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Article #80Re: IP connections and Germany
From: Christoph Weber-Fahr [KIT]
Date: Tue, 25 Aug 1992 19:40
Date: Tue, 25 Aug 1992 19:40
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Hallo, merdian@osi.BelWue.DE (Peter Merdian) writes: >weber@rhrk.uni-kl.de (Christoph Weber-Fahr [KIT]) writes: >>Es IST also moeglich, ausserhalb der monopolistischen Preisgestaltung der DBP >>Hoschulen zu vernetzen. Gelaenge es beispielsweise durch hinreichenden >>politischen Druck, die DBP zu Bereitstellung von "dark fiber" zum >>Selbstkostenpreis zu veranlassen, waere ein derart betriebenes Forshungs- >>netz durchaus eine kostenguenstigere Alternative. Irgendwie finanziert >>Baden-Wuerttemberg ja auch das BelWue. >Selbstkostenpreise von einer Institution zu erhalten, die gerade >umstrukturiert wird, um marktkonform zu arbeiten, ist etwas schwierig. Mir geht es jetzt weniger um den technischen Aspekt als um die "politische" Seite. Machen wir doch einmal eine einfachen Vergleich auf. US-Unis koennen sich ihre T1-Leitungen (und mehr) leisten. AT&T arbeitet auch marktkonform. Die Differenz zu den Preisen "drueben" ist daher sozusagen die Monopolsahne, die den Bilanzkuchen der Telekom versuesst. (Und die Sahneschicht wird jaehrlich dicker, da die verwendete Technologie immer leistungs- faehiger wird, die Preise das aber kaum widerspiegeln) Was man jetzt tun muesste, ist den die Hochschulen finanzierenden Landes- und Bundesministern und Parlamentariern klarzumachen, das ihr schoenes und knappes Geld zu einem ordentlichen Teil diesen Sahnekuchen verschoenert anstatt in Forschung und Ausbildung zu gehen. >Ich befuerchte zudem, dass wir fuer die VBN-Leitungen, die im BelWue >verwendet werden, nicht mal den Selbstkostenpreis bezahlen koennten. Das ist definitionsabhaengig. In Aachen war's wohl durchaus bezahlbar. >Die Leitungen wurden im Rahmen eines Pilotprojektes zeitlich befristet >zur Verfuegung gestellt; wie die Fortsetzung des Projektes aussieht, >ist noch offen. Da haette ich mal besser nichts ueber das BelWue gesagt, offenbar lebt in diesem Land jeder von der Gnade des Bundespostministers :-) Und was passiert dann ? Rauben wir eine Bank aus ? Packen wir die alten Modems wieder aus und machen 300 Bd UUCP ? :-) Oder ist dann keiner von uns mehr dabei und es uns deshalb egal ? >>Wo sind die Konzepte dafuer? Wer plant das 100-MBit-WIN ? [...] >>Aber ich fuerchte, bei der >>jetzigen Entwicklung wird es eher schlechter. Es liegt mir fern, einzelne >>oder den DFN-Verein verantwortlich zu machen - aber durch Ignorieren >>wurde selten ein Problem geloest. >Planungen und Gespraeche mit der Post bezueglich eines >Hochgeschwindigkeitsnetz (HDN) mit 140 MBit/sec gibt es seit etlichen >Jahren. Hierfuer existiert ein HDN-Arbeitskreis im DFN. Leider sind >die Ergebnisse, bedingt wohl primaer durch die Poststrukturreform, >nicht ermutigend. Man kann dem DFN sicherlich nicht vorwerfen, dass er >durch Ignorieren die Installation eines deutschen Hochgeschwindigkeitsnetzes >verhindet hat - im Gegenteil. Der einzige Vorwurf, den man dem DFN machen >kann - die Verknuepfung mit X.25 - ist hier nicht relevant. Das ist korrekt. Nur faellt ein Lothar Spaeth, der einem ein schoenes BelWue hinstellt, halt nicht alle Tage vom Himmel. Um in dieser verfahrenen Situation etwas zu erreichen, muss irgendwer Lobby-Arbeit machen. Unsere Hochschulrektoren und -Praesidenten sind auch sonst nicht gerade arm an Ansprechpartnern - aber sowas braucht halt irgendwen, der ein schluessiges Konzept praesentiert, fuer das man sich einsetzen kann. Und man zeige mir den Politiker, der fuer ein Projekt, das gut aussieht, ihn aber wenig Geld kostet, nicht bereit waere, zur Not auch der Telekom kraeftig Dampf zu machen. Denn, ueber eins sind wir uns ja wohl einig - die Netzwerkerei darf nicht staendig teurer werden, schliesslich haben die Hochschulen nicht unbegrenzt Geld uebrig. >Der Vorteil des BelWue (und auch des Bayrischen Landesnetzes) ist, dass >im jeweils zustaendigen Landeswissenschaftsministrium ein zentraler >EDV-Referent sitzt, der ueber eigene Mittel verfuegt. Aus diesem Topf >werden dann zentral sinnvolle Dinge finanziert wie u.a. Landesnetze. >Wenn diese Mittel, wie in den anderen Bundeslaender ueblich, auf die >betreffenden Hochschule verteilt waeren, haetten wir das Problem, dass >sich die einzelnen Hochschulen finanziell zusammentun muessten, und dass >potentielle Ausgaben fuer die lokale Hochschule mit Ausgaben fuer das >Landesnetz konkurrieren wuerden. Nun, sowas wuerde auch auf Bundesebene funktionieren, oder ? Gruss Christoph Weber-Fahr -- Christoph Weber-Fahr | E-Mail: weber@rhrk.uni-kl.de Universitaet Kaiserslautern, KIT | S-Mail: Postfach 3049 Tel. 0631/205-3391 | D-6750 Kaiserslautern -------------------------- My personal opinion only ---------------------
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