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Article #2

ISO 8859-1 - wirklich nur fuer die Minderheit?

#2
From: Kosta Kostis
Date: Fri, 30 Oct 1992 11:58
147 lines
6515 bytes
Hallo Leute!

##############################
ISO 8859-1 und u.deu.*/u.sub.*
##############################

Ich dachte mir, die Diskussion um Umlaute in Mail und News laesst sich
villeicht etwas sachlicher fuehren, wenn mal die "tatsaechliche" Situation
betrachtet wird. Ich habe mir daher mal erlaubt die u.deu.* Maps und die
u.sub.* Maps hinsichtlich der "#S" Zeile auszuwerten. Dabei sind mir ein
paar Dinge aufgefallen...

In u.deu.* sind einige Mailschnipsel ganz ohne "#S" Zeile und sehr viele
mit einer "leeren". Nur 46% schreiben da ueberhaupt etwas rein.
In u.sub.* sind 604 Systeme eingetragen, in u.deu.10* lediglich 199.
Offensichtlich nimmt mal gerade ein Drittel der SubNet'ler dass freundliche
Angebot aus Berlin wahr (winke, winke!)...

Ich habe mir unter den vorhandenen System folgende herausgefischt:

	- Amiga, weil der ISO 8859-1 hat
	- Atari, weil der IBM Code Page 437 kann und per Konverter
	  eine Untermenge von ISO 8859-1
	- PC (siehe Atari), jedoch feiner aufgesplittet
	- NeXT, wg. X/Windows

Mir ist klar, dass in den ausgewerteten Maps vor allen Dingen die ganzen
Hochschulen und deren Rechner-Zoos fehlen, aber wie soll ich das auch
herausbekommen. Andererseits sollte man doch eigentlich davon ausgehen
koennen, dass an den Hochschulen nicht voellig andere Systeme stehen...
Natuerlich ist das teilweise doch der Fall, aber sei's jetzt erst mal drum. :-)

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#################
Die Maps: u.deu.*
#################

#R Statistik aufgrund u.deu.* vom 22. Oktober 1992:

#S Zeilen insgesamt             : 753
#S Zeilen mit Eintrag (grummel!): 346         (100 %)
-----------------------------------------------------------------
#S Zeilen mit Amiga             :  44         (12,7 %)
#S Zeilen mit Atari             :  25         ( 7,2 %)
#S Zeilen mit PC/286/386/486    : 102         (29,5 %)
   davon mit DOS und Waffle     :  16         ( 4,6 %)
   davon mit DOS und ?          :  19         ( 5,5 %)
   davon mit anderem OS         :  67         (19,4 %)
#S Zeilen mit NeXT              :  60         (17,3 %)
-----------------------------------------------------------------
			  Summe : 231         (66,8 %)

Das heisst, dass fast 7 von 10 Systemen in u.deu.* mindestens potentiell
in der Lage sind ISO 8859-1 kodierte Zeichen darzustellen bzw. zu
generieren.

Dabei ist jedoch zu bedenken, dass ich die Systeme ohne nichtleere "#S"
Zeile nicht beruecksichtigt habe. Die Zahlen sind daher nicht bedenkenlos
verwendbar.

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#################
Die Maps: u.sub.*
#################

#R Statistik aufgrund u.sub.* vom 19. Oktober 1992:

#S Zeilen insgesamt             : 604         (Systeme im SubNet)
-----------------------------------------------------------------
#S Zeilen mit Amiga             : 118         (19,5 %)
#S Zeilen mit Atari             :  49         ( 8,1 %)
#S Zeilen mit PC/286/386/486    : 369         (61,1 %)
   davon mit DOS und Waffle     : 106         (17,5 %)
   davon mit DOS und UUPC       :   6         ( 1,0 %)
   davon mit DOS und ?          :  30         ( 5,0 %)
   davon mit OS/2               :   3         ( 0,5 %)
   davon mit U*IX               : 222         (36,8 %)
   davon mit unbekanntem OS     :  32         ( 5,3 %)
#S Zeilen mit NeXT              :  42         ( 7,0 %)
-----------------------------------------------------------------
			  Summe : 578         (95,7 %)

Das heisst, dass locker 9 von 10 Systeme im SubNet mindestens potentiell
in der Lage sind ISO 8859-1 kodierte Zeichen darzustellen bzw. zu
generieren.

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ISO 8859-1 und die "real existierende" Rechnerlandschaft:
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Beim Amiga:
	Der Amiga verwendet standardmaessig ISO 8859-1 - Aufwand: 0

Beim Atari:
	Die HERMES Software wandelt automatisch von und nach ISO 8859-1
	Ich weiß nicht, welche Software beim Atari sonst noch eingesetzt
	wird...

Beim PC mit DOS und Waffle:
	Fuer DOS + Waffle habe ich einen Patch geschrieben, der die Umwandlung
	beim Ein- bzw. Ausgang vornimmt.

Beim PC mit UUPC:
	Keine Ahnung. Vielleicht laesst sich die Konvertierung aehnlich wie
	bei Waffle "reinhaengen"...

Beim PC mit U*IX:
	Die meisten U*IX Konsolen erlauben entweder direkt ISO 8859-1 oder
	wenigstens Code Page 437, wobei die Umwandlung recht einfach ist.

Beim NeXT:
	Soweit ich weiss, laesst sich der Zeichensatz beim NeXT einstellen.

Der Rest:
	Ist ein solcher Zoo, dass sich da nicht so leicht eine Pauschalaussage
	treffen laesst, ausser vielleicht:

		X/Windows unterstuetzt ISO 8859-1
		VT 2xx unterstuetzten DEC MCS (fast ISO 8859-1)
		VT 3xx, 4xx unterstuetzen ISO 8859-1

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Nach all diesem Zahlenmaterial liegt fuer mich der Schluss nahe, dass wir es
nicht, wie oft behauptet, mit einer Mehrheit zu tun haben, die "leider" nicht
in Lage ist ISO 8859-1 zu verwenden - im Gegenteil.

Ich ziehe fuer mich daher die Konsequenz und verwende ab sofort wieder
ISO 8859-1 Umlaute. Zwar kann mein bescheuertes Waffle keine Content-*
Zeilen erzeugen, die darauf hinweisen, aber das ist mir vergleichsweise
egal. Sollte sich der Autor von Waffle dazu breitschlagen lassen, dann
wäre es natürlich noch viel schöner, aber US $120,- auszugeben, um an die
Sourcen zu kommen, ist mir doch zuviel...   =;^)

Slaínte (das war gälisch...   8-)  )

	Kosta

-- 
  Kosta Kostis, Talstraße 25, D-6074 Rödermark 3, Germany
  kosta@blues.kk.sub.org                                        (home)
  kostis@frsmic.enet.dec.com                                    (work)
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From: kosta@blues.kk.sub.org (Kosta Kostis)
Newsgroups: de.admin.news.software
Subject: ISO 8859-1 - wirklich nur fuer die Minderheit?
Summary: Statistik ueber u.deu.* und u.sub.*
Keywords: ISO8859-1 News Mail
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Date: Fri, 30 Oct 92 12:58:53 MET
Organization: The Blues Family
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