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Started by Rudolf Ladwig
Tue, 30 Sep 1997 00:00
Fundamentalisten und Nordelbische Kirche
Author: Rudolf Ladwig
Date: Tue, 30 Sep 1997 00:00
Date: Tue, 30 Sep 1997 00:00
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## Nachricht vom 30.09.97 weitergeleitet
## Ursprung : /CL/GLAUBEN/CHRISTEN
## Ersteller: R.LADWIG@NADESHDA.gun.de
>_Norddeutschland: Prominente Protestanten rufen Nordelbische Synode zur_
>_Busse_
>> _"Inkompetenz und Verblendung"_
Prominente Protestanten in Norddeutschland, darunter der fruehere SPD -
Finanzminister Hans Apel, rufen die neue Synode der Nordelbischen
Evangelisch-Lutherischen Kirche zur "Umkehr". Die 140 Synodalen versammeln
sich erstmals am 26. September in Rendsburg. Die letzte Legislaturperiode
war von heftigen Auseinandersetzungen gepraegt - etwa um die kirchliche
Anerkennung und Segnung nicht-ehelicher und gleichgeschlechtlicher
Gemeinschaften. Gegen die Anerkennung hatten die Bischoefe Karl Ludwig
Kohlwage und Hans Christian Knuth ihr Veto eingelegt, aber nicht Bischoefin
Jepsen. Streit gab es auch um die Rolle der bisherigen Synodenpraesidentin
Elisabeth Lingner (SPD), die sich fuer die kirchliche Anerkennung
gleichgeschlechtlicher Partnerschaften einsetzt. Inzwischen haben 30
Synodale gegen den Aufruf protestiert. Sie seien "frei und demokratisch
gewaehlte Synodale, die unabhaengig und ihrem christlichen Bekenntnis
folgend entscheiden". IDEA dokumentiert den Aufruf:
" Die Nordelbische Kirche darf nicht zugrunde gerichtet werden durch
geistliche Inkompetenz und ideologische Verblendung. Die neue Nordelbische
Synode bietet die Moeglichkeit umzukehren. Die sechs Jahre der vorherigen
Synode waren eine unertraegliche Belastung fuer Christen, die in der Kirche
Gottes unverfaelschtes Wort suchten. Als engagierte Christen und Glieder
der Nordelbischen Kirche fordern wir sie auf:
* Treten sie dafuer ein, dass in unserer Kirche das befreiende Evangelium
von Jesus Christus und die den Menschen schuetzenden Gebote Gottes bibel-
und bekenntnisgemaess verkuendigt werden. Lassen sie sich nicht dazu
verfuehren, in der Synode ein "Parlament" zu sehen. Keine Synode hat das
Recht, durch Mehrheitsentscheidungen bindende Aussagen von Bibel und
Bekenntnis in Frage zu stellen.
* Die vorherige Synode hat sich durch gesellschaftliche Entwicklungen und
geistige Stroemungen zu empoerenden Beschluessen und Stellungnahmen verfuehren
lassen. Helfen sie der Kirche zur Umkehr, in dem sie solche Beschluesse
aufheben. Vor allem fuer zwei Bereiche fordern wir neue Beschluesse, die
Gottes Willen entsprechen: Gegen die Zerstoerung des alleinigen Leitbildes
von christlicher Ehe und Familie und gegen die Erlaubnis, Menschen in
gleichgeschlechlichen Partnerschaften und eheaehnlichen Gemeinschaften -
ausnahmsweise sogar im Gottesdienst - zu segnen.
* Verweigern Sie Frau Lingner Ihre Stimme, wenn sie erneut fuer das Amt der
Synodenpraesidentin kandidiert. Sie hat ihr hohes, zur Neutralitaet
verpflichtendes Amt sechs Jahre lang fuer die Durchsetzung von
gesellschaftspolitischen, Ideologie-geleiteten Zielen missbraucht. Sie hat
sich in Zeitungsartikeln und Interviews ueber Bibel und Bekenntnis
hinweggesetzt. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, die geistliche Einheit
der Nordelbischen Kirche zu beschaedigen. Geben sie der Synode ein neues
Gesicht.
Wir haben genug von der Inflation leerer Worte und hohler Resolutionen zu
Politik und Wirtschaft. Der Synode fehlen dazu Mandat und Kompetenz. Der
Mangel an sachlicher Qualitaet hat das Glaubenszeugnis der Kirche in der
Oeffentlichkeit beschaedigt. Wir brauchen eine Kirche, in der die Menschen
im Gottesdienst und der Gemeinschaft, in der Verkuendigung, der Seelsorge
und der Diakonie die versoehnende Liebe Gottes erfahren und durch Gottes
helfende Gebote vor den zerstoerenden Kraeften des Boesen geschuetzt werden.
Wir wollen eine Kirche, in der die Menschen durch Jesu Christi Kreuz von
Schuld und Gottlosigkeit befreit und durch seine Auferstehung mit Hoffnung
und Leben erfuellt werden. Wir brauchen eine betende Kirche, in der Gottes
Geist Gewissheit des Glaubens verbreitet, und Menschen bei Jesus Christus
Gotteserfahrungen und geschwisterliche Gemeinschaft finden. Diese Kirche
gewinnt ihr Leben nicht aus dem Einsatz von Methoden aus Marketing-,
Kommunikations-, und Organisationswissenschaft, sondern aus dem Geist der
Busse und des Gebets.
Helfen Sie als Mitglied des hoechsten nordelbischen Leitungsgremiums, dass
Raum fuer geistliche Erneuerung entsteht. "
> _Unterzeichner_:
Guenter Flessner (Dersau), frueherer Landesminister
Otto Graf zu Rantzau (Breitenberg), Vorsitzender der Bekennenden
Gemeinschaften in Norddeutschland
Prof. Hans Apel (Hamburg), frueherer Bundesjustizminister (SPD)
Johannes Hansen (Ausacker), ehemaliger Praesident des schleswig-
holsteinischen Raiffeisenverbandes
Dr. Rolf Murmann (Kitzberg), Unternehmer
Dr. Robert Knueppel, frueherer Buergermeister der Hansestadt Luebeck
Thies-Otto Kolbe (Itzehoe), Unternehmer
Rudolf Titzck (Kiel), Landtagspraesident a.D. (CDU)
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> Quelle:
IDEA Spektrum. Nachrichten und Meinungen aus der Evangelischen Welt.
Herausgeber: Informationsdienst der Evangelischen Allianz e.V., Wetzlar.
Nr. 39, 24. September 1997, S. 8.
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