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Article #3

Hamburger Ostermarschaufruf 96

#3
From: Markus Gunkel
Date: Sun, 25 Feb 1996 00:00
107 lines
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Liebe FriedensfreundInnen,
die Militarisierung der internationalen Politik hat  
besorgniserregend zugenommen. Die UNO wird hierf�r von den G/7- 
Staaten instrumentalisiert. Gegen diese Entwicklung richtet sich  
der Ostermarsch, der auch dieses Jahr in Hamburg organisiert  
wird. Einzelpersonen und Organisationen sind aufgefordert, den  
Aufruf zu diskutieren und zu unterst�tzen. R�ckmeldungen entweder  
an die obige e-mail-Adresse oder an die unten angegebene  
Anschrift. Die Ostermarsch-Daten, soweit sie bereits feststehen,  
maile ich gesondert.
Mit solidarischen Gr��en
                        Markus

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                  Aufruf zum Hamburger Ostermarsch 1996


Jahrelang   tobte   im   ehemaligen  Sicherheitspolitik,     europ�ische
Jugoslawien  ein  grausamer  Krieg,  Milit�rsatelliten, Eurofighter  und
der  zehntausende  Opfer  gefordert  Krisenreaktionskr�fte bestimmen die
und  die  Lebensbedingungen  vieler  politische   Diskussion    -    von
Menschen zerst�rt hat.               Abr�stung ist keine Rede mehr.
Die f�hrenden  europ�ischen Staaten  In der  Bundesrepublik  sind  immer
haben     es     in     jahrelangen  noch     st�ndig     einsatzbereite
Vermittlungen nicht geschafft, eine  Atomwaffen  stationiert.   Deutsche
Beilegung    der    Konflikte    zu  Soldaten  werden   immer  noch  f�r
erreichen, weil  sie  nicht  bereit  deren  Einsatz  ausgebildet.  Durch
waren, konsequent  auf nichtmilit�-  ihr  Festhalten  an  der  nuklearen
rische    L�sungen    zu    setzen.  Teilhabe    verst��t    die    Bun-
Stattdessen haben sie versucht, den  desregierung       gegen        den
Konflikt f�r  eigene Interessen  zu  Atomwaffensperrvertrag.
nutzen   und    einseitig    Partei  Der R�stungexport  l��t bei uns die
ergriffen. Die  UNO wurde bewu�t in  Kassen   klingeln,    sch�rt   aber
den Hintergrund gedr�ngt.            �berall auf der Welt Kriege, die zu
Jetzt will die Nato mit dem gr��ten  Fl�chtlingselend                und
Milit�reinsatz   ihrer   Geschichte  Massenvertreibung    f�hren.    Die
ihren  Frieden   auf   dem   Balkan  wenigen Fl�chtlinge,  die  bei  uns
durchsetzen - unter Beteiligung der  Schutz suchen,  werden Opfer  einer
Bundeswehr. Damit will sie sich als  restriktiven Asylpolitik.
milit�rische  Vormacht  etablieren,  Der  R�stungshaushalt  soll  weiter
auch f�r k�nftige Milit�reins�tze.   steigen,  um   die  Umr�stung   auf
Unter    dem     Deckmantel     der  weltweite Eins�tze  zu finanzieren.
Friedenssicherung            nutzen  F�r Soziales,  Bildung  und  Kultur
Bundesregierung und  Bundeswehrf�h-  aber ist  angeblich kein  Geld mehr
rung die  Gelegenheit, um die Rolle  da.
des    Milit�rischen     in     der  Globale           Umweltzerst�rung,
Au�enpolitik zu festigen. Die Ziele  Arbeitslosigkeit   und    Verarmung
wurden  schon   in  den   Verteidi-  greifen um sich. R�stungsproduktion
gungspolitischen Richtlinien  offen  verhindert  weltweit  eine  soziale
benannt: Sicherung  des Zugangs  zu  und  �kologische  Entwicklung.  R�-
Rohstoffen  und  M�rkten,  und  der  stungsarbeitspl�tze  sind  sechsmal
Bundespr�sident spricht  davon, da�  so  teuer   wie  zivile.  Wer  eine
m�glicherweise  auch   einmal   der  friedliche, soziale und �kologische
Einsatz   von    Leib   und   Leben  Entwicklung    will,     mu�    die
gefordert ist.                       R�stungsproduktion abbauen und darf
Osterweiterung der  Nato,  deutsche  nicht   l�nger    materielle    und
Teilhabe    an    britischen    und  personelle Mittel  f�r das  Milit�r
franz�sischen Atomwaffen  im Rahmen  vergeuden.
einer                  europ�ischen

Wir wollen diese Entwicklung nicht hinnehmen und die Politik nicht den
M�chtigen �berlassen.
Deshalb gehen wir Ostern auf die Stra�e
 * f�r den Abzug der Bundeswehr aus allen ausl�ndischen Einsatzorten und
   den Stop milit�rischer Interventionen,
 * f�r den Abbau von Milit�rpakten, gegen die Militarisierung der
   Europ�ischen Union,
 * f�r Abr�stung statt Umr�stung - mit dem Ziel der Abschaffung der
   Bundeswehr,
 * f�r die Senkung der R�stungsausgaben und den Einsatz der freiwerdenden
   Mittel zur L�sung sozialer und �kologischer Probleme,
 * f�r die Umstellung der R�stungsproduktion auf zivile G�ter,
 * f�r ein Verbot jeglichen Waffenexports,
 * f�r den Abzug aller Atomwaffen aus der Bundesrepublik, eine Politik
   der weltweiten atomaren Abr�stung und ein wirksames Verbot s�mtlicher
   Atomwaffentests,
 * f�r die Aufnahme des Verzichts auf Massenvernichtungswaffen in das
   Grundgesetz,
 * f�r die volle Wiederherstellung des Asylrechts und Asyl f�r
   Kriegsdienstverweigerer und Deserteure.

          Politik entmilitarisieren: Abr�sten statt Umr�sten !

------------------------------------------------ schnipp --

Ich / Wir unterst�tze(n) den Aufruf zum Hamburger Ostermarsch 1996 und
stimme(n) der Ver�ffentlichung dieser Unterst�tzung zu.

Name, Vorname / Organisation:

Anschrift:

            Stra�e                 Postleitzahl / Ort     Telefon

Zusammen mit meinem Namen kann folgende Berufs- oder  
Funktionsbezeichnung ver�ffentlicht werden:

Zur Unterst�tzung des Ostermarsches �berweise(n) ich/wir eine Spende in
H�he von DM ___ an das Hamburger Forum (Stichwort: Ostermarsch)  
Konto 429 217 203, Postbank Hamburg, BLZ 200 100 20.


Datum     Unterschrift

Bitte einsenden an: HAMBURGER FORUM, c/o Renate Kirstein, Vielohweg 124 b, 22455
Hamburg, Telefon & Fax: 551 38 91.
Technical Details
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From: M.GUNKEL@CL-HH.comlink.de (Markus Gunkel)
Subject: Hamburger Ostermarschaufruf 96
Date: 1996/02/25
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