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Article #84Netzkultur (war: Re: News-Statistik)
From: Juergen Christoffel
Date: Fri, 14 Aug 1992 12:56
Date: Fri, 14 Aug 1992 12:56
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In <H.N_gZ2fJ1cLs@fons.nbg.sub.org> schrieb Martin Sluka (any@fons.nbg.sub.org): >Wieso? Eine Signature _hat_ nun mal eben durch "-- " vom Rest des Bodys >abgetrennt zu sein, ganz abgesehen von dieser Statistik. Vernuenftige >Saftware (z.B. HERMES) macht das auch selbsttaetig. Ich bezweifle "_hat_ nun mal eben" doch sehr. Es spricht zwar nichts gegen eine solche Konvention, aber fuer den Inhalt des Artikel-Body gibt es bisher keinen Standard. Ich schau aber gleich nochmal durch die RFC's, ob ich was verpasst habe. Die Signatur ist ein (eher redundantes) Stilmittel des Netzes, in der jemand Daten unterbringt, die in der Regel in den Headern vorhanden sein sollten (s.u.) und/oder ein Zitat aus mehr oder weniger obskuren Quellen, mit dem jemand zeigen moechte, wie witzig oder belesen sie ist. (Das ueblicherweise mechanisierte Anfuegen der Signatur steht dabei meines Erachtens im krassen Gegensatz zur beabsichtigten Originalitaet des Inhalts ;-) Wenn jemand den Inhalt eines Artikels automatisch analysieren moechte, darf er nicht die Muehe scheuen, einen etwas intelligenteren heuristischen Algorithmus zu entwerfen, der den wesentlichen Inhalt des Artikels vom unwesentlichen Abspann (Grusswort und ggf. Signatur) trennt. Testdaten gibt's im Newsspool genug. >* Auch Dein >> Gruss, >> Thomas > wuerde dann Deiner Signature zugerechnet. Vom sittlichen Naehrwert her rechne ich solche Teile durchaus dem Abspann zu. Beim Lesen ueberspringe ich ihn moeglichst und "aergere" mich immer darueber, wenn ich dadurch unnoetig oft weiterblaettern muss. Wir sollten uns in den News durchaus von der Briefkultur trennen, die da sagt: ein Schreiben besteht aus Briefkopf, Anrede, Text, Schlussfloskel und Unterschrift. Greifen wir die Analogie News / Schwarzes Brett auf: dort haengt man keine Zettel auf, die mit Sehr geehrte Damen und Herren, Hallo, Howdy oder Liebe Leser anfangen; statt dessen schreibt man einfach, worum es geht und das war's dann. Deshalb wird wohl niemand der Unhoeflichkeit verdaechtigt werden. Nicht zu vergessen, dass die meisten Artikel ja nicht als Unikate, sondern als ein Text unter vielen in einer Gruppe oder einem Thread gelesen werden. Schreiben wir von mir aus noch ein Namenskuerzel als Abschluss und ersparen uns dann gegenseitig die "freundlichen Gruesse", das "Ciao" und was es alles noch gibt. In <H.G_AUek59b&2@fons.nbg.sub.org> schrieb Martin Sluka (fany@fons.nbg.sub.org): >In <B4X52F@math.fu-berlin.de>, Vera Heinau writes: >> Und man muss schon 'ne ganze Menge ueberlange Sig's verhindern, um Listen >> von ueber 300 KB damit zu rechtfertigen... Jein. Ein paar ueberlange Sig's, auch wenn's nur ein paar KByte sind, stoeren deutlich mehr, als *ein* Artikel mit der zig-fachen Laenge. Denn diesen einen Artikel kann ich rasch ueberspringen, waehrend ich bei den anderen Artikeln oft nochmal eine Seite blaettern muss, um zu sehen, das dort, wo ich Eigenleistung erhoffte, nur noch Quotes und Abspann stehen. Das primaere Problem wirklich nicht die *Menge* der Daten, die durch den Rechner geschaufelt werden. Dem ist das egal. Und mir auch, solange is in vernuenftigen Massen bleibt. Fuer den potentiellen Leser ist es laestig, durch all den Kram zu blaettern, der eigentlich ueberfluessig ist. (Bei Artikeln, die mit einer Bildschirmseite Quotes anfangen, erspare ich's mir deshalb meist, ueberhaupt weiter zu lesen und schon manch einer hat sich durch unmaessige Quotes fuer einen Monat in mein Kill-File gewuselt (pun intended)) >> Dennoch glaube ich nicht, dass mit dem Posten der Listen >> irgendetwas bewirkt werden kann. >Ebent. Viel schoener waere es doch eigentlich, diese Liste den Inhabern >der ersten zehn bis zwanzig Plaetze im monatlichen Abo zuzumailen. ;^) Die Idee ist nicht schlecht. Vor allem, wenn man den Text des ueberfluessigen Abspanns dann noch sammelt und mit Dank zurueckschickt, weil man dafuer keine Verwendung habe, wird's dem einen oder der anderen vielleicht eine Lehre sein (Mal sehen, wenn ich am Wochenende dazu komme... ;-) Gegen knappe zwei- oder dreizeilige Signaturen habe ich nichts. Es muss aber nicht der Spruch der Woche, die Line-Art des Monats und noch drei verschiedene Email-Adressen, sowie Fax-, Telefon- und Autonummer sein. Ersteres wird ganz schnell langweilig und fuer den Rest reicht eine Email-Adresse und ggf. die Telefonnummer aus; den Rest kann ich dann bei Bedarf erfragen. Und erzaehl mir niemand, dass irgendwas die Header kaputtmacht -- ich sage dann nur: bring' die Software halt in Ordnung. >> Tschuess, Vera >Martin. Besonders "lieb" sind mir die Leute, die sich nicht die Muehe machen, beim Quoten den Abspann anderer wegzulassen. Es waere (zu) schoen (um wahr zu sein), wenn sich die Autor*en im Netz die Muehe machten, an die potentiellen Leser zu denken und ihnen zuliebe ein bisschen Arbeit zu investieren. Denkt ab und zu daran: ihr schreibt, damit andere es lesen. Und nicht, um unter die Top-Ten der Poster zu kommen, oder? Und gebt euch deshalb ein bisschen mehr Muehe, zumindest beim Editieren von Quotes. Es lohnt sich. -- Juergen -- Juergen Christoffel, GMD-I8, jc@gmd.de, (++49 2241) 14-2421 GMD (German National Research Center for Computer Science)
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<0908199208592817FD6@fussel.ruessel.sub.org> <1992Aug6.100415.21740@oops.zigzag.hanse.de> <1992Aug7.095444.27888@amylnd.stgt.sub.org> <1992Aug9.212317.6058@quando.quantum.de> <B4X52F@math.fu-berlin.de> <F5R5D2I@math.fu-berlin.de> <H.G_AUek59b&2@fons.nbg.sub.org> <H.N_gZ2fJ1cLs@fons.nbg.sub.org>Show Full Headers
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Newsgroups: de.admin.news.misc Path: arc1-ca.pugleaf.net!sparky!uunet!wupost!sdd.hp.com!mips!darwin.sura.net!jvnc.net!gmd.de!jc From: jc@gmd.de (Juergen Christoffel) Subject: Netzkultur (war: Re: News-Statistik) Message-ID: <1992Aug14.125627.9656@gmd.de> Reply-To: jc@gmd.de Organization: GMD, Sankt Augustin, Germany References: <0908199208592817FD6@fussel.ruessel.sub.org> <1992Aug6.100415.21740@oops.zigzag.hanse.de> <1992Aug7.095444.27888@amylnd.stgt.sub.org> <1992Aug9.212317.6058@quando.quantum.de> <B4X52F@math.fu-berlin.de> <F5R5D2I@math.fu-berlin.de> <H.G_AUek59b&2@fons.nbg.sub.org> <H.N_gZ2fJ1cLs@fons.nbg.sub.org> Date: Fri, 14 Aug 1992 12:56:27 GMT Lines: 120