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Article #177Re: LIST zum drohenden Verschlsselungsverbot
From: Michael Deindl
Date: Mon, 30 Oct 1995 15:13
Date: Mon, 30 Oct 1995 15:13
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In <5wfwwlYFV$B@a.gerber.soap.Rhein-Main.de>, A.GERBER@soap.rhein-main.de (Axel Gerber) writes: > >Hallo Siegfried, > >Es geht um das Thema LIST zum drohenden Verschl3sselungsverbot vom 20.10.95 >Dazu mvchte ich gerne folgendes anmerken: > > s> Ueber Europas Infobahn brauen sich dunkle Wolken zusammen. > s> Die europaeischen Regierungen sind dabei, Gesetze zusammen- > s> zubasteln, die die Privatsphaere der Buerger im Netz abschaffen > s> sollen: > s>[...] > s> Alles deutet darauf hin, dass im Bundesinnenministerium sich Bestrebungen > s> verdichten, wirksame Verschluesselungsmethoden (wie PGP) ausdruecklich > s> zu verbieten, wie es in Frankreich bereits geschehen ist. Da die > >Auch mir widerstrebt es, da_ man sich immer neuen Verboten immer wieder >beugen mu_! > >Jedoch mu_ ich sagen, da_ die in der c't vertretene Meinung, stures >Durchboxen des Wunsches die 'perfekte' Codierung behalten zu kvnnen, den >demokratischen staat gefdhrde (wenn nicht gar in Frage stellt), zum >Nachdenken anregt. > >Wenn man dann sieht, was in Paris regelmd_ig passiert, braucht man mit >Franzosen keine Diskussion mehr |ber PGP anzufangen, denn die Argumente >w|rden einen erdr|cken. > >Wie gesagt, bitte nicht meinen ersten Satz vergessen. Auch hier lduft PGP. > >Abgesehen von allen Bedenken der Politiker braucht es nur eine geringe >Menge an krimineller Energie (ndml. gar keine) um zu erfahren, da_ man PGP- >Mails in Grafikdateien verstecken kann. Ihr habt Probleme! Es gibt eine relativ einfache Moeglichkeit sich gegen Verschluesselungsverbote zu wehren: wenn eine _signifikante_ Menge von Buergern PGP (oder aehnliches) trotz Verbots benutzen bleibt dem Staat keine andere Wahl, als entweder das Verbot zurueckzunehmen oder das Rechtssystem hoffnungslos zu ueberlasten (aburteilen einiger weniger is' nich', wegen "Gleichbehandlungsgrundsatz" des GG: entweder alle oder keiner). Ausserdem scheint es mir zweifelhaft ob ein Verschluesselungsverbot verfassungsrechtlich durchsetzbar waere: Volltrunkenheit ist auch strafbar, _ABER_NUR_ wenn Du im Vollrausch eine Straftat begehst. Die Strafe darf dann aber auch nicht hoeher sein als die der eigentlichen Straftat. Ein Kryptoverbot waere so aehnlich: durch starke Verschluesselung kann Dir eine _MOEGLICHE_ Straftat nicht bewiesen werden, deshalb waere Verschluesseln zum Zweck des Verbergens von Straftaten verboten. Damit Dich aber jemand wegen PGP-Benutzung verfolgen kann, muss man Dir erstmal die Straftat an sich nachweisen. Alles andere duerfte in Karlsruhe keinen Bestand haben!!! Uebrigens: man kann dem Statsanwalt gegenueber leicht behaupten man haette one-time-pad benutzt und liefert ihm einen Schluessel der aus der beanstandeten mail einen Liebesbrief oder sonstwas macht. Der Weg ueber Steganographie ist unnoetig aufwendig. Tschuess, Michael Deindl DISCLAIMER: My oppinions are my own, not those of my employer IBM.
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Path: arc1-ca.pugleaf.net!watnews.watson.ibm.com!usenet From: mdeindl@vnet.ibm.com (Michael Deindl) Newsgroups: de.comm.internet,ct.diskussion,de.comp.security,de.etc.lists,de.comm.isdn,de.comm.misc,de.org.ccc,z-netz.forum.netzwesen Subject: Re: LIST zum drohenden Verschlsselungsverbot Date: 30 Oct 1995 15:13:57 GMT Organization: IBM Deutschland Entwicklung --- Smart-Card Solutions, Software Development Message-ID: <472q3l$5qj@watnews2.watson.ibm.com> References: <5wEH659-jSB@argo.rhein-main.de> <5wfwwlYFV$B@a.gerber.soap.Rhein-Main.de> Reply-To: mdeindl@vnet.ibm.com NNTP-Posting-Host: pc496929.bs.boeblingen.ibm.com X-Newsreader: IBM NewsReader/2 v1.2