations in the field of =
democratization, development of a civil society and acceptance of FR =
Yugoslavia into all international institutions have been under constant
pressure and intimidation by the Serbian regime.
We, as members of civil society associations have courageously and =
nationally fought against war and nationalistic propaganda and in =
support of human rights. We emphasize that we have always raised our =
voices against the repression against Kosovo Albanians and demanded the =
respect of their liberties and guarantees for their rights. We have also =
requested the return of the autonomy of Kosovo. We stress that the only =
connection and cooperation of Serbs and Albanians during all these years =
has been preserved among civil society institutions.
NATO military intervention has undermined all results we have achieved =
and endangered the very survival of the civil sector in Serbia.
Faced with the tragic situation we have found ourselves in, and in the =
name of human ideas and values, as well as in accordance with all our =
past activities, we are demanding:
- immediate stop to the bombing campaign and all armed movements;
- resuming of the peace process with international mediation at the
regional Balkan and European level, as well as in the framework of the
United Nations;
- share of responsibility between the European Union and Russia and
their contribution to the peaceful solution of the crisis;
- end of the ethnic cleansing process and immediate return of all
refugees;
- support to the citizens of Montenegro to preserve peace and stability,
solve serious consequences of the refugee catastrophe and resume with
the democratic processes that are underway;
- we demand that the Serbian and international media inform the public
in a professional manner and not spur media war, incite interethnic
hatred, create irrational public opinion and glorify force as the
ultimate accomplishment of the human mind.
We cannot meet these demands by ourselves.
We expect from you to support our demands and in your initiatives and
actions help their implementation.
* Association of Citizens for Democracy, Social Justice and Support to
Trade Unions
* Belgrade Circle
* Center for Democracy and Free Elections
* Center for Transition to Democracy-ToD
* Civic Initiatives
* European Movement in Serbia
*Forum for Ethnic Relations, and Foundation for Peace and Crisis
Management
* Group 484
* Helsinki Committee for Human Rights in Serbia
* Student Union of Serbia
* Union for Truth about Antifascist Resistance
* United Branch Trade Unions NEZAVISNOST
* VIN-Weekly Video News
* Women in Black
* Yu Lawyers Committee for Human Rights
* EKO Centar
In Belgrade, April 6, 1999
h.weinhausen@link-k.de
H_y_p_e_r_B_r_i_e_f_k_a_s_t_e_n
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