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Article #80Re: LIST zum drohenden Verschluesselungsverbot
From: Holger Bruns
Date: Wed, 25 Oct 1995 21:40
Date: Wed, 25 Oct 1995 21:40
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In article <46gas9$1jq@omega.gmd.de> veit@mururoa.gmd.de (Holger Veit) writes: >|> > Da taeuschst Du Dich. Das Rauschen in Analogsignalen ist weit von dem >|> > perfekten weissen Rauschen entfernt, das Kryptographie erzeugt. Es ist also >|> > sogar recht einfach festzustellen, dass da was faul ist. >|> >|> Das ist aber egal, denn es ist nicht _beweisbar_, dass in Bit 0 (oder >|> zur Abwechslung mal in Bit 1 oder abwechselnd Bit 0 und Bit 1) etwas >|> verschluesseltes steckt. Kann auch nur ein mieser A/D-Wandler mit >|> einem fehlerhaften Programm gewesen sein.. Bis jetzt musste die >|> Schuld immer noch bewiesen werden.. >Wenn sich diese Behauptung ausbreitet, werden unsere Volksverdreher >recht schnell auf die Idee der Beweislastumkehr verfallen - und dann >bist du in der Zwangslage, einen miesen A/D-Converter mit genau solchen >Charakteristiken zu finden; d.h. du musst beweisen, dass du keine >Verschluesselung benutzt hast; Hallo Holger, die Sache geht etwas anders. Reden wir mal ueber Audio-Signale. Wenn Du einen Wandler nimmst, der mit einer Aufloesung von 16 Bit arbeitet, dann hast Du einen Dynamikbereich von 96 dB. Ein AD-Wandler wird ueber analoge Elektronik angesteuert, die in den seltensten Faellen ein SNR von mehr als 96 dB erreicht. Die realen Werte liegen immer darunter, weil die Audiosignale, die digitalisiert werden sollen, immer mit einem Rauschen behaftet sind. Fuer die Praxis bedeutet dies, dass zumindest das niederwertigste Bit davon betroffen ist. Dessen Pendeln zwischen 0 und 1 ist dem Zufall unterworfen und von daher nicht reproduzierbar, denn es stecken ja keine Pseudo-Zufallszahlen dahinter. Also koennen hier auch Daten versteckt werden, ohne dass dies jemand herausfinden kann, der nicht eingeweiht ist. Es laesst sich damit weder beweisen noch widerlegen, dass das Rauschen im Bit 15 auf Kryptographie zurueckzufuehren ist. Damit ist auch die Umkehr der Beweislast unsinnig; zumal eine solche Umkehr auch im Widerspruch zur StPO stuende. Holger
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Path: arc1-ca.pugleaf.net!deepthought.de!holger From: holger@deep.hb.provi.de (Holger Bruns) Newsgroups: de.comp.security,de.soc.netzwesen,de.comm.internet,de.comm.isdn,de.comm.misc,de.etc.lists,de.org.ccc Subject: Re: LIST zum drohenden Verschluesselungsverbot Date: Wed, 25 Oct 1995 21:40:24 Organization: Freelance Message-ID: <holger.457.0015AD04@deep.hb.provi.de> References: <5wEH659-jSB@argo.rhein-main.de> <46d038$t70@samson.mbis.de> <5wKZ4LPGCHB@dwater.north.de> <holger.452.0012EC1E@deep.hb.provi.de> <46etdr$cod@irz401.inf.tu-dresden.de> <46foqu$2b88@info4.rus.uni-stuttgart.de> <46gas9$1jq@omega.gmd.de> NNTP-Posting-Host: 193.101.45.22 X-Newsreader: Trumpet for Windows [Version 1.0 Rev A]