Article View: de.comp.misc
Article #325Re: TeX versus DTP (war Re: DTP-Fuehrerschein)
From: Hans-Juergen Faerber
Date: Mon, 16 Nov 1992 13:02
Date: Mon, 16 Nov 1992 13:02
71 lines
4729 bytes
4729 bytes
Ein paar Antworten zu Lutz' Fragen im Bezug auf FrameMaker.
In article <1992Nov11.204641.16285@bisun.nbg.sub.org>, lutz@bisun.nbg.sub.org (Lutz Birkhahn) writes:
|> From: lutz@bisun.nbg.sub.org (Lutz Birkhahn)
|> Subject: TeX versus DTP (war Re: DTP-Fuehrerschein)
|>
...
|>
|> Ja, vom Umfang der Entscheidungsmoeglichkeiten her kann man das wohl (etwas
|> grob) als Entsprechung der Styles ansehen. Die sofortige visuelle Darstellung
|> ist sicherlich bequem, kann sich aber auch als Nachteil oder besser als
|> Gefahrenquelle herausstellen, wenn man sich naemlich zu sehr auf das "richtige"
|> Aussehen der Elemente verlaesst, ohne ihre Funktion zu beruecksichtigen. Das
|> Problem ist, dass die Abbildung von logischer Funktion (z.B. Hervorhebung
|> eines Wortes) in eine graphische Entsprechnung (z.B. kursiv gesetzt) nicht
|> "eineindeutig" oder "umkehrbar" ist, wie der Mathematiker sagen wuerde. D.h.
|> wenn ich Hervorhebung habe, kann ich eindeutig festlegen, dass diese kursiv
|> gesetzt werden soll. Wenn ich aber umgekehrt einen kursiven Text auf dem
|> Bildschirm sehe, kann ich nicht sicher sagen, ob das nun eine Hervorhebung
|> ist, oder ein Prozedurname aus meinem zu beschreibenden Programm, oder die
|> Aneinanderreihung von mathematischen Symbolen (die man in der Regel auch als
|> kursive Buchstaben setzt). Beim Korrekturlesen auf dem Bildschirm kann ich
|> also im allgemeinen nicht feststellen, um welchen Elementtyp es sich handelt
|> (manche Systeme bieten einen speziellen Modus an, in dem die logische Aus-
|> zeichnung (Markup) dargestellt wird, z.B. als Name der Textelemente).
|>
|> Das raecht sich besonders dann, wenn man feststellt, dass man die Prozedur-
|> namen nicht kursiv, sondern lieber z.B. in Schreibmaschinenschrift setzen
|> will (oder muss). Hat man das Dokument *richtig* logisch ausgezeichnet, dann
|> ist das eine Aenderung an genau einer Stelle, naemlich dort, wo die Abbildung
|> Prozedurname->Schriftattribute definiert ist. Bei falscher Auszeichnung (und
|> die visuelle Darstellung als einzige Darstellungsart kann das nicht oder nur
|> sehr schwer verhindern) werden anschliessend weiterhin einige Prozedurnamen
|> kursiv gesetzt sein, weil ihre Auszeichnung als Hervorhebung urspruenglich
|> noch ganz korrekt aussah.
|>
...
Analog zu den Paragraph-Formate kennt FrameMaker auch Character-Formate, die
ein sinnvolle logische Auszeichnung unterstuetzen. Die Namen der Character-Formate
sind beliebig (z.B. "Eigenname", "Hervorhebung", "Prozedur" ...); einem
Character-Format koennen alle optischen Unterscheidungsmerkmale mitgegeben
werden, die FrameMaker unterstuetzt. Es sind auch Formate moeglich, die nur
ein Charakteristikum veraendern, alles andere aber so lassen. So gibt es bei
uns Character-Formate wie "Unterstrichen", die eben nur unterstreichen, egal
bei welcher Schriftart. Das Character-Format des Wortes, auf dem der Cursor
gerade steht, wird am Bildschirm automatisch angezeigt.
Da also mehrere Character-Formate den gleichen optischen Effekt erzeugen
koennen, ist das von Lutz geforderte Vorgehen moeglich - bei disziplinierter
Arbeitsweise. Gibt man z.B. Prozedurnamen und mathematischen Formeln unterschiedliche
Character-Format-Namen, dann koennen sie in einem Dokument durchaus beide kursiv
gesetzt sein umd dann spaeter, mit einer einzigen Anweisung!, unterschiedlich
formatiert zu werden.
|>
|> Und ich vermute, diese Zahl ist absolut, da kann ohne manuelles Eingreifen nicht
|> daran "geruettelt" werden. In TeX gebe ich nur eine Bewertung an, in der Form
Ja, leider.
FrameMaker kennt keine Bewertungen, er entscheidet immer nur "ja" oder "nein".
So weit fuer heute.
h.-j.
--
| Philips Kommunikations |Voice: +49 911 5262974
| Industrie AG |Fax: +49 911 5263545
Hans-Juergen Faerber| Techn. Documentation |E-Mail:
| Nuremberg, Germany |dok_hfa@pki-nbg.philips.de
Technical Details
Message-ID:
<1992Nov16.140241@sovb50pki-nbg.philips.de>Path:
arc1-ca.pugleaf.net!sparky!uunet!zaphod.mps.ohio-state.edu!darwin.sura.net!Sirius.dfn.de!mailgzrz.TU-Berlin.DE!news.netmbx.de!Germany.EU.net!pki-nbg!dok_hfaReferences:
<1992Nov4.021316.19155@bisun.nbg.sub.org> <1034@watzman.quest.sub.org> <1992Nov11.204641.16285@bisun.nbg.sub.org>Show Full Headers
Complete Article Headers
Path: arc1-ca.pugleaf.net!sparky!uunet!zaphod.mps.ohio-state.edu!darwin.sura.net!Sirius.dfn.de!mailgzrz.TU-Berlin.DE!news.netmbx.de!Germany.EU.net!pki-nbg!dok_hfa From: dok_hfa@sovb50pki-nbg.philips.de (Hans-Juergen Faerber) Newsgroups: de.comp.misc Subject: Re: TeX versus DTP (war Re: DTP-Fuehrerschein) Keywords: TeX, FrameMaker, DTP, SGML, Style, Document Convergence Message-ID: <1992Nov16.140241@sovb50pki-nbg.philips.de> Date: 16 Nov 92 13:02:41 GMT References: <1992Nov4.021316.19155@bisun.nbg.sub.org> <1034@watzman.quest.sub.org> <1992Nov11.204641.16285@bisun.nbg.sub.org> Sender: news@pki-nbg.philips.de Reply-To: dok_hfa@pki-nbg.philips.de Organization: Philips Communication Systems, Nuremberg, Germany Lines: 71