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Article #172Re: Informationsgehalt
From: Christoph Daeppen
Date: Mon, 15 Jul 1996 00:00
Date: Mon, 15 Jul 1996 00:00
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Rene Eberhard <reberhar@itr.ch> wrote: > >Spielt es somit eine Rolle, in welchem Context der Text steht? >Ich spreche auf folgendes an: >Wenn ich schreibe: >E. h.t W.lke. am Hi..el un. es re..et > >kann sich jeder ausmalen, dass es >Es hat Wolken am Himmel und es regnet >heisst. > Der Kontext ist entscheidend! >Obwohl beide Saetze das gleiche aussagen, benoetigt der Erste weniger >Bit/Zeichen. Diese Aussage ist falsch bzw. unsinnig! Dass wir den ersten Satz �berhaupt lesen k�nnen, hat mit dem Informationsgehalt der Zeichen im Original zu tun; und indem wir den codierten Satz lesen (und verstehen!), stellen wir das Original implizit wieder her! Die angef�hrten Werte f�r den Informationsgehalt von 1,5 bis 1,8 Bit/Zeichen scheinen mir f�r einen Zeichensatz von 26 Zeichen zu tief. Worum geht es denn eigentlich? Ein Zeichensatz von der Gr�sse 26 muss mit mindestens 5 Bit codiert werden. Aufgrund der orthographischen und grammatikalischen Eigenschaften der zugrundeliegenden Sprache enth�lt jedes Zeichen eine bestimmte Information bez�glich des n�chsten Zeichens; wenn z.B. auf ein X immer ein Y folgt, dann betr�gt der spezifische Informationsgehalt von X genau 5 Bit, d.h. die 5 Bit von X determinieren die 5 Bit des n�chsten Zeichens. Im allgemeinen werden aber auf ein bestimmtes Zeichen verschiedene Zeichen folgen k�nnen, wobei sprachbedingt f�r jedes Folgezeichen eine bestimmte Auftretenswahrscheinlichkeit existiert. Wenn nun - wie im obigen Beispiel - der Kontext bekannt ist, dann reduziert sich die m�gliche Auswahl f�r die fehlenden Zeichen drastisch! Wenn wir einmal f�r X durchschnittlich 3 m�gliche Folgezeichen annehmen, dann determiniert X nur noch ld(26/3) Bit des Folgezeichens, also ein Informationsgehalt von ca. 3 Bit/Zeichen. Eine Informationsgehalt von 1 Bit/Zeichen w�rde bedeuten, dass auf X die H�lfte des Zeichensatzes mit gleicher Wahrscheinlichkeit folgen k�nnte, was bei indoeurop�ischen Sprachen ausgeschlossen ist. Was lernen wir daraus? Theoretische Ueberlegungen fruchten nicht viel! Es kommt tats�chlich auf den Kontext an - und wenn wir einen Text verschl�sseln, dann sollten wir es mit der Rechtschreibung nicht so genau nehmen... Christoph
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