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Article #130Re: Wettervorhersage
From: Dennis Schulze
Date: Mon, 25 Jan 1993 09:15
Date: Mon, 25 Jan 1993 09:15
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In <S930W8G@math.fu-berlin.de> heiko@chemie.fu-berlin.de (Heiko Schlichting) writes: >>so etwas kann es in Deutschland nicht geben, da der Deutsche Wetterdienst >>(DWD) ein Monopol fuer die Wettervorhersage (bzw. die Wetterdaten, was >>aber im Prinzip dasselbe ist) hat und alle Auskuenfte gebuehrenpflichtig >>sind. >Aber man hoert doch jede Stunde, dass der Radiowetterbericht von >Eurem Institut gemacht wird. Zahlen die dafuer an den DWD oder wie laeuft >das ab? Koennte man diese Daten nicht auch per NetNews oder Internet- >Service anbieten? Hat der DWD ein Monopol auf die bei Euch erzeugten >Wetterberichte? >Viele Fragen, aber ich kenne niemanden sonst, der an der Quelle sitzt. :-) :-) Ich werde mich bemuehen, die Probleme etwas klarer darzustellen: Die FU Berlin macht im Auftrag des DWD die Wetterberichte fuer die Medien hier in Berlin. Das ist eine Ausnahme, die auf einen Vertrag in den 50er Jahre glaube ich zurueckgeht. Damals sollten Bundesbehoerden in Berlin moeglichst inaktiv bleiben (kalter Krieg etc.) und somit wurde die FU beauftragt. Dieser Vertrag laeuft 1994 aus und dann wird das Wetteramt Berlin die Medienbetreuung uebernehmen. Jetzt kommt aber das eigentlich wichtige: Der DWD stellt uns die Daten inklusive Output der Vorhersagemodelle kostenlos zur Verfuegung. Fuer die Weitergabe der Daten (zum Beispiel in Form von Wetterberichten) nehmen wir Gebuehren, die zum Teil an die FU abgefuehrt werden, zum Teil hier im Institut verbraucht werden. Das ganze Problem ist im Prinzip, dass wir nicht wissen, was mit den Daten geschieht, wenn wir sie ueber das Netz zur Verfuegung stellen. Es koennte (rein theoretisch) RTL einen irgendwie gearteten Netzanschluss haben, sich die Bilder und Texte kostenlos von unserem Rechner holen und der DWD bzw. wir waeren um eine Einnahmequelle aermer. In den USA ist die ganze Sache etwas anders gelagert. Dort werden die Wetterdaten als 'Volkseigentum' betrachtet und sind fuer jeden kosten- los erhaeltlich. Insofern bringt die Verbreitung von Daten ueber das Netz auch keinem irgendwelche finanziellen Einbussen. Wer sich beschweren moechte, dass wir eine solche Rechtslage haben, sollte eine Brief an das Bundesverkehrsministerium schreiben, das ist die Aufsichts- behoerde des DWD. Nebenbei darf ich noch anmerken, dass ich auch lieber die Daten frei verfuegbar machen wuerde, als solche um-x-Ecken-Erklaerungen zu schreiben. Gruss, Dennis --- Dennis Schulze Free University of Berlin Johannisthaler Ch. 361 Department of Meteorology W - 1000 Berlin 47 dennis@metw3.met.fu-berlin.de Germany #include <standard.disclaimer>
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