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1 total messages Started by Karl-Heinz Karch Sun, 25 Apr 1999 00:00
Appell antinationalistischer SerbInnen
#65
Author: Karl-Heinz Karch
Date: Sun, 25 Apr 1999 00:00
165 lines
7670 bytes
Weiterleitung aus dem Brett     : /CL/ANTIFA/ALLGEMEIN
                      Ersteller : AG3F@OLN.comlink.apc.org
                      Realname  : Antirassistische Gruppe
                      vom       : 24.04.99


Gru� aus Hamburg,

Karl-Heinz
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Weiterleitung
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DER ERSTE AUTHENTISCHE
APPELL
ANTINATIONALISTISCHER SERBISCHER B�RGERINNEN UND B�RGER AN DIE
WELT�FFENTLICHKEIT

Bitte unterst�tzen Sie unverz�glich diese Stimme der Menschlichkeit und
auch der Vernunft, verbreiten Sie diesen Aufruf all�berall,
vervielf�ltigen ihn - und senden mir bitte die unterzeichneten Exemplare
zur�ck.

Mir geht es um die eventuelle Ver�ffentlichung des Aufrufes und die
Unterstreichung seiner Bedeutung durch eine bezahlte Anzeigenschaltung.

Mit herzlichen Dank und besten Gr��en

Hans Branscheidt

Wir appellieren an alle!
Ein Aufruf serbischer B�rger

Als diejenigen, die sich f�r ein demokratisches und antinationalistisches
Serbien einsetzen und es tatkr�ftig unterst�tzen und die sich daf�r
entschieden haben, in dieser Zeit der Krise in Jugoslawien zu bleiben, und
die ihr Land wieder in die Gemeinschaft der V�lker zur�ckgef�hrt sehen
m�chten, m�chten wir Folgendes festhalten:

1. Wir verurteilen aufs sch�rfste das Nato-Bombardement, das die Gewalt im
Kosovo verschlimmert und zur Vertreibung der Einwohner innerhalb und
au�erhalb Jugoslawiens f�hrte. Wir verurteilen aufs sch�rfste die
ethnische S�uberung der albanischen Bev�lkerung, die von allen
jugoslawischen Kr�ften ver�bt wird. Wir verurteilen aufs sch�rfste die
Gewaltt�tigkeiten der UCK gegen�ber den Serben, den gem��igten Albanern
und anderen ethnischen Gruppierungen im Kosovo. Die humanit�re Katastrophe
im Kosovo - Tod, Trauer und tiefes Leid - f�r Hunderttausende von
Albanern, Serben und anderer ethnischer Gruppierungen - mu� sofort ein
Ende finden. Allen Fl�chtlingen aus Jugoslawien mu� sofort und
bedingungslos die R�ckkehr in ihre H�user erlaubt werden; ihre Sicherheit
und ihre Menschenrechte m�ssen garantiert werden, und Hilfe f�r den
Wiederaufbau mu� bereitgestellt werden. Die Verursacher von Verbrechen
gegen die Menschlichkeit - wer auch immer sie sind - m�ssen vor Gericht
gestellt werden.

2. Der Kampf zwischen den serbischen Kr�ften und der UCK mu� sofort
eingestellt werden, damit die Verhandlungen in eine neue Runde gehen
k�nnen. Alle Seiten m�ssen von ihren Maximalforderungen Abstand nehmen. Es
gibt (wie in zahlreichen �hnlichen Konflikten, z. B. in Nordirland) keine
schnellen und einfachen L�sungen. Wir m�ssen alle darauf vorbereitet sein,
einen langen und schmerzhaften Proze� der Verhandlung und der
Normalisierung auf uns zu nehmen.

3. Die Bombardierung Jugoslawiens durch die Nato f�hrt zur Zerst�rungen
und einer wachsenden Anzahl von Opfern unter der Zivilbev�lkerung (bis
jetzt mindestens einige hundert, vielleicht sogar tausend Opfer). Das
schlie�liche Ergebnis wird die Zerst�rung der �konomischen und kulturellen
Grundlagen der jugoslawischen Gesellschaft sein. Damit mu� sofort
aufgeh�rt werden.

4. Die UN-Charta, die Helsinki-Schlu�akte, das grundlegende Dokument der
Nato sowie die Verfassungen von L�ndern wie Deutschland, Italien und
Portugal wurden durch diese Aggression verletzt. Als Menschen, die ihr
Leben f�r die Verteidigung grundlegender demokratischer Werte einsetzen
und die an universelle gesetzliche Normen glauben, sind wir tief davon
betroffen, da� die Verletzungen dieser Normen durch die Nato alle
Bem�hungen um die Herrschaft des Gesetzes und die Menschenrechte in diesem
Land und �berall sonst auf der Welt vereiteln werden.

5. Das Nato-Bombardement hat zudem den s�dlichen Balkan destabilisiert.
Wenn dieser Konflikt weitergeht, wird er �ber die Grenzen des Balkans
hinausreichen, und, falls Bodentruppen eingesetzt werden, werden Tausende
von Nato- und jugoslawischen Soldaten sowie albanische und serbische
Zivilisten in einem vergeblichen Krieg ihr Leben lassen, so wie damals in
Vietnam. Politische Verhandlungen f�r eine friedliche Einigung sollten
sofort wieder er�ffnet werden.

6. Das bestehende Regime ist durch die Nato-Attacken nur bekr�ftigt
worden, da die nat�rliche Reaktion des Volkes freigesetzt wurde, sich in
Zeiten fremder Aggression um die eigene Flagge zu scharen. Wir setzen
unsere Opposition gegen das bestehende antidemokratische und autorit�re
Regime fort, aber wir widersetzen uns auch mit Leidenschaft der Nato-
Aggression. Die demokratischen Kr�fte in Serbien wurden geschw�cht, und
die demokratische Reformregierung in Montenegro wurde durch die Nato-
Angriffe und die folgende Proklamation des Kriegszustandes bedroht und
befindet sich nun zwischen dem Hammer der Nato und dem Ambo� des Regimes.

7. Als sie sich mit den Konflikten des fr�heren Jugoslawiens
auseinandersetzten, haben die F�hrer der Weltgemeinschaft in der
Vergangenheit eine Reihe von fatalen Irrt�mern begangen. Neue Irrt�mer
f�hren jetzt zu einer Verschlimmerung des Konflikts und bringen uns von
der Suche nach einer friedvollen L�sung ab.

Wir appellieren an alle: Pr�sident Milosevic, die Repr�sentanten der
Kosovo-Albaner, die Nato, die F�hrer der Europ�ischen Gemeinschaft und der
Vereinigten Staaten, alle Gewalt und milit�rischen Aktivit�ten sofort zu
stoppen und sich in der Suche nach einer politischen L�sung zu engagieren.

Belgrad, 16. April 1999.

Stojan Cerovic; Jovan Cirilov Sima Cirkovic; Mijat Damnjanovic, Vojin
Dimitrijevic; Dasa Duhacek, Milutin Garasanin; Zagorka Galubovic; Dejan
Janca; Ivan Jankovic; Predrag Koraksic; Mladen Lazic; Sonja Licht;
Ljubomir Madzar; Veran Matic; Jelica Minic; Andrej Mitrovic; Radmila
Nakarada; Milan Nikolic; Vida Ognjenovic; Borka Pavicevic; Jelena Santic;
Nikola Tasic; Ljubinka Trgovcevic; Sribjanka Turajlic; Ivan Vejvoda;
Branko Vucicevic.

Aus dem Englischen �bersetzt von Thomas Wirtz und Eberhard Ratgeb.



R�ckmeldungen mit Unterschrift, unbedingt Postadresse, Fax oder email an:

Hans Branscheidt

Fax: 06171 73269
email: medicoBranscheidt@t-online.de
Tel. 06171 74135
Mobil: 0177 7321200

Postfach 35
D 61440 OBERURSEL

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Ende der Weiterleitung


Anmerkung:

Hallo, wer weitere passende Bretter (insbesondere zu Jugoslawien bzw. zur  
Krieg & Frieden-Thematik) abonniert hat, leite die oben wiedergegebene  
Nachricht doch bitte dorthin weiter.

Danke & Gr��e

M.



KEIN     MENSCH    IST     ILLEGAL!
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Antirassistische Gruppe
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