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Article #1382

Re: Laserlinks (war: 25Mbps Ueber Funk??)

#1382
From: Mario Klebsch DG1AM
Date: Mon, 14 Aug 1995 17:05
137 lines
6525 bytes
hoehndor@mbi.fta-berlin.de (Jens Hoehndorf) writes:

>In article <mkl.807967555@duesentrieb>, mkl@rob.cs.tu-bs.de (Mario Klebsch 
>DG1AM) writes:

>>kris@white.schulung.netuse.de (=?ISO-8859-1?Q?Kristian_K=F6hntopp?=) writes:
>>
>> *Ausserdem ist das mit der Ausfallsicherheit eine reine Frage der
>> *Wattzahl. 
>Das ist Quatsch, mit Verlaub. siehe unten.
>Der Totalreflexion in den Regentropfen ist es wurst, wieviel
>sie reflektieren, 1, 10 oder 100 Watt.

Die reflektieren auch nicht alles. Etwas wird auch dabei in Waerme
umgesetzt. Und das koennte bei genuegend Leistung reichen, um den
Tropfen zu verdampfen :-).

>>uebertragen kann. Nun ja, bis zu 100 Watt kann man mit Q-Switches
>                                                        ^^^^^^^^^^
>>arbeiten, und die sind recht fix.

Q=Guete. Die werden daher auch Gueteschalter genannt. Ich weiss nicht,
wie die funktionieren, nur dass es keine Kerr-Zellen sind.

>>Und dann kann man noch an der Wellenlaenge spielen.

>... aber nicht bei 100 Watt, sicher nicht. 
>100 W sind fuer N Laser schon ne Menge Holz,
>der starkste (kommerzielle) Nd:YAG mit brauchbarem Strahlprofil 
>macht so etwa < 100 W (und kostet einige 100 TDM), und damit kannste 
>Loecher in die Tueren kokeln.
>(Selbst schon gemacht .. :-) )
 
Ich weiss. Wir hatten immer die Wahl zwischen YAG und CO2. Das ist der
Faktor 10 bei der Wellenlaenge und bei der Leistung sind bei CO2
mehrere Kilowatt ohne Probleme zu kaufen. Vor 5 Jahren lag die
Obergrenze bei 4 KWatt Dauerstrich in CO2.

>Das sind dann aber gepulste Laser (50 Hz RepRate), also nix kBit.

Genau das muss nicht sein. Ich habe mal fuer eine Firma gearbeitet,
die auch mit YAG Lasern gearbeitet hat. Die YAG Laser haben cw
gearbeitet, und wurden mittels Q-Switchen geschaltet. Die Pulserei,
die Du mit 50 Hz angibst, kommt warscheinlich durch das Pumpen mit
Licht zustande, das aus dem Wechselspannungsnetz gespeist
wird. Unsere Laser wurden mit Halogenlampen gepumpt, die mit 24 Volt
Gleichspannung betrieben wurden. Dann hat sich da auch ein sauberes
Dauerstrich Signal eingestellt. Das ganze musste natuerlich gut mit
Wasser gekuelt werden :-).

Und ich glaube kaum, dass dafuer ueber 100 TDM bezahlt werden
muss. Dafuer hat man mit Leichtigkeit schon CO2 Laser bekommen mit 400
und mehr Watt Dauerstrich.

>Kraeftige cw-Laser setze ich mal mit Groessenordung 1 - 30 W an
>(im Sichtbaren) (alos AR+ etc.).

Wir hatten 2500 Watt bei 10600 nm Wellenlaenge. Das ist natuerlich
unsichtbar.

>Die muss man dann noch modulieren,
>oarks, da denke ich nicht weiter drueber nach.

Das ist gar nicht so einfach. Bei den hohen Leistungen (der CO2 Laser)
kann man den Lichtstrahl nicht mehr direkt schalten. Also muss die
Pumpentladung geschaltet werden. Dabei lernt mann dann sehr schnell,
wieviel Energie ein 3 Meter langes Kupferkabel speichern kann, und wie
man diese minimiert. Leider kann das Gas die Energie auch viel zu
lange speichern. Dem kann man zwar durch Zugabe von Loeschgas
entgegenwirken, das senkt aber auch die Leistung.  Alles in allem ist
es "black magic" einen Gaslaser schnell auszuschalten.

Wir hatten da uebrigens ein kleines Messgeraet, das den zeitlichen
Verlauf der Laserleistung messen konnte. Das war ein ca. 10*10*10 cm
grosser Wuerfel mit einer Linse vorne drinne und eine BNC Buchse. In
den armen Wuerfel haben wir dann die 2500 Watt hineingeschossen, und
mit den Scope geschaut, die der Zeitliche Verlauf war. Natuerlich
wurde der arme Wuerfel dabei in kuerzester Zeit ziemlich heiss;
geschmolzen ist er aber nicht :-).

>Abgesehen davon kostet so ein gutes Stueck zwischen 100 -300 TDM,
>plus einige 10 TDM Garantie/Jahr. Da ist dann sogar ISDN billiger ...

Den 2,5 KWatt CO2 Laser gab es wohl fuer 250 TDM zu kaufen, wenn ich
mich recht erinnere. Den konnte man ueber die Pumpentladung in ca. 30
mykrosekunden ein- und ausschalten. Analog modulieren konnte man den
auch.

>Um etwas konstuktiver zu sein, denke ich, das 1 Watt schon ne Menge Holz ist.

Reicht in jedem Fall, um blind zu werden.

>Vergleich: Laserdioden/HeNe's etc. liegen im mW bis drunter - Bereich!

Es gibt auch Dioden mit 25 Watt Lichtleistung. Leider nicht im
Dauerstrich.

>Dann noch ein schmalbandiger Empfdnger - das geht zumindest vom
>finanzieller/technisch machbaren.
>Eine Pockelszelle mit (geschaetzt) 10 kHz klingt fuer mich realistisch
>(da habe ich aber noch nie genau geforscht!) dito Raten von
>der gleichen Ordnung.

Was ist eine Pockelszelle?

Ich weiss, dass man mit Q-Switsches mehr hinbekommen kann. Die 10 kHz
sollte man eigentlich schon durch Schalten der Hochspannung erreichen
koennen (bei passender Gasmischung).

Bleiben noch ein paar andere Wehmutstropfen:

Wer soll das Gas bezahlen, das so ein Laser benoetigt? Um die Ein- und
Ausschaltzeiten zu erreichen, darf man das Gas, wleches im Laser
kreist, nicht noch einmal benutzen. Deshalb wird es meistens
abgeblasen. Leider benoetigt so ein Laser Gas von erlesener Reinheit.

Kuehlwasser ist auch in groesseren Mengen noetig.

Genug Spass, jetzt nocht ein paar ernst gemeinte Worte:

Die eigentlichen Probleme bei Laserverbindungen liegen nur leider wo
anders. Wenn man den Laser an einem Gebaeude anschraubt, und
nachmittags die Sonne auf die Sued/West Seite scheint, dann erwaermt
sich dort das Mauerwerk staerker. Dadurch verbiegt das Haus, und bei
grossen Entfernungen trifft der Laser dann nicht mehr. Leider sind
aber die hohen Haeuser oft die einzigen, bei denen kein Hinderniss im
Weg steht. Der Effekt ist natuerlich um so stoerender, je groesser
die zu ueberbruekende Entfernung ist.

Die Schwingungen im Gebaeude bei Strum sind dabei auch nicht zu
vernachlaessigen.

73, Mario
--
Mario Klebsch, DG1AM, M.Klebsch@tu-bs.de		+49 531 / 391 - 7457
Institut fuer Robotik und Prozessinformatik der TU Braunschweig
Hamburger Strasse 267, 38114 Braunschweig, Germany
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Subject: Re: Laserlinks (war: 25Mbps Ueber Funk??)
Date: 14 Aug 95 17:05:43 GMT
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