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1 total messages Started by Verschiedene Leute Tue, 20 Jan 1998 00:00
BUND und die Polizei
#39
Author: Verschiedene Leute
Date: Tue, 20 Jan 1998 00:00
62 lines
3677 bytes
Vor einigen Wochen, als in Suhl BaumbesetzerInnen brutal von der Polizei  
von den Baeumen "gehungert" und geholt wurden, gab der BUND eine  
Pressemitteilung heraus, in der er sich damit bruestete, auf die  
BesetzerInnen eingeredet zu haben, die Aktion zu beenden.

Bei den Auseinandersetzungen um den CASTOR im Maerz war der BUND mit  
Bundesvorstands- und geschaeftsfuehrungsleuten dabei - modisch im weissen  
Anzug mit fettem BUND-Aufdruck (damit es besonders echt wirkte). In der  
daraus entstandenen Ausstellung bruestete sich der BUND, eine vermittelnde  
Rolle zwischen Polizei und BlockiererInnen gespielt zu haben.

Nun liegt ein neues Dokument vor. Es geht um die Baumfaellaktionen zum  
Zwecke des A20-Baus. Der Text ist im Deutschland-Rundbrief des DNR zu  
lesen (S. 18+19), Autor ist der hauptamtliche BUND-Verkehrsreferent Peter  
Westenberger. Zunaechst schreibt er, dass der BUND der Aufrufer zu den  
Aktionen gegen den Bau aufgerufen hat (aber das kennen wir schon, wenn es  
nach dem BUND-Jahresrueckblick geht, sind auch alle Genfeldbesetzungen von  
BUND-Gruppen durchgefuehrt worden).
Die Berichte ueber den Verlauf der Auseinandersetzungen ist ja hier schon  
ueber die Bretter gelaufen, dem ist nichts mehr hinzuzufuegen. Damit die  
Polizei auch alles im Griff hat, haben sie immer ihre Hilfstruppen dabei -  
den BUND. Ich zitieren aus dem Text von Peter Westenberger:

"Als ein Krankenwagen angefordert werden sollte, stellte sich heraus, dass  
die Polizei nach eigenen Angaben keinen Funkkontakt zur Einsatzzentrale  
hatte und - wie noch mehrfach an diesem Tag ein Handy des BUND benutzten  
musste."     ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

Und etwas spaeter:
"Unabhaengig von dieser AKtion waren Tage zuvor von Unbekannten Baeume  
"vernagelt" worden ... In einer Auswertung der Tage wies der BUND darauf  
hin, dass er sich von jeglichen Gewalttaetigkeiten fruehzeitig und energisch  
distanziert hatte ..."



Bei meiner Kritik werde ich immer wieder angegriffen, wir seien doch eine  
Bewegung und der gemeinsame Feind staende woanders. Erstens glaube ich  
nicht, dass wir wirklich dasselbe wollen, und zweitens glaube ich auch  
nicht, dass der BUND den gemeinsamen Feind ueberhaupt als Feind empfindet.  
Distanzieren tut er sich staendig von UmweltschuetzerInnen.

Joerg


 *** Projektwerkstatt im Kreis Giessen ***

Unter dieser Email agieren mehrere eigenstaendige Projekte wie:
  - Redaktion "Widerhaken"
  - Unabhaengige Volkshochschule
  - BIs usw.

sowie verschiedene Einzelpersonen, deren Meinung nicht gleich sein muss.

Wer Naeheres ueber die Projektwerkstatt wissen will, sollte einen Brief mit
3,- DM in Briefmarken schicken an die
   Projektwerkstatt
   Ludwigstr. 11
   35447 Reiskirchen-Saasen
   Tel. 06401/903283, Fax 903285 (vorher anrufen!)
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