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Article #242Re: Preise von Software (war Re: Offener Brief an die Redakt
From: Olaf Titz
Date: Mon, 05 Oct 1992 12:10
Date: Mon, 05 Oct 1992 12:10
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In <1992Oct01.081212.9863@esfra.sub.org> holger@esfra.sub.org writes:
> S_TITZ@iravcl.ira.uka.de (Olaf Titz) writes: [OT]
>
> holger@esfra.sub.org writes: [HS]
>
> misch@eurom.rhein-main.de (Michaela Schoebel) writes: [MS]
>
> Hallo Olaf!
>
> Zum Thema "Rechtswidrigkeit" habe ich mich jetzt oft genug ausgelassen,
> mich wuerde nur mal interessieren, ob irgend jemand jetzt schon die
> Firma CadSoft verklagt hat, wenn das Ganze so eindeutig ist?
Das w"urde mich auch mal interessieren. Ich f"urchte nur, die meisten
Betroffenen ziehen die von CADsoft angebotene g"utliche Einigung einem
Prozess vor...
>...
> [OT] >[...] Zwei gewichtige Kostenfaktoren sind
> [OT] >- die vollkommen sinnlose, "ubertriebene Reklame [...] und
> [OT] >- so vorhanden, der 'Kopierschutz', gerade bei CAD-Software.
>...
> Nebenbei: Auch die "billige" Software, sprich Public Domain und Shareware,
> haben hier in Deutschland ihre weite Verbreitung durch Werbung erhalten.
> Nur werben hier eben nicht die Hersteller/Programmierer, sondern die
> Shareware-Vertriebe, die sich an den "Kopiergebuehren" eine goldene Nase
> verdienen. Warum beziehen denn immer noch so viele Leute ihre Shareware
> von Vertrieben, die mehr als 10 DM pro Diskette verlangen? Nach meiner
> Meinung liegt das an der (teuren, aber effektiven) Werbung. Das Problem
> ist aber, dass die Shareware-Autoren nicht sehr viel davon haben. Die
> "Moral" bei Registrierungen ist soweit ich weiss nicht sehr hoch... :-(
Genau. Die H"andler machen die Reklame, und die H"andler streichen das
Geld ein von den Leuten, die keine andere M"oglichkeit haben
(Netzzugang), sich die Software zu besorgen. Dazu gibt es aber zu
bedenken:
1. Die H"andlerpreise sind sehr unterschiedlich, von 5 DM pro Diskette
(das halte ich durchaus noch f"ur vertretbar) bis "uber 20 DM (das
nicht mehr, insbesondere wenn es um einen Versandh"andler mit
doppelseitigen Anzeigen in CHIP geht...)
Dazu kommt noch das Problem der Grosspakete: TeX oder GCC passt halt
nicht auf eine Diskette, und f"ur 10 Disketten bezahlt man dann doch
erheblich...
2. PD- und Sharewareautoren kann es eigentlich nur recht sein, wenn
die Aufgabe des Marketings (ohne das es wirklich nicht geht; aber muss
es in diesem Ausmass sein??) andere "ubernehmen. Dadurch bleibt bei
ihnen mehr Zeit f"ur die eigentliche Arbeit "ubrig.
3. Die Moral bei Registrierungen ist u.a. deswegen so niedrig, weil
die Benutzer einfach nicht *einsehen*, dass sie doppelt zahlen sollen;
ausserdem machen viele Shareware*autoren* mittlerweile den Eindruck der
vollkommerziellen Arbeitsweise. Jim Button z.B. gibt das auch offen
zu.
> >> Software-Entwickler wollen schliesslich auch Geld verdienen. Und wenn
> >> ich ein Programm fuer unter 100 Mark verkaufe, muss ich es im Monat
> >> etwa 150 mal verkaufen, wenn ich nach Abzug aller Unkosten noch was
> >> dran verdienen will. Wie soll das gehen?
>
> >Du verkaufst es sicher nicht 150 mal, wenn es 3000 statt 100 DM kostet.
>
> Nur, wenn ich es intensiv bewerbe :-)
>
> Nein, aber ich brauche dann auch keine 150 Kopien im Monat zu verkaufen,
> dann muss ich es nur 5 mal verkaufen, um das gleiche Geld reinzukriegen.
> Und das ist, je nach Anwendung und Zielgruppe, wesentlich realistischer.
Das h"angt wohl damit zusammen, um was f"ur Programme es geht. Bei
Indiviudalsoftware liegt sowieso ein Werrkvertrag vor - bezahlt wird
der Arbeitsaufwand. Bei Standardsoftware zeigt das Beispiel Borland,
wie man es auch machen kann: Ein GUTES Programm mit GUTER
Dokumentation (Anreiz zum Kaufen!) OHNE 'Kopierschutz' (Aufwand
gespart!) zu einem NIEDRIGEN Preis verkaufen - Ergebnis: in wenigen
Monaten Marktf"uhrer und soviel Exemplare verkauft, wie man f"ur
h"ohere Preise niemals verkauft h"atte. (Dann kann man die vielen
Raubkopien, die davon durchaus im Umlauf waren, ruhig vergessen...)
Das Beispiel war Turbo-Pascal 3, inzwischen ist Borland von dieser
Gesch"aftspolitik leicht abgewichen :-(
Das Hauptproblem liegt in Software, die so speziell ist, dass es
keinen Massenmarkt daf"ur gibt, aber trotzdem in Serie gefertigt und
am Markt verkauft wird. Hier bleibt den Unternehmen wirklich nur
"ubrig, kostendeckende Preise zu kalkulieren... aber ein Produkt wird
auch "ofter abgesetzt, wenn es billiger ist. Gerade das Beispiel EAGLE
zeigt es: Dieses Programm war, als es auf den Markt kam, eines der
billigsten Platinenlayoutprogramme. Und es hat sich vergleichsweise
sehr gut verkauft. Dass ausgerechnet CADSOFT jetzt zu solchen Methoden
greift finde ich sehr bedauerlich :-(
MfG,
Olaf
--
o Olaf Titz - comp.sc.student - univ of karlsruhe - germany
_ /<_ s_titz@iravcl.ira.uka.de - uknf@dkauni2.bitnet - praetorius@irc
(_)>(_) +49-721-60439 - did i forget something?
The empires of the future are empires of the mind. - Churchill
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Newsgroups: de.comp.misc Path: arc1-ca.pugleaf.net!sparky!uunet!spool.mu.edu!yale.edu!ira.uka.de!uni-heidelberg!rz.uni-karlsruhe.de!usenet From: S_TITZ@iravcl.ira.uka.de (Olaf Titz) Subject: Re: Preise von Software (war Re: Offener Brief an die Redakt In-Reply-To: holger@esfra.sub.org's message of Thu, 01 Oct 92 08: 12:12 GMT Message-ID: <1992Oct5.121023.1347@rz.uni-karlsruhe.de> Sender: usenet@rz.uni-karlsruhe.de (USENET News System) Organization: Fachschaft Informatik, Uni Karlsruhe References: <1992Sep24.091525.26830@eurom.rhein-main.de> <1992Sep25.120658.6528@esfra.sub.org> <1992Sep28.104445.11734@rz.uni-karlsruhe.de> <1992Oct01.081212.9863@esfra.sub.org> Date: Mon, 5 Oct 1992 12:10:23 GMT X-News-Reader: VMS NEWS 1.23 Lines: 101