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Article #175

Re: Aufbau eines Proxyservers

#175
From: Juergen Ilse
Date: Tue, 16 Dec 1997 00:00
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Hallo,

In schule.informatik.allgemein Tobias Zimmer <Tobias.Zimmer@internet-treff.plannet.de> wrote:
: Andre Steinert schrieb in Nachricht <66ur7p$8il$1@tpl-news.bs.tpl.net>...
:>Hallo,
:>ich brauche f�r folgendes Problem einmal den Rat eines Experten.
:>
:>Die Situation: auf unserer Schule haben wir 9 oder 10 Rechner. Einer davon
:>ist der Server, auf ihm l�uft Win NT 4.0 Server. Auf den anderen l�uft das
:>,,normale'' Win NT 4.0.
:>
:>Grunds�tzlich gilt: je mehr Rechner f�r die Sch�ler zur Verf�gung stehen,
:>desto besser.
:>
:>Das Problem: es soll ein Internetzugang realisiert werden, mit dem alle
:>Rechner im LAN in das Internet gelangen k�nnen; ein Proxyserver ist also
:>n�tig.
:>

: Wieso soll da ein Proxy n�tig sein?
: Ein Proxy speichert lediglich WWW-Inhalte lokal zwischen, um einen
: schnelleren Zugriff von gro�en LANs auf viel genutzte Seiten zu erm�glichen.

Du meinst einen "caching proxy", Ein proxy kann aber auch benutzt werden,
um nicht direkt ereichbare Daten in einem lokalen Netz zur Verfuegung zu
stellen, der muss in diesem Fall noch nicht einmal cachen koennen, und auf
den Clients braucht dann noch nicht einmal ein Nameservice zu funktionieren,
das caching ist zwar ein angenehmer Nebeneffekt, ist aber fuer seine Zwecke
nicht erforderlich...

: Was ihr braucht ist ein Router, der IP-Masquerading beherrscht und eine
: Firewall hat.

IP-Masquerading ist fuer den Zugriff auf die Netzdienste http, ftp und news
nicht erforderlich. fuer news sollte man einen lokalen News-Server audsetzen,
fuer http und ftp (evt. auch gopher, aber wer macht denn noch so was...)
genuegt ein proxy (der noch nicht einmal kompletter router oder firewall
fuer das Netz sein muesste). Es muss bei Verwendung eines Proxys noch nicht
einmal eine route von den Clients nach aussen (ins weltweite Netz) oder von
aussen zu den Clients fuehren... Ich wuerde fuer einen solchen Zweck darueber
nachdenken Linux statt Windows NT auf dem Server einzusetzen, oder einen
Rechner als Proxy und ggfs. als Gateway laufen zu lassen (auch einen News-
Server kann man darauf aufsetzen...). Linux ist aber nur empfehlenswert,
wenn sich mindestens eine Person an der Schule intensiv in den Umgang mit
Linux einarbeitet (und nach der Einarbeitungszeit auch versteht, was wo
und wie ableuft...)!

:>Welche Software hat welche Vor- und Nachteile und bietet sich
:>dementsprechend an? Soll ein Computer anstatt f�r die Sch�ler zur Verf�gung
:>zu stehen, als Proxyserver verwendet werden, auf dem dann LINUX installiert

Wenn sich jemand entsprechend intensiv mit Linux vertraut gemacht hat, 
koennte es sinnvoll sein, den NT-Server als Arbeitsplatz zu nutzen und
fuer Proxy / Gateway / Printserver / Fileserver etc. einen Linux-Rechner 
aufzusetzen...

: F�r einen Linux-Server zum routen f�r 10-12 Rechner im LAN reicht ein 486er
: DX4-100 mit 16MB, ca. 650MB Platte, den kann man billig gebraucht bekommen.

Routen zwischen internem LAN und weltweitem Netz braucht der u.U. gar 
nicht (es kommt darauf an, welche Netzdienste genutzt werden sollen,
wenn telnet, oder aehnliches nicht gebraucht wird, reicht ein proxy
ohne dass er pakete zwischen externem Netz und lokalem LAN routen muss,
in diesem Fall wuerde ich fuer das interne Netz Adressen aus einem fuer
private Zwecke reserviertem Adresseraum, z.B. 192.168.x.x nehmen).

:>wird, oder ist es besser, den Proxyserver auf dem normalen Server unter Win
:>NT aufzubauen?

: Am Anfang wird es komfortabler sein unter NT, bis man sich in Linux
: eingearbeitet hat, aber die Lizenzen f�r die Win-Software d�rften mehrkosten
: als der 486er plus Linux. Und da ist alle n�tige Software schon dabei!
:> Was ist komfortabler?

Wenn man Linux einsetzt, wuerde ich den Linux-Rechner nicht nur als Gateway,
sondern auch als Mail-Server, als Newsserver als Proxy und ggfs. als Firewall
verwenden. Wenn das alles erstmal laeuft, ist es gar nicht so schwer, das
system am laufen zu halten, aber der zustaendige Mensch sollte unbedingt
wissen, was wie laeuft (damit er im Falle von Problemen nicht im Regen steht).

: Wenn man an Win gew�hnt ist nat�rlich alles, was unter Win l�uft.
: Linux ist allerdings stabieler und sicherer.
:> Was geht schneller?

Bei gleicher Hardwareausstattung ist meiner Erfahrung nach die Performance
unter Linux besser.

: Von der Performance beim Betrieb her ist Linux schneller. Aber die
: Win-Software d�rfet schneller eingerichtet sein.

Das kommt sicherlich auf die Software an (und auf die Linux-kenntnisse des
Administrators), ueber den Aufwand so etwas unter Windows zu installieren 
kann ich nichts sagen, da ich so etwas noch nie unter Windows installiert
habe...

:> Was ist einfacher zu bedienen?
: Beim Einrichten Win, im Betrieb Linux, da braucht man sich nicht mehr drum
: zu k�mmern, wenn's mal l�uft.

Wieweit dass nicht evt. unter Windows NT ebenfalls der Fall ist, weiss ich
nicht. Der Umgang mit Linux ist fuer den "maus-verwoehnten" Windows-benutzer
vielleicht am Anfang nicht gerade leicht, wie leicht man sich in die Adminis-
tration von Linux einarbeiten kann, haengt sicherlich vom jeweiligen Benutzer
ab (ich habe von Faellen gehoert, wo jemand sich ohne unix-Kenntnisse inner-
halb von einer halben Woche in Linux eingearbeitet hat, ich selbst kenne aber
auch Leute, die nach 2 Jahren Umgang mit verschiedenen unix-versionen den
Umgang mit dem System bestenfalls sehr rudimentaer beherrschen...).

:>Was ist g�nstiger?
: Linux!

Von den reinen Anschaffungskosten her ist Linux sicherlich guenstiger, ob
das auch auf Dauer so ist, haengt davon ab, ob man mit Linux (in Ermangelung
eines faehigen Systemmanagers) auf Wartungsvertraege von Firmen angewiesen
ist, denn in einem solchen Fall waere Linux eine teure Loesung...
Ich gehe aber davon aus, dass jemand existiert, der sich bei genuegendem
Interesse in das Amt des System-Managers einarbeiten kann...

:>PS: Das System muss selbstverst�ndlich auch eine Firewall haben, damit
:>nichts dem lokalen Netz passieren kann.
: Ist bei Linux wie gesagt schon dabei.

Ich wuerde mir ueberlegen, ob ich eine direkte Verbindung ins weltweite Netz
ueberhaupt sinnvoll ist... Im anderen Fall kaoennte man z.B. den Apache-
http-Daemon als lokalen Web-Server und Proxy fuer das lokale Netz aufsetzen,
das lokale Netz arbeitet dann mit fuer privaten Gebrauch reservierten Adressen
(wie die oben erwaehnten 192.168.x.x) und ist von ausserhalb nicht direkt
erreichbar. Man koennte zwar zusaetzlich noch einen Firewall aufsetzen
(alle notwendige Software ist bei den meisten Linux-disstributionen dabei),
aber es waere evt. noch nicht einmal notwendig.

Tschuess,
		Juergen Ilse									(ilse@asys-h.de)
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Subject: Re: Aufbau eines Proxyservers
Date: 1997/12/16
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