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Started by GRUENE LIGA / Der Rabe Ralf
Tue, 27 Apr 1999 00:00
Nestl�/Gentechnik: Wer erpresst?
Author: GRUENE LIGA / Der Rabe Ralf
Date: Tue, 27 Apr 1999 00:00
Date: Tue, 27 Apr 1999 00:00
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> Wer erpre�t? Leserbrief zu "Robin Food gegen Nestl�", DER RABE RALF Februar 99, S. 4; Gegendarstellung von Nestl�, M�rz 99, S. 5 Die (�ber-)Reaktion von Nestl� auf Ihren Beitrag zu "Robin Food" hat gezeigt, da� die Verunsicherung von Verbrauchern und die Berichterstattung dar�ber von dem Konzern offenbar mehr gef�rchtet werden als Unterschriftenlisten oder Gesetzesinitiativen gegen Gentechnik im Essen. Ich will hier gar nicht beurteilen, ob Robin Food tats�chlich eine selbstlose, gewaltfreie Aktionsgruppe gegen Gentechnik ist, wie die im RABEN RALF wiedergegebene AFP-Meldung ja durchaus vermuten l��t.(1) Es geht mir um etwas anderes. Nestl� versucht mit seiner Gegendarstellung, die Pressefreiheit zu behindern - und das ist entschieden zur�ckzuweisen. Offenbar reicht es Nestl� nicht aus, da� sein Konzernsprecher im RABEN RALF w�rtlich mit seiner Ansicht zitiert wird, den Erpressern gehe es lediglich um einen millionenschweren Geldbetrag. Selbst die dort wiedergegebene scharfe Distanzierung des Umweltverbandes Robin Wood von Robin Food scheint Nestl� nicht genug zu sein.(2) Nein, es soll �BERHAUPT NICHT �ber die Robin-Food-Aktion berichtet werden! Es soll n�mlich niemand erst auf den Gedanken kommen, da� eine solche Aktion auch nur vorstellbar ist. Dabei greift die Nestl�-Pressesprecherin so weit daneben, eine ausgewogene Berichterstattung (bei AFP und im RABEN RALF) als unvereinbar mit dem Pressekodex zu bezeichnen. Eine geradezu zynische Verdrehung der Sachlage. Hier sehen wir, was uns erwartet, wenn Konzernen vom Schlage Nestl� freie Hand gelassen wird. Die Anti-Gentechnik-Aktivit�ten der Umweltbewegung werden viel erfolgreicher sein, wenn ALLE Aktionsformen ausgesch�pft werden. Dazu geh�ren auch kreative "Kommunikationsguerilla"-Aktivit�ten (3), die die Gentechnik-Konzerne verunsichern, gleichzeitig die Aufmerksamkeit der �ffentlichkeit erregen und den Blick auf die Gefahren der Gentechnik lenken. Falls die "Robin-Food-Erpressung" eine Aktion in diesem Sinne war, wurden zumindest die ersten beiden Ziele erreicht. Und hat nicht die Behauptung von Robin Food, Nestl�-Produkte seien ausgerechnet mit PFLANZENSCHUTZMITTELN vergiftet worden, etwas von schwarzem Humor? Wie auch immer: Nachdem ich verschiedene Berichte �ber Robin Food und jetzt auch im RABEN RALF die Reaktion von Nestl� gelesen habe, glaube ich, solche Aktionen (4) k�nnten, wenn sie richtig vorbereitet und durchgef�hrt werden, gro�e Wirkung sowohl auf die Adressaten als auch auf die �ffentlichkeit haben. Geh�rt nicht eigentlich auf jede Nestl�-Packung ein Aufkleber "Produkte dieses Herstellers gef�hrden Ihre Gesundheit, die Existenz vieler Bauern und die Zukunft unserer Kinder"? Selbstverst�ndlich rufe ich hier nicht zu illegalen Handlungen auf. ------------------ (1) Die in meiner Zeitung zitierte Nachrichtenagentur dpa hat �brigens deutlich Nestl�-freundlicher berichtet als die Agentur AFP, der ja das Original-Bekennerschreiben vorlag. (2) Robin Wood bezeichnet sich selbst als "gewaltfreie Aktionsgruppe f�r Natur und Umwelt" und tritt vehement gegen Gentech-Nahrung und andere Bedrohungen f�r Mensch und Umwelt ein, auch mit nichtlegalen Aktionen bei Unternehmen. Warum dann eigentlich eine so scharfe Distanzierung, wo doch eine Gefahr f�r Leib und Leben von Menschen wahrscheinlich nicht von Robin Food, aber doch wohl von Nestl�s Gen-Nahrung ausgeht? Glaubt Robin Wood nicht an die AFP-Darstellung? Wei� Robin Wood nicht, da� es der Nestl�-Konzern ist, der mit seinen hochtechnologischen Produkten und seinen aggressiven Gesch�fts- und Lobby-Praktiken die Verbraucher, die Bauern und die Politik zu erpressen versucht? �ber Nestl� ist ja nun wirklich viel geschrieben worden, auch im RABEN RALF: Babynahrung, ERT, Butterfinger,... (3) Siehe Luther Blissett u.a.: "Handbuch der Kommunikationsguerilla", VLA, Hamburg/G�ttingen 1997, 238 S., 29,80 DM) (4) Es geht ja eigentlich nur um das Verbreiten von "Bekennerschreiben". ------------------ P.S. Zu beachten ist auch, was Nestl� in seiner Gegendarstellung NICHT dementiert hat: 1. Nestl� verkauft zunehmend Lebensmittel mit gentechnisch ver�nderten Bestandteilen. 2. Es wurde kein einziges durch Robin Food vergiftetes Produkt gefunden. 3. Mehrere Produkterpressungsf�lle haben 1998 bei Nestl� Deutschland zu Umsatzeinbu�en in zweistelliger Millionenh�he gef�hrt. Yvonne Sch�nau, Berlin-Charlottenburg ------------------------------------------------------------------- > DER RABE RALF - Umweltabh�ngiges Monatsblatt - April/Mai 99 > Prenzlauer Allee 230, 10405 Berlin, Tel. 030/443391-47, Fax -33 > gl.raberalf@grueneliga.de | www.grueneliga.de/berlin/rabe_ralf > Kostenlos in Berliner Bibliotheken, �kol�den, Kulturst�tten, ... > Unterst�tzungsabo halbj�hrlich 20 Mark, Probeexemplar kostenlos. > Nachdruck erw�nscht, bitte Quelle angeben, Belegexemplar schicken --------------------------------------------------------------------
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