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Started by Rudolf Ladwig
Tue, 13 Jan 1998 00:00
Sekte und Selbstmord
Author: Rudolf Ladwig
Date: Tue, 13 Jan 1998 00:00
Date: Tue, 13 Jan 1998 00:00
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>Deutsche Sekten-Mitglieder planten angeblich erneut Massenselbstmord Santa Cruz de Tenerife (dpa) - Auf der spanischen Ferieninsel Teneriffa sollen 19 Anhaenger einer deutschen Sekte angeblich zum zweiten Mal in fuenf Tagen einen Massenselbstmord geplant haben. Die Polizei nahm in der Nacht zum Dienstag die 19 Mitglieder der Gruppe fest. Die Sektenfuehrerin Heide Fittkau-Garthe sitzt bereits seit dem ersten Vorfall auf Teneriffa in Untersuchungshaft. Die Festnahmen am Dienstag seien eine vorbeugende Masznahme gewesen, teilte eine Behoerdensprecherin in der Inselhauptstadt Santa Cruz mit. Der Gruppe gehoerten auch drei kleine Maedchen an. Deren Leben muesse unbedingt geschuetzt werden. Die Festnahme erfolgte auf Anordnug des Untersuchungsrichters Jaime Guilarte, der die Ermittlungen gegen die Psychologin Fittkau- Garthe aus Hamburg leitet. Gegen die 56 Jahre alte Frau war am Samstag Haftbefehl erlassen worden. Ihr wird Anstiftung zum Selbstmord und versuchter Mord vorgeworfen. Sie soll nach Angaben der spanischen Behoerden die 32 Sektenmitglieder - 31 Deutsche und eine Spanierin - angestiftet haben, sich auf dem Gipfel des Vulkans Teide mit Gift das Leben zu nehmen. Die Polizei verhinderte den angeblich geplanten Massenselbstmord. Der nun erfolgten Festnahme der 19 Sektenmitglieder war nach spanischen Informationen ein Hinweis der deutschen Polizei vorausgegangen, den die Behoerden auf Teneriffa ueber Interpol erhielten. Die Mutter eines Mitglieds habe in Deutschland mitgeteilt, dasz die Gruppe noch immer einen gemeinsamen Selbstmord plane, verlautete aus spanischen Polizeikreisen. Das betreffende Sektenmitglied habe von Teneriffa aus bei ihr angerufen, um sich von ihr zu verabschieden, sagte die Frau nach diesen Informationen. Die spanische Polizei stuermte daraufhin gegen Mitternacht das Landhaus, das die Anfuehrerin Fittkau-Garthe in Arafo suedlich von Santa Cruz auf Teneriffa besitzt. Die Aktion der Beamten sei eine reine Vorbeugemasznahme gewesen, sagte die Sprecherin. Die Festnahme der 19 Sektenmitglieder sei allein auf Grund des Hinweises aus Deutschland angeordnet worden. In Spanien haetten keine konkreten Anhaltspunkte fuer einen zweiten angeblichen Plan fuer einen Massenselbstmord vorgelegen. Die drei kleinen Maedchen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren, die der Gruppe angehoerten, wueden von Polizistinnen gesondert betreut. Der Untersuchungsrichter musz nach diesen Angaben jetzt entscheiden, ob er Haftbefehle erlaeszt, die Festgenommenen auf freien Fusz setzt oder deren Ausweisung aus Spanien anordnet. Die 13 uebrigen Anhaenger der Sektenchefin waren schon vorher von Teneriffa abgereist. Die Psychologin und deren Anhaenger hatten alle Vorwuerfe zurueckgewiesen. Sie bestritten, einen Massenselbstmord geplant zu haben. Nach ihrer Darstellung ist die Gruppe auch keine Sekte, sondern ein loser Zusammenschlusz. Das Treffen auf Teneriffa habe in Deutschland begonnene Therapien ergaenzen sollen. 131449 Jan 98
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