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Article #699Re: Wer glaubt hier was?
From: Bruno Melchert
Date: Thu, 02 May 1996 00:00
Date: Thu, 02 May 1996 00:00
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Zum Thema "Re: Wer glaubt hier was?" stolperte ich doch �ber diese beachtenswerten Silben von U.KAHL@BIONIC.zerberus.de: >|Beliebt ist immer das Beispiel von den Amalekitern (1.Sam >|19), deren vollkommene Vernichtung Gott dem Saulus >|befohlen haben soll. Ein Stueck Eroberungsgeschichte >|Israels? In der heutigen Forschung wird eher angenommen, >|dass es diesen Krieg historisch nie gegeben habe, sondern >|priesterliche Erfindung einer viel sp�teren Zeit sei. Nun, �hnliche Stelle finden sich viele. Und wer beachtet, das es sich um ein Nomadenvolk gehandelt hat, kann eigentlich die Kriege nicht so au�ergew�hnlich finden. Sicher, bei Jericho stimmen die Zeitangaben nicht. Aber warum soll das Ereignis nicht stimmen? Hier ist der Vergleich zur Iliade angebracht. Bei aller Dichtkunst Homers bleibt nachweislich ein Grundstock an historischer Wahrheit. Dabei ist es dann nicht mehr wesentlich, ob der von Schliemann ausgegrabene Schatz des Priamos tats�chlich aus dieser oder einer sp�teren Epoche stammt. Das Ereignis hat stattgefunden, wann und wie auch immer. Daher kann man auch von der Kreuzigung Jesu als Tatsache ausgehen. Das verifiziert diesen aber noch lange nicht als Sohn eines Gottes. Denn auch hier ist wieder die Parallele zu Homer zu ziehen. Die Verg�ttlichung von Helden war gerade f�r jene Zeit typisch. War nun jener Jesus identisch mit jenem, der als R�uber Jerusalem erobern wollte, wie es Flavius Josephus schrieb? Immerhin waren die J�nger bewaffnet (Beispiel Petrus.) >|Wenn ich mich recht erinnere, waren die Gruende Marcions >|aber nicht die von Dir angefuehrten. Marcion hat das AT >|hauptsaechlich wegen dem Schoepfungsbericht abgelehnt. >|Dem Erw�hlungsgedanken war er als Gnostiker gar nicht >|abgeneigt. Das mag sein. �ber die tats�chlichen Gr�nde wird man heute wohl nur spekulieren k�nnen. >|Mir gefaellt die Interpretation Blochs ganz gut, der >|innerhalb des AT eine Entwicklungsgeschichte Gottes >|sieht, weg vom "W�sten- und R�chergott" hin zu einem >|"Freundgott" und Gef�hrten des Menschen. Diese >|Entwicklung sieht er schon innerhalb des Exodus angelegt, >|sp�ter dann (z.B. in Hiob) weitergefuehrt. Und da wird >|das Christentum dann leicht ankn�pfen k�nnen. Es ist aber ein rein rhetorischer Vorgang, der eines �berdeckt, n�mlich da� ein Gott sich eigentlich nicht wandeln kann. Sonst w�re er kein Gott mehr. Denn Gottsein ist wohl die h�chste Stufe des Vollkommenseins - zen rhu bhutatathata, wie die Buddhisten sagen. Hier kommen wir vielmehr zu dem Punkt, an dem sich Menschen ihre G�tter nach ihrem Gusto schaffen. >|Dieser Nachtrag hat doch �berhaupt >|nichts mit dem Thema zu tun und ist nur eine unerlaubte >|Diffamierung durch den Vergleich der Christen mit den >|j�dischen H�ndlern. Wieso ist der unerlaubt? Bedenke mal den Abla�handel. >|Ich meine, inwieweit Jesus noch selbst den j�dischen >|Erw�hlungsgedanken verfolgte ist ja umstritten. >|Wahrscheinlich ist die �ffnung hin auf alle Menschen erst >|das Ergebnis des nach�sterlichen Streites zwischen Paulus >|und Petrus gewesen, also entwicklungsgeschichtlich >|bedingt. Ich neige eher zu der These (da eigentlich nichts von Jesus, der ja Rabbiner gewesen sein soll, also im Gegensatz zum Fischer Petrus schreiben konnte stammt, schriftlich �berliefert wurde), da� wir es hier mit einer regelrechten Vermarktung des Themas durch Paulus zu tun haben. Das wird durch die wohl heute in ernsthaften theologischen Kreisen unumstrittene These, nach der die Evangelien sp�ter entstanden, nur noch best�tigt. Der Vernunft eine Chance! Viele Gruesse Bruno --- ## CrossPoint v3.11 R ##
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