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Article #592Re: Wer glaubt hier was - 2, und Danke
From: DIE GRÜNEN/GAL Wandsbek)
Date: Thu, 16 May 1996 00:00
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GIESELA_HOELLING@FEM-WI.rhein-main.de meinte am 15.05.96 zum Thema "Re: Wer glaubt hier was - 2, und Danke": > Ich verstehe nicht, warum es so wichtig sein soll, wenn schon nicht zu > wissen, dann zu glauben, wer der leibliche Vater ist? > > Charlotte Gute Frage! - Im allgemeinen wird es ziemlich egal sein ob ich glaube oder wei�, wer mein leiblicher Vater ist. Thomas von Aquin hat dieses Beispiel gebracht, als er eine Erkl�rung zum Glaubenbekenntnis schrieb. Seine Grundwahrheit die er vertritt zielt darauf ab deutlich zu machen, wie viel die Menschen glauben, ohne genau zu wissen. Glauben hat schlie�lich auch etwas mit Vertrauen zu tun. Dazu ein interessanter Fall, mit dem sich das Bundesverfassungsgericht ausein- andersetzen mu�: Eine Ehe, aus der ein Kind hervorgegangen ist, wurde geschieden. Der Mutter steht das Sorgerecht zu. Der Vater mu� zahlen. Aus irgendeinem Grunde zwei- felt jetzt aber der Vater, ob er wirklich der leibliche Vater ist. Der Vater beantragt eine entsprechende Untersuchung. Ergebnis: Der Vater kann nicht der leibliche Vater des Kindes sein. Die Mutter aber schweigt. Sie nennt keine Namen. War es ein Mann, der als Vater infrage kommen k�nnte oder waren es mehrere? Ein Landgericht verurteilt die Mutter, den Namen des Vaters zu nennen. Das tut sie aber trotzdem nicht. Sie beruft sich auf den Pers�nlichkeits- schutz und sagt, es sei eine Verletzung der Menschenw�rde, m��te sie ihr Intimleben vor anderen ausbreiten. Sie legt daher Verfassungsbeschwerde ein. Das Ergebnis ist offen. Ein Rattenschwanz an weiteren Fragen ist die Folge. Das Jugendamt ist verpflichtet alles dran zu setzen, um den leibli- chen Vater zu finden. M�glich w�re ja, da� bedeutende Erbschafts- und Unterhaltsanspr�che dem Kind verloren gingen. Auch denkbar k�nnte es sein, da� die Mutter k�nstlich durch einen anonymen Samenspender be- fruchtet wurde. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Um nun aber zu dem Ausgangspunkt zur�ckzukommen: Die genetische Unter- suchung wurde nach streng wissenschaftlicher Methode durchgef�hrt. Das hat nicht das Gericht gemacht, sondern ein entsprechender Wissenschaft- ler. Diesem Wissenschaftler hat das Gericht geglaubt. Es hat ihm vertraut. Insoweit hat also der Glauben etwas mit Vertrauen zu tun. Und wenn der Wissenschaftler sich geirrt hat oder irgendwelche Proben vertauscht wurden? - Nichts ist unm�glich! Thomas von Aquin versucht nachzuweisen, es ist oft vern�nftig zu glauben. Man soll aber nur glauben, was glaubw�rdig ist. Denn es kann fatale Folgen haben, wenn ich das Falsche glaube. "Der F�hrer hat immer recht!" So hie� es in der Hitlerzeit. Viele Menschen habe das geglaubt. In der ehemaligen DDR wurde im Lied von der Partei, das Honni gern anstimmte, gesungen: "Die Partei, die Partei
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