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Article View: de.comm.modem
Article #3894

Re: Modem legt nicht auf?

#3894
From: Eckart Maerkel
Date: Tue, 18 Feb 1997 00:00
107 lines
6837 bytes
Eines Tages, n�mlich am Di,18.02.97 meinte roderik im Brett /DE/COMM/MODEM
zum Thema _Modem legt nicht auf?_ folgendes schreiben zu m�ssen:

> Ich habe ein Creatix 28.8-Modem (nicht das V-34-Modell, sondern eine
> Generation davor) von 1&1. Nach einer ehrfurchtgebietenden
> Telefonrechnung und Stundenabcheck bei meinem Provider musste ich
> feststellen, dass offenbar mein Modem trotz Abschalten des Rechners
> (Powermac 7100/66, OT), die Verbindung zum Provider aufrechterhalten hat
> (fuer 2 Tage..., darunter ein Werktag, schluchz. Ob ich die Connection
>
> Haben auch andere diese Erfahrung gemacht?
Ich gl�cklicherweise nicht, allerdings habe ich zum einen nicht dieses  
Modem und zum anderen mein Modem anders angeschaltet.

> Muesste das  Modem nicht bei Wegfall des Rechners die Verbindung kappen?
Jein.
Das Modem kann die Steuerleitungen der seriellen Schnittstelle �berwachen  
und sollte bei Wegfall des Bereit-Status auflegen. Wie aber der Pegel  
aussieht, wenn der Rechner aus ist ?
Sollten die Pegel auf den Steuerleitungen aber so stehen, da� auch bei
abgeschaltetem Rechner "Bereit" zum Modem signalisiert wird, dann wei� das
Modem ja nicht, da� der Rechner aus ist.
Mit ein paar Tests m��te sich doch feststellen lassen, wie es sich im  
vorliegenden Fall verh�lt.
M�glicherweise ist das Verhalten des Modems auch konfigurierbar (siehe  
Handbuch).

Normalerweise schaltet man die Stromversorgung des Modems wie die aller  
anderen Peripherieger�te (z. B. Drucker) zusammen mit dem Rechner.
Dazu ist nicht nur wegen der diskutierten Problematik sondern auch aus  
Gr�nden der Stromersparnis unbedingt zu raten. Alle Modems (die ich kenne)  
legen auf, wenn der Saft fehlt.

Viele Modems haben eine Daten�bertragungs�berwachung, die es auflegen  
l��t, wenn f�r eine einstellbare Zeitspanne keine Daten �bertragen wurden.  
Ich wei� nicht, ob das genannte Modem eine solche Funktion bietet; das  
Handbuch wird es aber wohl sagen, auch wie man die Funktion aktiviert.

> Muesste die Telekom nicht die "tote" Leitung irgendwann kappen?
Fr�her - im analogen Netz - war es so, da� die kostenpflichtige  
Verbindungszeit endete, wenn der Anrufer auflegt. D. h. wenn das Modem  
nicht auflegt, dann endet eben die Verbindungszeit nicht. Heute d�rfte  
aber �berall oder fast �berall die Technik soweit sein, da� die  
kostenpflichtige Verbindungszeit dann endet, wenn eine der beiden Seiten  
auflegt. Mehr - d. h. eine inhaltliche Untersuchung des �bertragenen -  
kann die Telekom nicht machen. Wenn die Telekom und das Protokoll der  
Gegenstelle �bereinstimmend ausweisen, da� die Verbindung bestand, dann  
trifft die Telekom kein Verschulden.

Dazu eine Anekdote: Zu meiner Studienzeit war es vorgekommen, da� jemand  
an der Uni den H�rer nach einem Auslandsgespr�ch nicht richtig aufgelegt  
hatte, aber erst am Tag danach wurde es bemerkt, soda� eine sehr hohe  
Rechnung anfiel. In einer spitzfindigen Auseinandersetzung wurde  
ermittelt, da� nur _Gespr�chs_ geb�hren erhoben werden d�rfen, mithin  
_diese_ Telefongeb�hren nicht erhoben werden d�rfen. Das ist allerdings  
schon an die 15 Jahre her und sowohl die rechtlichen wie die technischen  
Rahmenbedingungen haben sich ge�ndert.

Auf Seiten des Informationsanbieters w�rde man erwarten, da� ebenfalls  
eine Aktivit�tspr�fung stattfindet und die Verbindung nach einer gewissen  
Totzeit gekappt wird; offensichtlich war das aber nicht der Fall.  
Vielleicht kann man es dort anders konfigurieren.

Modems m��ten bei Tr�gerverlust immer auflegen, soda� beim Auflegen eines  
Modems das andere ebenfalls auflegt. Damit werden F�lle einer einseitig  
bestehenenden "Verbindung" abgefangen, im vorliegenden Fall war es aber  
offensichtlich anders.

Schlie�lich w�re noch folgendes vorstellbar:
Auch Modems sind nur Menschen. Der im Modem integrierte Rechner kann  
ebenso wie der des "richtigen" Rechners abst�rzen und damit die Funktion  
blockieren, u. U. eben auch in der Weise, da� die beschriebenen  
Mechanismen nicht mehr wirken; das kann durchaus so aussehen, da� die  
Daten�bertragung blockiert ist, obwohl das Tr�gersignal weiterl�uft. Bei  
meinem derzeitigen Modem habe ich einen solchen Fall mal beobachtet.  
Vielleicht war eine solche St�rung auch die Ursache f�r das abnormale  
Sitzungsende. Dann hilft nur noch ein Hardware-Reset (Abschalten).

> Liegt es an der vor einigen Monaten durchgefuehrten Umstellung auf ISDN?
> An meiner TK-Anlage (Gesko 204i)?
Bei einer korrekt funktionierenden Tk-Anlage gelten alle oben gemachten  
�berlegungen uneingeschr�nkt und unver�ndert.
Aus Gr�nden der Performance w�re es aber erstrebenswert, keine Modem-  
sondern eine ISDN-Verbindung (�ber eine ISDN-Karte) aufzubauen (zugegeben:  
bei einem ausgefalleneren Rechnertyp vielleicht ein wenig schwieriger zu  
realisieren).
Zwar ist der Verbindungszustand damit noch ein wenig schwieriger zu  
erkennen, daf�r ist man aber beim Ausschalten des Rechners sicher, da� die  
Verbindung getrennt wird.

> Liegt es an mir?
Man sollte das Modem immer so aufstellen, da� die Anzeigen gut abgelesen  
werden k�nnen (die Creatix die ich kenne, sind daf�r konstruktiv nicht so  
toll gestaltet); so wird das Bestehen einer Verbindung deutlich erkannt.
Gerade bei Verbindungstypen wie Internet-Verbindungen mit ihren  
un�bersichtlich vielen Protokollebenen sollte man sich nach dem Ende immer  
vergewissern, da� die Verbindung bis herunter zur physikalischen Ebene  
getrennt wird.

Ansonsten: siehe Tips oben

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    __     _ _                                |  Eckart M�rkel
   |__    | | |                               |  +ECKART@TMB.in-berlin.de+
   |__ o  |   | o  [ Nicht E. T. - E. M. ! ]  |  +Compuserve: 100425,3667+
Internet: +http://ourworld.compuserve.com/homepages/Eckart_Maerkel/em.htm+
Technical Details
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Subject: Re: Modem legt nicht auf?
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